Nach einem schwierigen Formel-1-Auftakt fand McLaren im Sprint-Qualifying in China am Freitag zurück in die Spur. Mercedes war für die Weltmeister in Shanghai immer noch eine Nummer zu groß, doch für Ferrari hatte das Team die richtige Antwort parat. F1-Champion Lando Norris verwies sowohl Lewis Hamilton als auch Charles Leclerc auf die Plätze. Oscar Piastri ließ ebenfalls einen der Roten hinter sich. Nur eine Woche nach dem enttäuschenden Rennen in Australien zahlt sich das neue Wissen über die Power Unit von Mercedes aus.

"Die Dinge laufen dieses Wochenende sicherlich besser, einfach weil auch diese Rennstrecke was die Abstimmung der Power Unit angeht viel simpler ist", so Lando Norris gegenüber Sky Sports F1. Der Brite fuhr wie sein Teamkollege am Ende des SQ3 nur einen Run und war dabei um den Hauch von zwei Hundertstelsekunden schneller als Lewis Hamilton im Ferrari. Damit steht er beim Sprintrennen am Samstag neben dem Rekordweltmeister in Startreihe zwei.

"Besser als P3 wird es für uns im Moment nicht und ich bin ziemlich zufrieden, beide Ferraris geschlagen zu haben. Die schienen den Tag über ganz gut drauf gewesen zu sein, so der 26-Jährige, für den das Mercedes-Duo an der Spitze außer jeder Reichweite lag. Auf Pole-Setter George Russell fehlten über sechs Zehntelsekunden, auf dessen Stallgefährten Kimi Antonelli immer noch vier Zehntel.

In Melbourne lag der Gap noch bei über einer Sekunde. "Wir sehen Verbesserungen, gerade was unser Verständnis für die Power Unit angeht", erklärt McLaren-Teamchef Andrea Stella am Sky-Mikrofon. "Es gab in den Trainings weniger Unklarheiten, was den Einsatz [Power Unit] im Qualifying angeht und das haben wir in bessere Rundenzeiten verwandelt."

Oscar Piastri vom Rückstand auf Mercedes immer noch verblüfft

Oscar Piastri war nur acht Hundertstelsekunden langsamer als Norris. Der Australier zeigte auf seiner Runde mit einer absoluten Bestzeit im ersten Sektor auf, musste sich aber mit Startplatz fünf neben Charles Leclerc begnügen. "Der erste Sektor sah natürlich gut aus. Aber die sechs Zehntel im letzten Sektor sind schon verblüffend", sagt der Australier bei Sky Sports F1 mit Blick auf den Rückstand gegenüber Mercedes.

"Der Gap zu Mercedes ist beeindruckend. Wir haben also noch etwas Arbeit vor uns, aber das Auto hat sich schon ziemlich gut angefühlt. Es war auch eine anständige Runde, ich denke da war nicht mehr drin", sagt er weiter. Mit dem Sprint-Format an diesem Wochenende hofft er jedoch darauf, wenigstens am Sonntag im Grand Prix noch etwas näher dran zu sein: "Nach dem Sprintrennen können wir noch ein paar Dinge ändern."

Keine Chance beim Formel-1-Start in Shanghai

In Australien wurde Mercedes am Start von Ferrari überrumpelt. Dass er es in China von Startplatz drei genauso machen und in den Kampf um den Sieg eingreifen kann, bezweifelt Lando Norris allerdings: "Ich erwarte nicht, dass die schlechte Starts haben werden. Sie zählen seit Jahren zu den besten Startern. Klar ist es eine Möglichkeit, aber ich denke, sie wissen schon, was sie letztes Wochenende in Melbourne falsch gemacht haben."

Wenn sich seine Prognose bewahrheitet, könnte die Szene zwischen ihm und Kimi Antonelli im SQ2 heute die einzige Begegnung mit einem Mercedes an diesem Wochenende gewesen sein. Der Italiener bummelte auf der Ideallinie von Kurve eins, als Norris auffuhr. Die Rennleitung untersuchte die Szene, ließ Antonelli aber vom Haken, nachdem sich Norris in dem Moment nicht auf einer fliegenden Runde befand.

"Es war nicht ganz klar, ob es noch eine Aufwärmrunde oder schon eine Push-Lap wird. Du siehst es erst spät daran, wie er sein Energie nutzt. Ich hatte nicht erwartet, dass es eine schnelle Runde wird", erklärt Stella abschließend.