Mercedes geht an diesem Wochenende als klarer Favorit in das zweite Formel-1-Rennen 2026 in China. Doch Auftaktsieger George Russell hat seine Zweifel, was der Erfahrungsvorsprung aus dem Winter nur eine Woche später noch wert ist. In Australien wurden die Karten offengelegt und nachdem Ferrari dort schon überraschend stark war, rechnet der WM-Leader bereits in Shanghai mit noch mehr Gegenwehr von Lewis Hamilton und Charles Leclerc.
"Ich denke nicht, dass es mit 2014 vergleichbar ist. Mercedes hatte einen enormen Vorteil bei der Power Unit, verglichen mit allen anderen Herstellern. Da gab es kein Team mit Mercedes-Motor, das nicht konkurrenzfähig war", so George Russell, der nach seiner Pole Position in Melbourne selbst noch den Vergleich zur Ära der Silberpfeil-Dominanz gezogen hatte. Nachdem er sich im Rennen wider Erwarten den Angriffen der Ferrari-Fahrer ausgesetzt sah, sieht er die Sache vor dem Grand Prix auf dem Shanghai International Circuit etwas anders.
"Die Weltmeister der letzten zwei Jahre waren Autos mit Mercedes im Heck. McLaren ist in der Lage, gegen uns zu kämpfen, und Ferrari und Red Bull haben auch Power Units entwickelt, die sehr nah an dem sind, was wir haben. Im Moment sieht es so aus, als käme der Unterschied vom Auto. Es wird viel vom Motor gesprochen, und natürlich ist der toll. Aber das Auto ist auch fantastisch und bekommt nicht die Anerkennung, die es verdient", erklärt der Brite.
Formel-1-Saison 2026 wird alles andere als Mercedes-Durchmarsch
Nach der Offenbarung von Melbourne rechnet er damit, dass die Konkurrenz den Vorsprung von den Testfahrten aber bald aufgeholt haben wird. "Ich bin mir sicher, dass sich die Lücke schnell schließen wird. Max war letzte Woche nicht vorne dabei, und sein Teamkollege war Dritter. Da kannst du davon ausgehen, dass er nach einem normalen Samstag mit von der Partie gewesen wäre", verweist Russell nicht nur auf Ferrari, sondern auch auf Red-Bull-Teamleader Max Verstappen.
Von Ferrari gibt es an diesem Wochenende eine Offensive in Form des von den Testfahrten bekannten klappbaren Heckflügels. Entgegen der ursprünglichen Planung, hat das Team die neue Aerodynamik jetzt schon am zweiten Rennwochenende im Einsatz. "Wir beide sehen es so, dass es zwischen uns und Ferrari ein enger Kampf werden kann", verweist Russell auf Lewis Hamilton, mit dem er zusammen von Melbourne nach Shanghai reiste.
Qualifying-Vorteil von Mercedes schon in China kleiner
Charles Leclerc rechnet in China vor allem damit, im Qualifying schon etwas näher an Ferrari dran zu sein, wenn auch nicht auf Augenhöhe. "Es wird sicher enger als in Melbourne, denn wir hatten dort viele Dinge noch nicht optimiert, und da war noch viel Rundenzeit drin", so der Monegasse. Sein Rivale im Silberpfeil sieht das ähnlich. "Ich bin der Ansicht, dass viele Teams das Qualifying noch nicht optimiert hatten. Wir haben da einen wirklich tollen Job gemacht", so Russell
Allein innerhalb der Mercedes-Garage waren die Erkenntnisse vom ersten Qualifying mit den neuen Regeln verblüffend: "In den Daten habe ich gesehen, dass wir auf der Outlap schon die Schnellsten waren. Es war sehr kühl und wir hatten die Reifen im richtigen Fenster. Wir waren in allen Kurven am schnellsten, haben das Energy-Management richtig getroffen. Selbst zwischen mir und Kimi gab es einen großen Unterschied, was den Speed auf den Geraden angeht, und das nur mit ein paar kleinen Unterschieden im Fahrstil."
Der Zweikampf war etwas, das für Mercedes im Rennen genauso unbekannt war wie für alle anderen Teams im Grid. Dementsprechend war Russell nicht überrascht, dass es am Sonntag mehr Konkurrenz gab. "Ich denke nicht, dass alle damit gerechnet haben, dass wir das Rennen am Sonntag locker gewinnen", sagt der 28-Jährige. "Der Sonntag hat die wahre Pace gezeigt und wenn du auf Ferraris letzten Stint schaust, sind sie im Grunde die gleichen Rundenzeiten wie wir gefahren. Ich bin nicht überzeugt, dass wir gewonnen hätten, wenn sie beide zeitgleich mit uns beim Boxenstopp gewesen wären. Es wäre ein Kampf geworden."


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