Valtteri Bottas hat mit Formel-1-Neuling Cadillac in der Saison 2026 sportlich voraussichtlich nicht allzu viel zu lachen. Vor dem ersten Rennen in Australien ist der Rückkehrer aber zu allerhand Scherzen aufgelegt. Allem voran steht seine Formel-1-WM-Prognose für das bevorstehende Jahr. Ausgerechnet die Chaostruppe der Testfahrten soll es am Ende reißen - natürlich im Finale gegen Cadillac.
"Wenn ich jetzt etwas sagen muss, dann sage ich Lance Stroll, Fernando Alonso... und George Russell! Weil ich denke, dass sie geblufft haben und sie uns ganz zum Schluss in Abu Dhabi schlagen werden!", erklärt Bottas Aston Martin am Donnerstag in der Pressekonferenz in Melbourne zum Titelanwärter. Der Finne hatte die Formel 1 im Vorjahr als Ersatzfahrer bei Mercedes von der Seitenlinie aus beobachtet und ist bei seiner Rückkehr derart gut gelaunt, dass er es selbst kaum fassen kann.
"Ich muss schon sagen, ein paar Dinge sind anders. Ich hatte nie erwartet, mich darauf zu freuen, in einer Pressekonferenz zu sein. Nach einem Jahr Auszeit fühlt sich das gar nicht so schlecht an. Man hat jetzt eine andere Sichtweise", so der 36-Jährige, der in seine 14. Saison in der Königsklasse geht. "Nach einem Jahr ohne Racing weiß man diesen Sport mehr zu schätzen und es ist ein anderes Gefühl, wieder im Grid zu sein. Selbst die Pressekonferenz fühlt sich heute nicht so schlecht an, aber fragt mich das in Abu Dhabi nochmal."
Formel 1 mit Cadillac für Valtteri Bottas eine ganz neue Erfahrung
Doch nicht nur die Auszeit bringt frischen Wind in das Mindset des Routiniers. Nach Williams, Mercedes und Alfa Romeo ist Cadillac seine vierte Station - und dabei eine ganz neue Erfahrung. "Es ist sehr anders und eine ziemlich einzigartige Situation, mit einem neuen Team anzutreten. Das gibt es in diesem Sport nicht jeden Tag", erklärt der zehnfache Grand-Prix-Sieger.
Mit dieser Ausgangslage war für ihn bereits die Saisonvorbereitung eine ganz andere als in seiner vorherigen Zeit in der Formel 1: "Es war harte Arbeit und wir mussten viele Probleme lösen. Aber wir haben auch schon große Fortschritte gemacht. Hut ab an das gesamte Team, für Rennen eins hier zu sein und bereit zu sein, ist schon unglaublich. Ich freue mich auf diese Reise."
Fortschritt für Cadillac in der Formel 1 das oberste Ziel
Als 2016 mit Haas letztmals ein völlig neues Team in die Formel 1 kam, überraschten die US-Amerikaner beim Auftakt mit Romain Grosjean auf einem sensationellen sechsten Platz. Derartige Ziele will Bottas, abgesehen vom prophezeiten WM-Kampf gegen Aston Martin, nicht ausgeben. "Fortschritt ist die Nummer eins für uns. Wir müssen vom Anfang bis zum Ende des Jahres besser werden, wovon ich hoffe, dass wir es sein werden", erklärt er.
Bei den Testfahrten spulten Bottas und Teamkollege Sergio Perez für Cadillac insgesamt 3.930 Kilometer ab. Nur ein Team hatte weniger Streckenzeit: Aston Martin kam nicht über 2.110 Kilometer hinaus. Zusammen bringt es das Cadillac-Duo auf 527 Starts in der Formel 1. Diese geballte Erfahrung soll dem Team beim Erreichen der Ziele den entscheidenden Vorteil bringen.
"Es hilft auf jeden Fall, aber es gibt für nichts irgendwelche Garantien. Für uns ist es eine gute Sache, in einem neuen Team zwei erfahrene Fahrer zu haben. Checo und ich waren schon bei unterschiedlichen Teams und wissen, was funktioniert und was nicht", so Bottas, der von sich selbst mit Gewissheit sagen kann, dass er nach einem Jahr Pause voll funktionsfähig ist.
Für ihn waren die vereinzelten Testfahrten mit Mercedes im Jahr 2025 und die Saisonvorbereitung mit Cadillac genug, um keinen Rost anzusetzen. "Das habe ich gar nicht. Ich fühle das schon, wir haben viel getestet, es waren viel mehr Tests als normalerweise vor der Saison", sagt er. "Und ich habe jetzt definitiv eine bessere Sichtweise auf den Sport, und werde es mehr genießen als noch vor zwei Jahren. Das wird mir hoffentlich helfen."


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