Mit breiter Brust reiste Lewis Hamilton zum Formel 1-Auftakt nach Australien. Bei den Wintertests lieferte Ferrari eine solide Performance. Entsprechend gibt es für Hamilton nur eine Zielvorgabe: Siege. "Wir sind fokussiert, gut vorbereitet und wissen, was wir tun müssen. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die neuen Regeln für alle eine enorme Herausforderung mit sich bringen."
Die größte Ungewissheit liegt darin, wie sich die Anforderungen des Albert Park Circuits auf das Energiemanagement auswirken. "Wir werden es wahrscheinlich erst dann wirklich verstehen, wie es funktioniert, wenn wir im Rennen ins kalte Wasser geworfen werden", meinte Lewis Hamilton in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Donnerstag. Die neue Fahrzeuggeneration erfordert von den Piloten, stärker auf den Energieeinsatz zu achten.
Zur 1000 PS starken Gesamtleistung kommen - statt bisher 160 PS - ganze 475 PS von einem Elektroantrieb, allerdings kann man pro Runde nur die gleiche Energiemenge wie in der Vergangenheit ziehen. Die Folge: die Batterie steht dem Fahrer etwa für ein Drittel der Runde zur Verfügung. Die restliche Energie muss der Fahrer durch Bremsen, Verzögern und vom Gas gehen zurückgewinnen. Das könnte auf der semi-permanenten Strecke allerdings schwierig werden, denn der Albert Park Circuit in Australien weist nur drei starke Bremszonen auf.
- Streckenlänge: 5,278 km
- Bremsvorgänge (mehr als 2G): 6
- Starke Bremsvorgänge (4G): 3
- Bremsenergie: Mittel
- Erwarteter Topspeed: 332 km/h
- Safety Car Wahrscheinlichkeit: 60%
F1-Rekordchampion warnt: Wer "lupft, verliert"
"Wenn du hier in Kurve 5 nicht lupfst, sondern voll durchfährst, hat das eine enorme Kettenreaktion für die restliche Runde. Selbst wenn du eine gute Runde fährst, kannst du trotzdem eine Sekunde verlieren, nur weil das Deployment nicht stimmt", erklärt Hamilton. Es ginge nicht mehr darum, ständig Vollgas zu geben, sondern effizient zu fahren und auf die Energie achtzugeben.
"Das wird die größte Herausforderung sein - nicht nur für uns Fahrer, die wir unsere Fahrweise optimieren müssen, sondern auch für das Team, das alles im Griff haben und korrekt umsetzen muss." Hamilton rechnet beim Deployment je nach Streckencharakteristik von Unterschieden bis zu einer Sekunde.
Hamilton nimmt F1-Kommentatoren in die Pflicht
"Auf manchen Strecken musst du nicht einmal für eine Runde Lift-and-Coast fahren, auf anderen wiederum sehr viel, selbst auf der Qualifying-Runde", so der Ferrari-Pilot. Bereits abseits der Testfahrten meinte er, dass man als Fahrer einen Universitätsabschluss brauche, um die technischen Anforderungen zwischen thermischen und elektrischen Komponenten zu verstehen.
"Regeländerungen sind immer eine Herausforderung, aber diese ist weitaus größer als die fünf, die ich bisher erlebt habe", betonte der Brite, der 2026 in seine 20. Formel-1-Saison startet. Trotz seiner langjährigen Karriere fühlt er sich immer noch wie ein Jungspund und fiebert der neuen Herausforderung entgegen.
Damit dieser Funke auch auf die Fans überspringt, nimmt Hamilton vor allem die Kommentatoren in die Verpflichtung. "Ich hoffe, dass die Kommentatoren zu den Teams kommen und mit ihnen sprechen, um ein besseres Verständnis zu entwickeln. Sie sollten nicht einfach Vermutungen darüber anstellen, was wir versuchen zu tun oder welchen Herausforderungen wir gegenüberstehen", sagte Hamilton und stellte klar: "Das ist kein Spaß. Es ist wirklich eine große Herausforderung."
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