Die Stunde der Wahrheit naht für Audi. Am Wochenende wird das Werksteam der Ingolstädter erstmals einen Grand Prix der Formel 1 bestreiten. Nach stetigen Verbesserungen bei den Wintertests fühlt sich die Mannschaft gut gerüstet. Trotzdem bleibt Nico Hülkenberg erst einmal vorsichtig.
Am Ende der letzten Testfahrten in Bahrain hatte sich Audi mit soliden Rundenzeiten rund um die Mittelfeld-Spitzenreiter Haas und Alpine platziert. Noch deutlich hinter den vier Top-Teams, aber darüber hinaus lief besonders in der letzten Woche beim Neueinsteiger, und vor allem auch beim ersten in Neuburg an der Donau gebauten Motor, alles rund.
Nico Hülkenberg erklärt Ziele für Audi 2026
Dementsprechend wähnte sich Audi nach den Testfahrten im Plan, was die Ziele des Teams für das erste Jahr als F1-Werksteam angeht. So lautet auch die Zielsetzung von Nico Hülkenberg: "Es geht auch um Fortschritt. Wo wir starten, und wohin wir es über das Jahr hinweg schaffen und wie wir am Paket arbeiten."
Jahr eins des Audi-Projekts soll schließlich kein WM-Jahr sein. Man ist sich sehr wohl bewusst, dass man zum einen ein komplett neues Motor-Programm hat, und zum anderen die Infrastruktur des übernommenen Sauber-Teams im schweizerischen Hinwil noch immer Arbeit verlangt, um auf Top-Team-Niveau zu kommen.
"Melbourne ist die Kulmination von gigantischen Bemühungen", erinnert Teamchef Jonathan Wheatley diesbezüglich. "Wir haben das erste F1-Auto von Audi mit unserem eigenen Antrieb gebaut und dann eines der umfangreichsten Wintertest-Programme der letzten Jahre komplettiert. Wir haben auch die erste Stufe unserer ambitionierten Renovierungen erledigt, die wir für Hinwil geplant haben." Aber es ist eben die erste Stufe.
"Natürlich wollen wir wettbewerbsfähig sein, wir wollen Punkte holen", definiert Hülkenberg nun also die Zielsetzung. "Wie viele? Das wissen wir natürlich nicht. Ohne ein Rennwochenende gefahren zu sein. Aber besonders wichtig ist denke ich vor allem der Fortschritt, und wie wir über das Jahr hinweg aussehen."
Was kann Audi beim F1-Debüt in Melbourne erreichen?
Über die Testfahrten hinweg zeigte Audi genau diesen Fortschritt. Die diversen kleinen Defekte der ersten Testwoche verschwanden, und am Ende war man vorn im Mittelfeld dabei. "Die Testfahrten waren okay", unterstreicht Hülkenberg. "Wir haben denke ich gute Fortschritte gemacht. Aber gleichzeitig ist immer noch viel Raum für Verbesserungen in vielen Bereichen da."
"Es ist immer noch ein junges Team, besonders auf der Power-Unit-Seite, und natürlich sind wir das einzige Team mit diesem Paket", erinnert Hülkenberg. Nur zwei Fahrer mit Audi-Motoren bedeutet nüchtern betrachtet einfach weniger Daten, auf die man für Problemlösungen zurückgreifen kann.
Die konkreten Ziele für Australien laufen für Audi letztendlich auf das hinaus, was man auch über die ganze Saison hinweg erreichen möchte. Gut arbeiten, konstant verbessern, in Richtung Punkte blicken. Wie viel wirklich geht, lässt sich nach den Tests in Bahrain und Barcelona noch nicht sagen, meint Hülkenberg: "Diese Strecke ist ganz, ganz anders als Bahrain. Das könnte die Dinge etwas durchmischen."
Trotz null F1-Erfahrung auf Motorenseite sieht es bei Audi da in Australien aber bereits um ein vielfaches besser aus als bei der Paarung Aston Martin und Honda. Am Donnerstag enthüllt das Team das wahre Ausmaß der Probleme. Von Nervenschäden bis zu potenziell vorzeitigen Aufgabe im Rennen - da ist viel dabei:



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