In einer Woche steht das erste Freie Training der Formel 1-Saison 2026 auf dem Programm. Ob Mark Webber beim Saisonauftakt in Australien in der McLaren-Box von Oscar Piastri stehen wird? Vermutlich. Künftig wird sich Webber jedoch vermehrt im Hintergrund halten und nicht mehr bei allen 24 Rennen vor Ort sein. Das bestätigte Piastri abseits der Wintertests in Bahrain. "Er [Mark Webber; Anm. der Red.] wird nicht mehr bei so vielen Rennen dabei sein. Aber er kümmert sich weiterhin um ähnliche Aufgaben im Hintergrund."

Mark Webber ist seit 2019 sein Manager. "Er war selbst ein erfolgreicher Fahrer, verbrachte viel Zeit im Paddock, kennt eine Menge Leute und viele Tipps und Tricks. Seine Hauptaufgabe ist die Arbeit hinter den Kulissen, um alle meine Verträge auszuhandeln", erzählte Oscar Piastri 2022 im Interview mit Motorsport-Magazin . Damals war der Australier ein aufgehender Stern, 2026 will er nach dem Titel greifen. Vor allem, nachdem er sich im Vorjahr Lando Norris geschlagen geben musste. McLaren wurde von mehreren Seiten vorgeworfen, Norris gegenüber Piastri zu bevorzugen.

Vor Australien ziehen wie im Motorsport-Magazin Talk eine Testbilanz: Wer sind die Tops & Flops der Testwoche - und was lässt sich wirklich schon für 2026 ableiten?

F1 2026 - Bahrain-Bilanz: Tops & Flops der letzten Testwoche (48:43 Min.)

Kam es zum Bruch zwischen Webber und McLaren?

Gerüchten zufolge soll der angespannte Titelkampf auch zu Unstimmigkeiten zwischen Webber und McLaren geführt haben. "Ich erinnere mich noch gut an die finale Phase der letzten Saison, Webber war ständig am Telefon. Die Beziehung zwischen Zak Brown und ihm hatte sich abgekühlt", meinte Ralf Schumacher im Podcast "Backstage Boxengasse". Laut Schumacher wollte McLaren, dass Piastri sich von Webber trennt. "Es gab dort ziemlich viel Druck. Nach dem letzten Jahr war es für McLaren, soweit ich gehört habe, sehr wichtig, dass Piastri dieses Jahr einen anderen Manager hat, um mehr Ruhe zu schaffen."

Darauf angesprochen, warum es zu der Veränderung in seinem Management kam, stellte Piastri in Bahrain klar: "Es gab keinen bestimmten Grund. Wir haben einfach beschlossen, dass die Dinge etwas anders aussehen sollen. Mark ist nach wie vor sehr stark involviert, er wird nur nicht mehr so oft an der Rennstrecke sein. Das ist auch schon alles. Es gab keinen bestimmten Auslöser dafür." Bei den Wintertests wurde der 24-Jährige von Pedro Matos, seinem früheren Renningenieur beim F2-Team Prema (2021) und Emma Murray unterstützt. Letztere ist als Australiens führende High-Performance-Mind-Coach bekannt.

Mentale Hilfe im F1-Titelkampf 2026?

Sofort fallen einem da die Worte von Webber nach dem Brasilien GP ein, als Norris mit einem perfekten Wochenende den Vorsprung in der WM auf 24 Punkte ausbaute. "Oscar hatte eine schwierige Phase, aber ich glaube nicht, dass es ihm an Motivation mangelt. Es geht um Charakter, darum, diese tiefen Motivationen zu finden, die man an diesem Punkt braucht, um zurückzukommen."

Piastri erlebte 2025 in der entscheidenden Saisonphase eine Formkrise. Ab Monza begann sein Griff nach dem Titel zu schwinden. Er machte Fehler, hatte Probleme mit der Abstimmung seines Autos und besonders große Schwierigkeiten auf Strecken mit geringer Bodenhaftung. Zudem wurde im Netz jedes Wort und jede Szene der beiden McLaren-Teamkollegen auseinandergenommen und über die seltenen gemeinsamen Auftritte spekuliert. Der frühere McLaren-Pilot Juan Pablo Montoya war sich damals sicher: "Mark ist nicht sehr glücklich mit McLaren. Aber die Frage ist, ob Oscar sehr unglücklich mit McLaren ist."

Montoya warnte vor der Gefahr, dass Webbers Narben aus seiner Zeit bei Red Bull Racing, als er hinter Sebastian Vettel nur die zweite Geige spielte, die Karriere von Piastri negativ beeinflussen könnte. Piastri selbst betonte nach außen hin stets, dass seine Beziehung zu Norris unter dem angespannten Titelkampf 2025 nicht gelitten hat: "Wir nehmen das, was auf der Strecke passiert, nicht mit. Natürlich gibt es kurzlebige Emotionen, aber die verblassen schnell wieder. Es hat sich nichts geändert", betonte Piastri im November im offiziellen F1-Podcast 'Beyond the Grid'.