Cadillac gibt in diesem Jahr sein Debüt als Formel-1-Team, zunächst allerdings noch mit Ferrari-Motoren. Ab 2029 plant die GM-Marke zu einem eigenen Werksteam zu werden. Mit Motoren, die aus den USA kommen. Vor der F1-Saison gab Cadillac-TWG-CEO Dan Towriss ein Update zum derzeitigen Stand des Motorprojekts in North Carolina.

Und diese Zwischenbilanz hört sich durchaus erfreulich an. "Das Projekt liegt tatsächlich vor dem Zeitplan", teilte Towriss in einer Medienrunde mit. Am Zeitpunkt für den motorseitigen Formel-1-Einstieg ändert das allerdings vorerst noch nichts, dieser wird nach wie vor 2029 anvisiert. "Stand jetzt sehen wir vor, mit der Power Unit ab 2029 teilzunehmen", bestätigt Towriss.

Formel-1-Zukunft unklar: Baut Cadillac einen Motor für nur eine Saison?

Derzeit ist allerdings noch unklar, wie lange die aktuelle Motor-Generation überhaupt in der Königsklasse bleiben wird. Der offizielle Plan sieht vor, dass 2031 neue Antriebe kommen. Im Rahmen einer Reihe von Gesprächen kamen die Formel-1-Motorhersteller im Vorjahr allerdings überein, dass dieser Regelzyklus auch verkürzt werden könnte - je nachdem wie sich die aktuellen Einheiten bewähren.

In diesem Szenario könnte der Fall eintreten, dass Cadillac die hochkomplexen Hybrid-Antriebe mit knapp 50 Prozent Elektroantrieb und MGU-K für nur eine Saison entwickelt, ehe anschließend andere - voraussichtlich einfachere - Motoren zum Einsatz kommen. Die Millioneninvestitionen in den Antrieb würden also nur wenig Gegenwert bieten.

Einstieg schon vor 2029? Cadillac-Motor kommt so früh wie möglich

Die US-Marke beobachtet die aktuellen Entwicklungen ganz genau, verfolgt aber nach wie vor den ursprünglichen Zeitplan. "Wir verfolgen die Gespräche um das Reglement genau. Es ist möglich, dass sich das Reglement vor 2031 ändert, es ist aber auch möglich, dass es sich vor 2031 nicht ändert", gab sich Towriss zurückhaltend.

"Unabhängig von der Finanzierung ist es wichtig, dass wir eine Power Unit von Cadillac so früh wie möglich auf dem Grid sehen. Das ist unser Hauptfokus", führte der oberste Leiter des F1-Neueinsteigerteams an. Er schloss also auch nicht aus, dass der Einstieg im Falle eines weiteren Zeitgewinns gegenüber dem ursprünglichen Plan früher erfolgen könnte. "Falls es Wege gibt, das zu beschleunigen, dann werden wir dies tun. Aber im Moment liegt unser Fokus noch auf 2029", sagte Towriss auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com.

Auch wenn Cadillac im März in Australien sein erstes F1-Rennen in Angriff nehmen wird, befindet sich das gesamte Programm des aktuellen Ferrari-Kundenteams derzeit im wörtlichsten Sinne nach wie vor im Aufbau. Denn sowohl der Hauptsitz des einstigen Andretti-Projekts in Fishers, Indiana, als auch die Errichtung des hauseigenen Motorenwerks nahe Charlotte ist noch nicht abgeschlossen.

Für das Werk nahe Indianapolis war ursprünglich eine Fertigstellung im ersten Quartal 2026 geplant gewesen, jetzt sprach Towriss davon, dass die Konstruktion "später in diesem Jahr" abgeschlossen sein solle. Das Team will seinen neuen Hauptsitz im ersten Quartal 2027 beziehen. Im Moment befindet sich die US-Sparte der Rennmannschaft noch in temporären Einrichtungen in der Umgebung rund um Indianapolis.

Ähnliches gilt für die Power-Unit-Abteilung. Für sie entsteht ein Werk im Umland von Charlotte nahe anderer GM-Motorsportanlagen. Der Bau soll 2027 abgeschlossen sein. Bis dahin hat sich das Formel-1-Team temporär in Anlagen der von GM ausgestatteten NASCAR-Truppe Hendrick Motorsports wenige Kilometer entfernt niedergelassen.

Die ersten Gehversuche in der Formel 1 fallen Cadillac derzeit noch schwer. Damit rechnete Towriss aber ohnehin schon vor Saisonstart und setzte die Ziele für Jahr 1 entsprechend tief an. Hier mehr dazu: