An den ersten beiden Tagen der Testfahrten in Barcelona stolperte der brandneue Formel-1-Audi erst einmal aus der Box. Am Montag blieb der R26 nach 27 Runden liegen, am Mittwoch nach nur vier Runden. Doch das Team sieht nun klarer - und ein guter Abschluss am Mittwochnachmittag hebt vor dem Test-Finale die Stimmung.

Ein wirkliches Problem war nur der erste Tag gewesen, an dem Gabriel Bortoleto schon früh hatte abstellen müssen. Danach bekam Audi das Auto am Nachmittag nicht mehr fahrbereit. "Wir hatten eine ordentliche Verzögerung am ersten Tag", räumt Audi-Cheftechniker James Key nun ein. "Aus diversen Gründen. Die sind aber alle lösbar."

Am Dienstag setzte Audi freiwillig aus. Dass Nico Hülkenberg am Mittwoch dann nach nur vier Runden erneut liegenblieb, stellte sich rückblickend als deutlich harmloser heraus. Schuld war kein signifikanter Defekt am neuen Motor, sondern ein unspektakuläres Hydraulik-Leck, verrät Key: "Ein richtig simples Ding. Am Nachmittag sind wir wieder auf die Strecke und konnten sehr viele Runden abspulen."

Audi löst erste Defekte im Test: Schritt vorwärts & im Plan

"Ein Schritt vorwärts", nennt Key im Hinblick auf die folgenden 64 Runden, mit denen Hülkenberg am Mittwoch endlich in Schwung kam. So wähnt sich Audi aktuell noch im Zeitplan: "Für die wirklich wichtigen Dinge, ja. Was wir wirklich brauchen, sind einfach Runden mit dem Auto."

"Meine Kollegen in Neuburg auf der Power-Unit-Seite haben überhaupt keine Strecken-Referenz für die Power Unit oder das Getriebe", erinnert Key. "Also geht es wirklich nur darum. Diese ganzen komplexen MGU-Recovery-Strategien tunen, und die diversen anderen Dinge mit dem 2026er-Auto aussortieren. Diesbezüglich liegen wir im Plan."

Red Bull: Extreme Technik, letzter Testtag nach Crash in Gefahr (13:20 Min.)

Selbst mit den Defekten hat Key an diesem Test bislang nichts überrascht: "Von Beginn an problemlos zu fahren gewesen wäre eine Überraschung gewesen." Größere Probleme hatte man als Neueinsteiger immer erwartet: "Deshalb testen wir. Wir wollen das nicht in Melbourne finden."

Audi-Zeiten irrelevant: Performance in Barcelona keine Priorität

Hülkenbergs unauffällige beste Rundenzeit von 1:21,010 - 3,6 Sekunden hinter der Mercedes-Tagesbestzeit vom Mittwoch - spielt daher auch keine Rolle: "Das ist einfach ein mechanischer Test. Performance wird später eine Priorität werden. Aber nichts hat uns bisher überrascht. Wir haben alles abgearbeitet, was wir zu tun haben."

Bei nur drei erlaubten Tagen in Barcelona hat Audi jetzt noch einen Tag übrig, um das Einstiegs-Programm zu beenden. Für den zweiten neuen Power-Unit-Hersteller, Red Bull, läuft es übrigens bislang deutlich problemloser. Zumindest auf der technischen Seite, mit inzwischen über 400 Runden. Das Hauptteam könnte aber wegen der Folgen des Unfalls von Isack Hadjar womöglich den dritten Test-Tag verlieren. Mehr dazu gibt es hier: