Anders. Sehr, sehr anders. Diese Worte werden in der Formel-1-Saison 2026 wohl noch häufiger fallen. Der erste Tag des "geheimen" Wintertests auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ist vorbei und in den stark beschränkten Interviews der F1-Piloten gibt es vor allem ein großes Thema: Wie fühlen sich die neuen Boliden an? Die Antworten des Fahrerfelds gleichen sich wie ein Ei dem anderen: Es ist anders.
"Es ist ein großer Unterschied zu früher", merkte F1-Rückkehrer Valtteri Bottas an. Er fuhr am Montag seine ersten Runden im Cadillac, nachdem sein Teamkollege Sergio Perez bereits Mitte Januar bei einem Filmtag die Premiere im neuen US-Boliden gab. "Das Auto verhält sich anders. Du hast weniger Abtrieb, vor allem in schnellen Kurven, aber auch viel mehr Drehmoment im Kurvenausgang. Aber dann musst du auch die Batterie managen", beschrieb der Finne.
Durch das neue Aerodynamik-Konzept haben die 2026er-Autos rund 30 Prozent weniger Downforce als das Vorjahres-Modell. Dafür schießt die Motorleistung durch einen Anstieg des Elektro-Anteils in die Höhe. Auf den Batteriestand muss in Zukunft also mehr geachtet werden, als Bottas das bei seinem F1-Ausstieg 2024 gewohnt war. Auch Mercedes-Junior Kimi Antonelli spürte die Unterschiede in der Power Unit: "Es braucht definitiv mehr Management, aber das ist machbar. Das Auto fühlt sich beim Fahren gut an."
So langsam wie Formel 2? Darum mag Gabriel Bortoleto die neuen F1-Autos
Doch egal, ob 24 oder 246 Rennstarts, alle müssen ihren Fahrstil an das neue Auto anpassen. Denn ein Auto wie dieses ist noch keiner von ihnen gefahren, ist sich Gabriel Bortoleto sicher. "Ich weiß nicht, mit was ich es vergleichen soll. Ich bin in der Vergangenheit kein ähnliches Auto gefahren. Das Formel-2-Auto ist viel langsamer als das letztjährige Formel-1-Auto, und dieses Jahr werden die F1-Autos auch langsamer sein", sagte der Audi-Pilot und weckt damit alte Ängste bei Fans der Königsklasse. Bereits Isack Hadjar zog letztes Jahr den Formel-2-Vergleich und erntete damit Kritik von der FIA.
Doch ein schlechtes Auto sei es deshalb nicht – ganz im Gegenteil. "Es ist sehr cool, dass die Power Unit jetzt [halb] elektrisch ist. Du kommst aus der Kurve und kannst so viel Energie einsetzen. Du spürst, wie stark der Motor ist. Diese Dinge sind anders und wir müssen uns daran erst gewöhnen, unseren Fahrstil anpassen. Aber es ist noch immer ein Rennauto, keine andere Welt", wiederholte Bortoleto seine Aussage vom Audi-Launch.
Sein ehemaliger Rookie-Kollege Liam Lawson schien mit der Situation etwas überforderter zu sein: "Alles ist so anders, ich habe es noch gar nicht richtig begriffen. Als Fahrer haben wir jetzt mehr Möglichkeiten, etwas zu beeinflussen. Das ist gut, aber gerade ist es noch eine sehr neue Herausforderung."
Darum ist Trainingszeit und Erfahrung im neuen F1-Auto gerade jetzt besonders wichtig, weiß Esteban Ocon. "Ich habe Glück, dass ich bereits viel am Simulator fahren konnte, bevor wir das Jahr gestartet haben. Alles ist klar, aber es ist auf jeden Fall komplizierter", erklärte der Haas-Pilot. Darin sieht er jedoch eine Chance für eine durchgemischte Hackordnung: "Ich hoffe, es ist für uns alle schwer. Dann sind wir alle im gleichen Boot." Seine Meinung zum Fahrgefühl der neuen Autogeneration gibt es hier zu lesen:



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