Einen besseren Einstand für Isack Hadjar bei seinem ersten Einsatz als offizieller Stammfahrer von Red Bull Racing hätte es wohl kaum geben können. Keine technischen Probleme, keine großen Fehler und dazu die Bestzeit des Tages. Der Start in die neue Ära der Formel 1 ist dem Franzosen geglückt. Noch wichtiger: Die erste Power Unit aus dem Hause Red Bull Powertrains überraschte mit einer starken Laufleistung. Wie fühlten sich der neue Red Bull RB22 und der neue Ford-Motor an? Hadjar berichtet.

Isack Hadjar nach Testtag 1: Sind viel mehr Runden gefahren als erwartet

Die Zeitentabelle ist bei den ersten Testfahrten traditionell wenig aussagekräftig. Dennoch setzte Hadjar ein Zeichen: Mit einer Zeit von 1:18.159 Minuten setzte er sich mit einer halben Sekunde Vorsprung auf George Russell im Mercedes auf Platz eins der Zeitenliste. Damit lag er allerdings immer noch 6,5 Sekunden hinter der Pole-Zeit des Jahres 2025.

Doch zugegeben: In diesen ersten Testtagen sind die Zeiten der Piloten weniger relevant. Die Zuverlässigkeit dafür umso mehr. Doch auch da konnte Hadjar von Red-Bull-Seite positives berichten.

"Es war sehr produktiv. Wir sind viel mehr Runden gedreht als erwartet", sagt Hadjar. "Wir hatten nur kleine Probleme. Das ist sehr beeindruckend, wenn man bedenkt, dass das unser erster Tag mit unserem eigenen Motor ist."

Zustimmung erhielt der Franzose sogar von der Konkurrenz: "Die Red-Bull-Power-Unit hat viele Runden absolviert", fasste George Russell zusammen. "Angesichts der Tatsache, dass es sich um den ersten von ihnen gebauten Motor handelt, bedeutet das, dass sie eindeutig gute Arbeit geleistet haben."

Der neue Red-Bull-Ford-Motor spulte am Montag ohne große Probleme 107 Runden im RB22 und weitere 88 Umläufe im VCARB 03 ab. Zum Vergleich: Mercedes legte gemeinsam mit Alpine und dem Werksteam 211 Runden zurück, Ferrari mit seinen beiden Kundenteams Haas und Cadillac 198 Runden.

Die neuen Power Units besitzen fast 50 Prozent Elektroanteil und bringen somit eine andere Fahrweise mit sich. "Damit habe ich mich schon etwas beschäftigt. Das war sehr interessant", so Hadjar. "Es fühlt sich nicht weit weg von dem an, was ich in der vergangenen Saison hatte. Aber es gibt natürlich immer noch ein paar Dinge, an denen wir arbeiten müssen."

Audi dagegen hatte schon am ersten Tag mit Problemen zu kämpfen. Gabriel Bortoleto musste sein Auto bereits nach dem Vormittag abstellen. Laut Teamchef Jonathan Wheatley soll das Problem aber schnell zu beheben sein.

Hadjar zufrieden: 2026er Formel-1-Autos simpler als noch 2025

Doch wie fuhr sich der neue Red Bull im Vergleich zu den 2025er-Boliden der Königsklasse? In dieser Hinsicht hat Hadjar ein durchaus positives Fazit zu vermelden, wie auch Mercedes-Pilot George Russell.

"Die Autos sind vorhersehbarer im Vergleich zur vorherigen Generation. Sie sind simpler. Es ist einfacher, ein bisschen mit ihnen zu spielen", sagt Hadjar. Der Franzose wurde durch viele Simulator-Stunden auf die neuen Autos vorbereitet. "Ich bin glücklich damit, zumindest einmal einen guten ersten Tag als Belohnung dafür zu haben."

Am Dienstag sitzt Max Verstappen im Red Bull. Journalisten dürfen in Barcelona aber leider nicht dabei sein. Die wichtigsten Infos von Testtag 1 hat Christian trotzdem für euch in diesem Video zusammengefasst:

F1-Test: Audi mit Problemen, McLaren & Red Bull enthüllen Autos (16:02 Min.)