Die Formel 1 startete am Montag beim Shakedown in Barcelona in eine neue Ära. Eine Ära, die von vielen Fans nicht unbedingt freudig erwartet wurde. Der hohe Elektrifizierungsanteil der Power Units kommt bei Petrolheads nicht gut an, dazu zweifeln auch viele Fachleute, ob der Energiehaushalt für die Formel 1 ausreichend ist.

Ängste, die George Russell nach Testtag eins nicht mehr teilt. "Die Spannung auf diese neuen Antriebe war groß. Mein Eindruck ist bislang, dass die Leistung, die sie haben, eindrucksvoll ist", zeigt sich der Mercedes-Pilot begeistert.

Russell kommt aus dem Schwärmen gar nicht heraus: "Von all den Autos, mit all den unterschiedlichen Motoren, war das bisher wahrscheinlich das schnellste Formel-1-Auto, das ich je hier in Barcelona gesehen habe."

Wir haben in Barcelona leider nichts gesehen - Journalisten dürfen nicht an die Strecke. Trotzdem hat Christian im Video einige Informationen von Testtag 1 für euch zusammengetragen:

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Das bezieht sich jedoch nur auf die Geschwindigkeit auf den Geraden. Die Beschleunigung der 2026er Autos ist besser, weil die nun knapp 500 PS starke (zuvor 163 PS) MGU-K ordentlich Drehmoment auf die Kurbelwelle stemmt. Bei in etwa ähnlicher Systemleistung der Power Unit sorgt der größere Elektro-Anteil für reichlich Drehmoment in allen Lebenslagen.

Dazu kommt die aktive Aerodynamik und erheblich weniger Luftwiderstand auf den Geraden. Dadurch steigen die Spitzengeschwindigkeiten an vielen Stellen erheblich - zumindest bis sich der Elektromotor wegen Energiemangel abschaltet.

Ein Problem sieht Russell beim Energiemanagement mit dem neuen F1-Reglement nicht: "Es ist ganz anders, aber wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, fühlt es sich recht intuitiv an. Ich glaube, dass die Fans einige der negativen Dinge, die wir im Auto spüren, gar nicht mitbekommen werden. Ich glaube sogar, dass die Möglichkeit besteht, dass wir aufregenderes Racing sehen werden."

Formel-1-Autos 2026 viel langsamer - aber leichter

Bei aller Begeisterung sind die Rundenzeiten aber deutlich langsamer als zuvor. Die Tagesbestzeit am Montag war noch rund 6,5 Sekunden langsamer als die Pole-Zeit des Vorjahres. Dabei wird der Energiehaushalt erst im Renntrimm zum großen Faktor. Mit vollgeladener Batterie zu Beginn der Runde und vollständiger Entladung am Ende lässt sich gut auskommen.

Trotzdem sorgt die neue Aerodynamik dafür, dass die Rundenzeiten langsamer werden, weil vor allem in schnellen Kurven Abtrieb fehlt. Für Russell ist auch das kein Problem: "Die Autos fühlen sich im Allgemeinen kleiner an. Man spürt die Gewichtsreduzierung im Vergleich zu den Vorjahren. Auch unter diesem Aspekt hat sich die Entwicklung also in eine gute Richtung bewegt."

"Ich bin wirklich froh und glücklich, dass die Autos jetzt kleiner sind, denn obwohl ich ein großer Fan war, als wir 2017 auf die breiten Autos gewechselt sind, finde ich nach einigen Jahren, in denen ich sie nun gefahren bin, dass sie zu groß waren und jetzt einfach cool aussehen", lobt Russell. Das Mindestgewicht wurde 2026 um 30 auf nun 770 Kilogramm, die Breite um 10 Zentimeter auf 1,90 Meter und auch der Radstand reduziert.

Sind die anderen Piloten nach Tag 1 eigentlich genauso begeistert wie Russell? Die Antwort findet ihr hier.

Wie sieht das neue Reglement eigentlich im Detail aus? Christian erklärt es euch im Video - in gewohnter Ausführlichkeit:

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