Niemand bei Formel-1-Neueinsteiger Cadillac hatte sich Illusionen gemacht. Und niemand ist daher am Montag nach dem ersten vollen Test-Tag mit dem ersten eigenen F1-Auto überrascht, dass es eine zähe Angelegenheit war. So mag der Auftakt in Barcelona von Problemen durchzogen sein, aber trotzdem gewissermaßen nach Plan laufen, wenn man dem Team zuhört.
Insgesamt schaffte der erste F1-Cadillac am Montag nur 44 Runden. 33 davon fuhr Valtteri Bottas am Vormittag. Birthday-Boy Sergio Perez durfte sich am Nachmittag über ein tolles Geburtstaggeschenk freuen - er bekam die erste F1-Bremsscheibe des Teams -, aber das Auto war ihm weniger gewogen. Nur 11 Runden bekam er über mehrere Stunden verteilt zusammen.
"Wir hatten heute viele Probleme würde ich sagen", meint Perez am Abend, schränkt aber sofort ein: "Das ist gut. Es ist unser erster Tag. Diesbezüglich ist es positiv. Du willst alle Probleme jetzt haben. Dann laufen die nächsten paar Tage hoffentlich viel glatter ab."
Viele Probleme beim F1-Neueinsteiger in Barcelona? Alles im Plan
Das von Grund auf neu aufgebaute Formel-1-Team hat erst einen kurzen Filmtag mit Perez im Auto in Silverstone absolviert. Der erste selbst gebaute Cadillac kam also mit weniger als 300 Kilometern in Barcelona an. Für Bottas, der beim Silverstone-Shakedown gar nicht fuhr, waren es überhaupt die ersten Runden im Auto.
"Für uns ist das absolut ein Shakedown", unterstreicht Teamchef Graeme Lowdon. Dass sein Team haufenweise Leute von anderen Teams abgeworben hat und aktuell noch mit einem Ferrari-Kundenmotor antritt, macht die Aufgabe kaum einfacher. Alle müssen von Grund auf die Zusammenarbeit lernen, müssen ihre Werkzeuge in der Fabrik lernen, die gemeinsamen Abläufe, und so weiter.
"Wir arbeiten uns jetzt einfach Schritt für Schritt durch die einzelnen Systeme des Autos", erklärt Lowdon. Die Anzahl der gefahrenen Runden ist dabei nicht unbedingt alles: "Wir standen am Nachmittag vor der Wahl, mehr Runden zu fahren oder an der Lösung gewisser Probleme zu arbeiten. Und wir versuchten dann sicherzustellen, dass wir die Probleme abhaken können. Das ist das Wichtigste."
"Ich bin sehr, sehr zufrieden mit dem Fortschritt, den wir gemacht haben", urteilt Lowdon. Seine Fahrer machen sich zugleich keine Illusionen, dass es an den nächsten Tagen so weitergehen wird. "Es gibt noch viel zu lernen und zu verbessern", meint Bottas. "Das Ziel ist jetzt, jeden Tag mehr Runden zu fahren. Heute waren es für mich etwas mehr als 30 Runden, viele nur Installationsrunden. Wir brauchen ein paar ordentliche Runden, um ein zuverlässiges Paket für das erste Rennen zu bekommen."
Weiters brandneu beim Shakedown/Test in Barcelona: Der in Zusammenarbeit mit Ford gebaute Red-Bull-Motor. Dass der am ersten Tag so sauber lief, überraschte das Team und Fahrer Isack Hadjar sogar eigentlich. Mehr dazu hier:



diese Formel 1 Nachricht