Der zweite Red Bull ist nicht gerade das Traum-Cockpit in der Formel 1. Neben Max Verstappen sind seit 2019 nun schon fünf Fahrer zerbrochen. Letztes Opfer ist Yuki Tsunoda - und nächstes Opfer Isack Hadjar? Auch Beobachter wie Lewis Hamilton machen sich Sorgen darüber, ob Hadjar die inzwischen für 2026 finalisierte Beförderung übersteht.

Nach Hadjars beeindruckender Rookie-Saison hatte Red Bull in den letzten Tagen die Fahrer-Entscheidung finalisiert. Hadjar wird sich ab 2026 neben Verstappen versuchen, und dank des anstehenden Reglements-Wechsels ist er recht optimistisch, dem Schicksal seiner Vorgänger zu entgehen. Mehr von Hadjar selbst gibt es hier:

Hadjar ist nebenbei übrigens bekennender Hamilton-Fan. Und als er bei seinem F1-Debüt in Australien auf der Einführungsrunde crashte, war Hamiltons Vater Anthony auch zur Stelle, um den 21-jährigen Franzosen zu trösten. So zeigt sich Hamilton selbst in diesem Jahr durchaus interessiert an Hadjars Zukunft: "Er hat einen Wahnsinns-Job gemacht dieses Jahr, und er ist noch sehr, sehr jung, und lernt noch immer viel über sich und sein Umfeld."

Lewis Hamilton: Gründe für Red-Bull-Versagen eindeutig "etwas anderes"

"Aber er hat einen phänomenalen Job abgeliefert und hat einen tollen Ansatz", bilanziert Hamilton. Das würde er jetzt nur ungern bei Red Bull zerbrechen sehen. Nur kann er es sich leider absolut vorstellen: "Ich werde nicht lügen und sagen, dass es mir keine Sorgen bereitet."

"Wir wissen alle, was passiert, wenn Leute zu Red Bull gehen, und wir kennen alle das Umfeld, in das man dort hineingeworfen wird", meint Hamilton am Donnerstag in Abu Dhabi vielsagend. "Ich war natürlich nie dort, also kann ich nicht aus eigener Erfahrung sprechen, aber von außen betrachtet ist es offensichtlich ziemlich schwierig."

"Ich hoffe nur, dass sie Änderungen vornehmen, um ihm die richtige Unterstützung zukommen zu lassen", meint Hamilton. Der Fall Yuki Tsunoda ist für ihn der Beweis, dass Red Bull das nämlich immer noch nicht auf die Reihe bekommen hat: "Yuki ist ein toller Fahrer. Aber jeder Fahrer, der dort hingeht, hat diese allgemeine Erfahrung. Das heißt nicht, dass diese Fahrer nicht gut sind. Es ist eindeutig etwas anderes."

Zuspruch von Red-Bull-Opfer Alex Albon für Yuki Tsunoda

Tatsächlich hielten es seit dem Abgang von Daniel Ricciardo Ende 2018 nur zwei Fahrer länger als eine Saison an der Seite von Max Verstappen aus. Sergio Perez schaffte vier Jahre, zwei davon gut, die letzten zwei wurden jedoch immer schlechter. Perez, der 2026 mit Cadillac zurück in die Formel 1 kehrt, suggerierte in Interviews in den letzten Wochen ebenfalls, dass neben Verstappen niemand auf Dauer bestehen könne.

Alex Albon schaffte es eineinhalb Jahre, ehe er - wie Tsunoda jetzt - auf die Ersatzbank degradiert musste. "Tut mir ehrlich leid für Yuki, er ist ein extrem talentierter Fahrer", urteilt auch Albon über die Entlassung. "Für mich persönlich verdient er einen Platz in der Formel 1. Hoffentlich kann er einen Weg finden, beim Team Eindruck zu hinterlassen, ähnlich wie ich 2021." Albon nutzte das Ersatzfahrer-Jahr, um sich für das Vollzeit-Cockpit bei Williams in Stellung zu bringen, welches er seit 2022 hält.