Von Startplatz 19 sprach alles für einen schwierigen Formel 1-Sonntag in Abu Dhabi. Doch gleich in der ersten Runde machte er elf Positionen gut und stand nach 58 Rennrunden auf dem Podium. Ein Jahr später ist Charles Leclerc von einem ähnlich starken Ergebnis in Abu Dhabi weit entfernt. "Ich erwarte, dass wir dieses Wochenende wieder dort zu finden sind, wo wir hingehören", erklärte Leclerc und meinte damit hinter McLaren und Red Bull und auf einem Level mit Mercedes.

Seine Prognosen für das Saisonfinale auf dem Yas Marina Circuit klingen nicht gerade euphorisch - doch hinter Ferrari liegt ein desaströses Wochenende in Katar. Im Grand Prix konnten Leclerc und Lewis Hamilton nicht einmal mit den Autos aus dem Mittelfeld konkurrieren. "Katar war nie eine Strecke, auf der wir stark gewesen sind. Trotzdem hätten wir besser abschneiden müssen, auch wenn die Eigenschaften der Strecke unserem Auto nicht liegen. Offensichtlich haben wir an diesem Wochenende etwas falsch gemacht", sagte der Monegasse.

Danner: Hamilton fährt um die goldene Ananas, Sainz aufs Podium (06:18 Min.)

Leclerc zu Katar: Ideen, aber keine Lösung

Trotz intensiver Suche hat man in Maranello keine wirkliche Erklärung für die enttäuschende Performance gefunden. "Wir haben Ideen, die wir als halb getestet bezeichnen würden. Ob das die Lösungen sind, ist eine andere Frage", gab Charles Leclerc offen zu. Trotzdem will er in Abu Dhabi alles geben, um die Saison 2025 positiv abzuschließen - auch wenn er dabei eventuell in den Ausgang der WM eingreift. "Ich bin nicht hier, um über die Weltmeisterschaft nachzudenken. Es liegt an ihnen, ihr Bestes zu geben und zu versuchen, die Meisterschaft zu gewinnen. Ich werde alles tun, um mein Rennen zu maximieren", stellte der Ferrari-Pilot klar.

    Ferrari-Statistik Abu Dhabi GP:
  • Erster GP: 2009 (Räikkönen, Fisichella)
  • Siege: 0
  • Pole Positions: 0
  • Schnellste Rennrunde: 3
  • Podestplätze: 12

Selbst mit einem sehr unwahrscheinlichen Doppelsieg von Leclerc und Hamilton in Abu Dhabi würde Ferrari dennoch die Saison als Vierter in der Konstrukteurswertung abschließen. "Nachdem wir die vergangene Saison so stark beendet hatten, waren die Erwartungen natürlich andere. Wir haben uns ins Zeug gelegt und versucht, die Situation zu ändern. Letztendlich fehlte uns die Pace im Auto", meinte Leclerc. Für seine eigene Leistung hat er mehr Lob übrig. "Ich persönlich bin ziemlich zufrieden. Ich denke, es war eine starke Saison. Mit den Ergebnissen und Leistungen, die wir gezeigt haben, bin ich jedoch nicht so zufrieden."

Hamilton stellt sich hinter Ferrari-Teamchef

Angesichts der Tatsache, dass Ferrari die Entwicklung des SF-25 frühzeitig einstellte und sich voll und ganz auf das Jahr 2026 konzentrierte, sei nicht mehr drin gewesen. "Wir haben Ende April entschieden, auf 2026 umzuschwenken", bestätigte Teamchef Fred Vasseur. Ferraris verbleibende Aero-Entwicklung lief mit einem zweiten Unterboden-Update in Österreich damit faktisch aus. Zum Vergleich: Red Bull brachte noch in Mexiko neue Teile an die Strecke. Vasseur räumte zuletzt ein: "Es war eine schwierige Entscheidung, und vielleicht habe ich die psychologischen Folgen ein bisschen unterschätzt."

Doch Lewis Hamilton stellt sich hinter die Entscheidung des Teams. "Ich war einer von denen, die Fred dazu gedrängt haben. Ich habe die Entscheidung zu 100 Prozent unterstützt und tue es immer noch. Vor allem, da wir mit unserem Auto nicht wirklich dabei waren und nicht um die WM kämpften", sagte Hamilton und fügte hinzu: "Auch wenn wir damit gerechnet haben, fühlt es sich natürlich viel schlimmer an."