Für Liam Lawson war die Absage von Red Bull für die Formel-1-Saison 2026 eine Erlösung. Der Neuseeländer ist froh, dass die Zukunft endlich geklärt ist. An die ewige Vertrags-Achterbahn hat er sich mittlerweile gewöhnt und mit einer klaren Perspektive kann er seinen Fokus endlich voll auf das kommende Jahr legen. An eine Rückkehr zu Red Bull hatte er seit seiner Degradierung zu den Racing Bulls im Frühjahr ohnehin keine Gedanken mehr verschwendet.

"Das ist schon mit etwas Druck verbunden. Ich war auch vergangenes Jahr zum Ende der Saison in dieser Position, sogar noch in Abu Dhabi. Ich habe das schon ein paar Mal mitgemacht, aber das macht es nicht einfacher. Es ist aber etwas, an das du in diesem Team und in diesem Umfeld definitiv gewöhnt bist", sagt Lawson über das Leben bei Red Bull. Dieses Jahr bestritt er seine erste volle Saison in der Formel 1.

Red Bull übt besonderen Druck auf seine Formel-1-Fahrer aus

Sein Debüt hatte er 2023 bei den Racing Bulls als Ersatzfahrer für den bei einem Unfall in Zandvoort verletzten Daniel Ricciardo gegeben. Danach ging es zurück auf die Ersatzbank, bevor er erst Mitte 2024 final das Cockpit des Australiers übernahm. Doch auch dort durfte er nur sechs Rennen verweilen, denn für 2025 folgt schon die Beförderung zu Red Bull. An der Seite von Max Verstappen bestand er nicht und machte schon nach zwei Rennen wieder die Rolle rückwärts zu den Racing Bulls.

"Du weißt, dass in diesem Team sehr viel Druck herrscht. Es ist bekannt dafür, seine Fahrer unter diesen extra Druck zu setzen, um zu sehen, wie sie abliefern", so der 23-Jährige, der 2019 als Junior in den Kader von Red Bull aufgenommen wurde. "In meinem ersten Jahr war ich 17, und natürlich war es nicht dasselbe [wie in der F1]. Aber diese Art Druck fühlte sich damals schon so an, wenn man diese Gespräche geführt hat. Du wusstest, du musst performen, sonst hast du keine Zukunft", erklärt er weiter.

In der Formel 1 konnte er bei seiner bisherigen Achterbahnfahrt nie mit Gewissheit in die Zukunft blicken. "Es ist für mich nichts Neues. Letztes Jahr versuchte ich als Reservefahrer meine erste Chance in der F1 zu bekommen. Du fühlst dich in der F1 immer so, bis du dich wirklich in diesem Sport etabliert hast", sagt er. "Aber ich bin dankbar, all das durchgemacht zu haben. Wenn du im Jahr diese Momente hast, wo darüber gesprochen wird, ob du für nächstes Jahr einen Vertrag bekommst, fühlt es sich wie der Druck an, mit dem ich es früher schon zu tun hatte."

Liam Lawson bei den Racing Bulls für die Formel 1 2026 endlich mit Perspektive

Nach dem Aus bei Red Bull brauchte er eine Zeit, um sich in der Formel 1 wieder zurechtzufinden. Erst im siebten Rennen mit den Racing Bulls schaffte er es erstmals in die Punkte. Eine Rückkehr zu Red Bull stand für ihn nicht auf dem Plan: "Ich habe da dieses Jahr gar nicht dran gedacht. Als ich zurückkam [zu RB], hatte ich ein paar schwierige Rennen im ersten Teil des Jahres und war damit beschäftigt, wieder Fuß zu fassen, mich an dieses Auto zu gewöhnen. Ich hatte die Saisonvorbereitung und die Entwicklung mit diesem Auto verpasst."

Dass für 2026 bereits jetzt alles geklärt wurde, ist für ihn am wichtigsten. "Ich freue mich, zu wissen, dass ich nächstes Jahr eine Pre-Season haben werde, richtig mit dem Team arbeiten und mich auf die neuen Herausforderungen mit dem neuen Reglement vorbereiten kann", sagt er. Dass für ihn neben dem Neueinsteiger Arvid Lindblad eine neue Drucksituation entstehen könnte, sieht er nicht.

"Natürlich erwartete ich, dass sich das Team etwas auf meine Erfahrung verlassen wird, aber ich war auch erst eine Saison hier", so Lawson, der mit Blick auf das neue Formel-1-Reglement 2026 ebenfalls einem Neuanfang entgegenblickt. "Es wird für mich auch ein neues Auto sein und es ist toll, so ein Jahr zu haben. Ich denke, ich habe dieses Jahr viel gelernt und das wichtigste ist, mit diesen Erfahrungen so bereit wie möglich zu sein. Das nächste Jahr wird für mich ein sehr wichtiges."