Beim Formel-1-GP in Brasilien krachte es in der Anfangsphase mehrmals. Der größte Zwischenfall in Runde 1 hatte sogar eine Safety-Car-Phase zur Folge. Lokalmatador Gabriel Bortoleto war nach einem Zweikampf mit Lance Stroll in Kurve 10 in die Wand eingeschlagen. Der nach einem Horrorunfall am Samstag ohnehin schwer gebeutelte Sauber-Pilot verzichtete auf Kritik an seinem Unfallgegner und stempelte den Vorfall als Rennunfall ab. Auch die Rennleitung griff nicht ein.
Doch ein anderer Formel-1-Rookie hatte die Aktion ganz genau beobachten können und sieht das anders. Franco Colapinto war direkt hinter dem Duo gefahren und machte sich damit aus der perfekten Beobachterposition ein Bild davon, wie Bortoleto neben Stroll der Platz ausging und der Brasilianer anschließend verunfallte.
Seiner Ansicht nach geht der Zwischenfall eindeutig auf die Kappe des Aston-Martin-Fahrers. "Er hat Gabi in die Wand gedrückt", positionierte er sich nach dem F1-Rennen deutlich. Doch dabei beließ es der Alpine-Pilot nicht, sondern er holte zu einem Rundumschlag gegen Stroll aus: "Stroll nimmt die ganze Zeit andere Fahrer raus. Er wirft einfach keinen Blick in den Spiegel, während er auf der Strecke fährt."
Vorwürfe, die nicht ganz neu sind. Stroll geriet im Laufe seiner mittlerweile 186 Rennstarts andauernden Formel-1-Karriere mehrmals nach Unfällen ins Visier von scharfer Kritik seiner Berufskollegen. Der wohl reichweitenstärkste Vorfall dieser Natur ereignete sich mit Sebastian Vettel beim Malaysia-GP 2017, als er auf dem damaligen Ferrari-Piloten ins Auto fuhr. Beim Portugal-GP 2020 musste er wüste Beschimpfungen durch Max Verstappen einstecken, nachdem er im Training mit dem Red-Bull-Fahrer kollidiert war.
Der Vorfall in Brasilien wird sich wohl kaum in diese Reihe einreihen, nicht nur weil Unfallgegner Bortoleto keinen Anlass dazu sah, Stroll für die Aktion verantwortlich zu machen, sondern auch weil es allgemein diskutabel erscheint, inwiefern der Sohn von Aston-Besitzer Lawrence Stroll schuld ist. Bortoleto befand sich bei dem Zwischenfall mitnichten neben ihm, sondern mit der Front nur etwa auf Höhe von Strolls Hinterrad.
Keine Punkte für Franco Colapinto und Lance Stroll
Franco Colapinto wurde wenig später auf derselben Runde Opfer einer weiteren Kollision. Lewis Hamilton fuhr dem Argentinier in der letzten Kurve ins Heck, was neben einem kaputten Frontflügel für den Formel-1-Rekordweltmeister auch noch eine Strafe zur Folge hatte. Für Colapinto blieb der Vorfall folgenlos. Er spürte keinen Schaden, wie er nach dem Rennen betonte.
Im Kampf um Punkte spielte der 2025 bislang noch zählerlose Colapinto trotzdem keine Rolle. Genauso wenig wie Stroll übrigens, der in Runde 6 von Yuki Tsunoda gedreht wurde - in diesem Fall zweifelsohne schuldlos. "Es hat praktisch mein Rennen beendet", sagte Stroll dazu. Was Tsunoda nach dem Grand Prix zu sagen hatte, könnt ihr hier nachlesen:



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