Auch im Qualifying der Formel 1 in Brasilien schafft es nur Charles Leclerc, seinen Ferrari unter die Top-10 zu pilotieren. Während Leclerc sein Team daraufhin für die Umsetzung eines starken Samstages lobt, hängt Lewis Hamilton nach einem erneuten Aus in Q2 das Wochenende langsam zum Hals raus.
"Ich will unsere Wende nicht übertreiben, wir sprechen wohl nur von eineinhalb Zehnteln, aber dieses Wochenende sind eineinhalb Zehntel der Unterschied zwischen Q1 und Q3", meint Leclerc, der sich jedenfalls am Ende des Qualifyings überraschend stark präsentierte. Nach dem ersten Versuch war er kurz sogar Zweiter und weniger als eine Zehntel vom ersten Platz weg. Was aber eher einem Fehler von Lando Norris geschuldet war.
Norris rückte im zweiten Versuch das Bild zurecht und enteilte Leclerc um fast drei Zehntel. Auch Kimi Antonelli im Mercedes schlüpfte noch durch und verwies Leclerc letztendlich auf den dritten Startplatz. Aber verglichen mit dem Sprint-Qualifying, in dem Leclerc einen Dreher, ein Beinahe-Aus in SQ2 und dann einen achten Startplatz verbuchte, war das ein deutlicher Fortschritt.
Charles Leclerc lobt Ferrari-Umsetzung, Lewis Hamilton dafür sauer
"Ich denke, wo wir heute gut waren, ist bei der perfekten Umsetzung von Q1 bis Q3", sieht Leclerc da den Grund. Der ganze Samstag war in Brasilien souverän, beginnend mit einem soliden Comeback zu P5 im Sprint, und dann den richtigen Setup-Änderungen in der Mittagspause. "Das hat uns auch mit dem Schritt nach vorn geholfen. Alles in allem können wir mit dem dritten Startplatz sehr zufrieden sein, das hat denke ich niemand nach dem schwierigen Start ins Wochenende erwartet."
Diese perfekte Umsetzung vermisste auf der anderen Garagenseite Lewis Hamilton. "Das Setup war in Ordnung, ich bekam bloß die Reifen nicht ins richtige Temperaturfenster", klagt er nach dem Qualifying. Und schiebt den schwarzen Peter mehr in Richtung Team, in Richtung Vorbereitung bei Heizdecken und dergleichen: "Das hängt davon ab, was in der Garage gemacht wird."
"Ich denke, unser Timing beim Rausfahren war in Ordnung, nur waren die Hinterreifen in einem Zustand, bei denen ich sie nicht ins Fenster kriege", meint Hamilton. Auf seinen zweiten Q2-Versuch konnte er sich dann praktisch nicht mehr verbessern. Mit drei Zehnteln war der Rückstand auf Leclerc noch im Rahmen, doch beim engen Feld trotzdem zu viel. Das Ergebnis war sogar ein Rückschritt relativ zum Vortag. Startplatz 13, zwei Plätze schlechter als noch am Freitag.
Hatte Hamilton das am Vortag noch eher mit Humor genommen, so reicht es ihm nun mit diesem Wochenende. Die abschließende Frage nach seinen Chancen im Rennen beendet er kurz und knapp mit: "Ich kann von hier aus gar nichts tun." Deutlich mehr Hoffnungen macht sich Leclerc.
Charles Leclerc glaubt an Rennen: Eine Sprint-Runde war gut!
Der hatte zwar auch im Qualifying immer noch mit dem besonders im Mittelsektor äußerst schlecht liegendem Ferrari zu kämpfen. Tatsächlich war er im ersten Sektor auf seiner letzten Runde schneller als Norris und Antonelli, doch in den langgezogenen Kurven im Mittelsektor wuchs der Rückstand auf über dreieinhalb Zehntel an, von denen Leclerc auf den letzten Metern immerhin noch etwas zurückgewinnen konnte.
Doch das sollte, so hofft Leclerc, ein Problem am Limit mit leeren Tanks sein. Im Renn-Trimm hat er deutlich mehr Vertrauen in die Ferrari-Balance, auch nach dem Sprint, obwohl er den fast durchgehend im Heck von Fernando Alonso verbracht hatte und den Aston Martin erst kurz vor Schluss hatte überholen können.
"Ich denke, die Pace war recht gut auf der einen Runde, auf der ich dann freie Fahrt hatte", klammert sich Leclerc da an die letzte Hoffnung für das Rennen und an einen Kampf mit McLaren und Mercedes in der Spitzengruppe. Die ganze Startaufstellung gibt es hier:



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