Ende von Q2 in Brasilien. Lando Norris thronte wie üblich an diesem Formel-1-Samstag an der Spitze, Oscar Piastri - wie inzwischen auch regelmäßig - zwei Zehntel dahinter. Dazwischen Kimi Antonelli und Charles Leclerc. Doch noch vor ihnen stand Oliver Bearman im Klassement.
Der Haas-Pilot raste im Qualifying von Sao Paulo auf eine faustdicke Sensation zu, nachdem er schon vor zwei Wochen in Mexiko mit P4 nicht nur sein bestes Formel-1-Ergebnis eingefahren hatte, sondern auch die Bestmarke seines Teams egalisieren konnte. In Brasilien hatte er am Ende des Tages die drittschnellste Zeit zu Buche stehen. Das Problem: Es war immer noch seine Q2-Zeit, denn im entscheidenden Segment gelang keine Verbesserung.
Oliver Bearman auf P8 statt im Pole-Kampf: Was war in Q3 los?
Nur P8 bleibt ihm so in der Startaufstellung. Für den Großteil der Saison wäre das für Haas ein Erfolg gewesen, doch bei Bearman klang vorwiegend Enttäuschung durch. "Die größte Sache war, dass ich ein großartiges Gefühl in Q1 und Q2 hatte und in Q3 war das nicht so ganz da", bilanzierte der Brite.
Im Vergleich zu seiner Q2-Zeit von 1:09,755 fehlten ihm in Q3 über zwei Zehntelsekunden. Bearman hat auch schon eine Theorie, die seinen Pace-Rückschritt erklären könnte: "Vielleicht waren in Q3 die Reifen zu heiß." In Q3 hatte er seine Outlaps eine Spur schneller angelegt, da er zuvor mehrmals in Kurve 1 das Gefühl gehabt hatte, dass die Reifen noch nicht auf den Punkt bereit waren. Ansonsten sei er mit seiner Q3-Runde zufrieden gewesen. "Als ich auf meinem Delta sah, dass ich zwei Zehntel langsamer als im Q2 war, dann war das sehr komisch", ergänzte er.
Im Vorfeld des Qualifyings hatte bei Haas niemand mit einem so starken Auftritt gerechnet. Die Erwartungshaltung lag deutlich darunter, wie Bearman betonte: "Unsere Vorhersage war, dass wir es nur knapp in Q2 schaffen würden."
Es ist aber ein weiteres Indiz dafür, dass die Upgrades, welche Haas im Herbst der Saison nochmal ans Auto brachte, tatsächlich gezündet haben. Auf eine Runde nochmal deutlich stärker als in Mexiko sogar. "Sogar im Qualifying am letzten Rennwochenende waren wir eine Sekunde zurück", gab Bearman zu Bedenken und staunte über die Performance auf dem Autodromo Jose Carlos Pace.
Haas-Trend geht weiter: Esteban Ocon chancenlos gegen Oliver Bearman
Dabei spricht Bearman zwar vom 'wir', allerdings ist das wohl eher im Rennfahrer-Plural zu verstehen, auf den die Fahrer gerne zurückgreifen, und der nicht unbedingt den Teamkollegen miteinbezieht. Denn auf der Garagenseite von Esteban Ocon lässt sich nicht viel von dem Haas-Aufschwung bemerken. Das tat es schon nicht in Mexiko, als der Franzose eigener Aussage zufolge gesundheitlich nicht auf der Höhe war.
In Brasilien fand er sich nur auf dem 17. Rang wieder und hatte nicht viel Positives über sein Formel-1-Auto zu berichten. "Es war schwierig. Wir hatten Probleme mit der Balance, dem Grip und mit Bouncing. Mit allen möglichen Dingen, die bei uns nicht ganz funktionieren", führte Ocon im Anschluss an das Qualifying aus.
"Wir suchen weiter, das ist das Wichtigste. Aber schon seit einiger Zeit haben wir Probleme", rätselte er. Im teaminternen Duell sieht er schon seit Monaten gegen seinen Rookie-Teamkollegen kein Land mehr. Der letzte Sieg im Head-to-Head-Duell gegen Bearman gelang Ocon beim Niederlande-GP im August. Seit dem Monaco-GP blieb der Formel-1-Routinier insgesamt nur dreimal (Niederlande, Belgien & Belgien-Sprint) im Qualifying vor dem Neueinsteiger.
Haas befindet sich 2025 in der Formel 1 noch mitten im Kampf um den sechsten Platz in der Konstrukteurs-WM. Wie ist dort die Ausgangslage und wer sind die direkten Gegner?



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