Ferrari musste im Formel-1-Rennen in Brasilien einen Totalausfall hinnehmen. Für Charles Leclerc war der Grand Prix nach fünf Runden zu Ende, Lewis Hamilton stellte 32 Runden später den SF-25 in der Box ab. Nach dem dritten Doppel-Nuller in dieser Saison spricht Hamilton von einem Albtraum, den er bei Ferrari erlebt. Formel-1-Experte Christian Danner empfindet in der neuesten Folge des AvD-Motorsport-Magazins jedoch wenig Mitleid für den siebenfachen Weltmeister.
F1-Experte: Ferrari-Albtraum selbstverschuldet
Danner ist der Meinung, dass der Albtraum zu großen Teilen von Hamilton selbst gemacht ist. Immerhin war sein Ausfall in São Paulo eine Folge seines Kontakts mit Alpine-Pilot Franco Colapinto. "Also mal ganz ehrlich, die Fehlerquote, die Hamilton im Moment an den Tag legt, ist schon sehr hoch", findet Danner. "Der Albtraum ist im Ergebnis nachvollziehbar, aber der Weg dorthin mit viel Eigenbeteiligung."
Nach der Pleite in Brasilien wurden Leclerc und Hamilton von Ferrari-Boss John Elkann scharf kritisiert. Was Christian Danner dem Oberhaupt rät, erfährst du hier:
Den Zusammenstoß mit Franco Colapinto, der Hamilton den Frontflügel kostete, sieht Danner als klare Fehleinschätzung seitens des Ferrari-Stars an. Hamilton habe links neben Colapinto noch genügend Platz gehabt, um eine Kollision zu verhindern, weshalb die Entscheidung der Stewards angemessen sei.
"Es gibt für die Stewards keinen Grund, jemanden nicht zu bestrafen, wenn er dem vor ihm liegenden einfach ins Auto fährt", äußerte er sich zu Hamiltons Fünf-Sekunden-Strafe, die er jedoch wegen seines Ausfalls nicht absitzen musste. Neben der Zeitstrafe bekam Hamilton zusätzlich einen Strafpunkt aufgebrummt. Aktuell steht er bei drei Strafpunkten.
Danner zieht Parallele zu Michael Schumacher
Während Hamilton mit Mercedes jahrelang die Formel 1 dominierte – die Hamilton-Mercedes-Kombo gewann sieben Fahrer- und acht Konstrukteurstitel – hinkt er mit Ferrari diese Saison hinterher. Laut Danner wird sich das auch nicht so schnell ändern. Dabei zieht er den Vergleich zu Michael Schumacher. "Er hat ja bei Ferrari bekommen, was er gerne haben wollte, in jeder Beziehung. Reifen, Abstimmung, Aero, alles war Schumacher und als er einige Jahre später sein Comeback bei Mercedes gab, sah die Welt auf einmal ganz anders aus", analysierte Danner.
Die abrupte Umstellung auf ein neues Team und Material, mit dem derzeit weder Weltmeisterschaften noch Grand Prix gewonnen werden können, trägt laut Danner zu Hamiltons negativer Stimmung bei. "Wenn man daran gewöhnt ist, immer vorne zu sein und alles im Griff zu haben, dann ist es sehr schwierig, drauf zu schauen und sich zu fragen, was man falsch gemacht hat", meinte Danner. "Ich glaube, das ist es, was Lewis im Moment ein bisschen bremst oder ihm ein bisschen im Weg steht."
In Interlagos wurde Hamilton einmal mehr von Charles Leclerc in den Schatten gestellt. Während er im Qualifying sowie einen Tag zuvor im Sprint-Qualifying bereits in Q2 ausschied, kämpfte sich Leclerc für den Grand Prix bis in die zweite Startreihe vor. "Hamilton fährt nicht so schnell, wie er es gerne hätte oder wie er sich selbst sieht", meinte Danner, der Leclercs scheinbare Überlegenheit jedoch relativiert. "Wenn du ein Zehntel oder zwei Zehntel hinter Leclerc bist, dann bist du ziemlich schnell. Aber das entspricht nicht dem Selbstverständnis von Lewis Hamilton, der immer in einem eigenen Speed-Universum unterwegs war."
Aber auch Charles Leclerc hat Probleme mit dem Speed des Autos. Was er nach dem Sprint-Qualifying in Brasilien zu sagen hatte, kannst du hier lesen:



diese Formel 1 Nachricht