Für die Formel 1 beginnt schon im November jetzt die heiße Phase der Vorbereitungen auf 2026. In der Woche nach dem Brasilien-GP geht es Schlag auf Schlag. Red Bull setzt am Dienstag einen Präsentations-Termin mit Ford an, dann zeigt Audi am Mittwoch sein erstes Konzept-Design, und am Donnerstag findet hinter verschlossenen Türen der erste Test von Neueinsteiger Cadillac statt. Allerdings nicht mit einem eigenen Auto.

Der Test war schon Monate in Planung. Denn weil Cadillac ein komplett neues Team ist, will die Mannschaft unbedingt interne Prozeduren in Schwung bringen. Und Sergio Perez gleich mit. Der ehemalige Red-Bull-Pilot wird nach einem Jahr Auszeit 2026 zusammen mit Valtteri Bottas das Cadillac-Fahrerduo bilden.

Auch wenn Cadillac erfahrene Piloten sowie zahlreiche Mechaniker und Ingenieure von anderen Formel-1-Teams abgeworben hat, ist eine Generalprobe von Abläufen auf der Strecke unerlässlich. Da geht es um Mechaniker-Handgriffe, Funk-Prozedere und dergleichen.

Cadillac leiht sich alten Formel-1-Ferrari für Test in Imola

So arrangierte Cadillac zu diesem Zweck mit Ferrari eine Leihgabe eines alten Formel-1-Autos. Die Scuderia wird ohnehin ab 2026 erst einmal Cadillacs Motorpartner sein, denn der eigene Motor der GM-Marke ging recht spät in die Entwicklung. So lautet gegenwärtig der Plan, erst ab 2029 einen eigenen Motor einzusetzen. Bis dahin ist der Ferrari-Motor die Brückenlösung.

Der Test in einem alten Ferrari ist eine zusätzliche Ergänzung zu diesem Arrangement. Am 13. November ging Perez in Imola mit einem SF-23 aus der Saison 2023 auf die Strecke. Das Auto ist komplett geschwärzt, es gibt keine Sponsoren, Designs oder sonstige Hinweise auf Cadillac oder Ferrari, mit Ausnahme eines Cadillac-Schriftzugs auf Perez' Helm.

Zwei Testtage plant Cadillac. Die finden im Rahmen der sogenannten TPC-Vorgaben - "Testing of Previous Cars" - der Formel 1 statt. Denn während einer Saison darf jedes Team Privattests nur mit mindestens zwei Jahre alten Autos bestreiten. Außerdem gibt es strenge Kilometer- und Stundenbeschränkungen.

Da das eingesetzte Auto ein Ferrari ist, werden diese zwei Testtage auch aus dem TPC-Kontingent von Ferrari abgezogen. Die Scuderia sieht, erst recht im letzten Jahr der auslaufenden Ground-Effect-Regeln, aber nicht die Notwendigkeit, ihr komplettes TPC-Limit auszureizen und gibt sich gegenüber dem zukünftigen Motorenkunden Cadillac kulant.

Für Cadillac bleibt der Formel-1-Einstieg eine gewaltige Herausforderung. "Virtuelle" Tests hat man in den letzten Monaten schon regelmäßig absolviert. Unter anderem spulte man virtuelle GPs parallel zu den echten Rennen ab, um etwa die Strategie-Abteilung in Form zu bekommen. Letztendlich muss eben wirklich die komplette Infrastruktur eines Formel-1-Teams neu aufgebaut werden.

Cadillacs erstes echtes Formel-1-Auto wird dann - wie alle anderen 2026er-Autos - im Januar erwartet. Einen Vorgeschmack lieferte am 12. November dafür schon Audi mit der Präsentation des R26 Concept, einer Design-Studie der 2026er-Lackierung. Auch Audi ist 2026 neu, aber bei weitem nicht so neu wie Cadillac. Die Ingolstädter übernehmen Sauber.