Die Polizei im französischen Viry-Chatillon steht vor einem Rätsel. Wie 'Le Parisien' berichtet, ereignete sich nämlich am Dienstagabend in der Formel-1-Motorenschmiede von Renault ein Einbruch. Im Moment ist das Motiv der Täter noch völlig unklar, denn es wurde ersten Erkenntnissen zufolge nichts gestohlen.

Laut Polizeiinformationen haben sich die Täter Zutritt zu dem Gebäude verschafft, indem sie eine Fensterscheibe im Eingangsbereich aufgebrochen haben. Anschließend begaben sie sich in das Obergeschoss, wo sich die Formel-1-Geschäftsleitung befindet. Dort wurden mehrere Bürotüren aufgebrochen und die entsprechenden Räume durchsucht.

Die Täter sollen sehr ortskundig vorgegangen sein und sich nur circa fünf Minuten auf dem Gelände befunden haben. Offenbar drangen sie aus südwestlicher Richtung, in der sich eine Autobahn befindet, auf das Gelände vor. In Viry-Chatillon hat nicht nur die F1-Motorenabteilung von Renault ihren Sitz, die Ende 2025 eingestellt wird. Unter anderem ist ebenfalls in dem südlichen Pariser Vorort das Rallye-Dakar-Programm von Dacia beheimatet.

Der Zeitpunkt des Einbruchs war wohl strategisch gewählt. Denn der 11. November ist in Frankreich ein Staatsfeiertag, es befanden sich während dem Einbruch keine Mitarbeiter im Gebäude. Laut der zuständigen Staatsanwaltschaft in Evry laufen die Untersuchungen noch, bislang sollen keine Festnahmen erfolgt sein. Die Polizeiuntersuchung wurde in die Hände der Abteilung für territoriale Kriminalität (DCT) übertragen. Verschiedene Abteilungen versuchen die Frage zu klären, wonach die Täter gesucht haben. Auch Industriespionage wird nicht ausgeschlossen.

Alpine-Standort Viry-Chatillon: Formel-1-Motoren werden Ende 2025 eingestellt

Das Formel-1-Team von Alpine hatte 2024 beschlossen, dass sie Ende 2025 ihr Motorenprogramm einstellen, und ohne eigenen Antrieb in der neuen Regelgeneration ab der kommenden Saison an den Start gehen werden. Ab 2026 kommt die PU von Mercedes. Die Entscheidung fiel unter der Federführung von Flavio Briatore, der wenige Monate zuvor als 'Leitender Berater' und de-facto-Teamchef zur Enstone-Mannschaft zurückgekehrt war.

Der vorherige Teamchef Bruno Famin wechselte zurück ins Motorenwerk in Viry, das er bereits vor seinem Aufstieg zum Teamchef einst geleitet hatte. Die Power Unit aus Viry verfügte in den letzten Jahren über ein Leistungsdefizit gegenüber der Konkurrenz, das aufgrund der eingefrorenen Motorenentwicklung nicht aufgeholt werden konnte.

Bis zum Motor-Ausstieg vor über einen Jahr war in Viry auch schon an einem Motor nach dem 2026er-Reglement entwickelt worden. In der Belegschaft der Motorenabteilung gab es lange Widerstand gegen das Ende des geschichtsträchtigen Power-Unit-Programmes, der aber letztendlich erfolglos blieb.