Das zweite Alpine-Cockpit neben Pierre Gasly war in der Formel 1 in dieser Saison ein heißes Thema. Schon einmal wurde die Besetzung getauscht, und die Zukunft von Franco Colapinto stand danach monatelang ebenfalls in Frage. Trotz alldem erhält Colapinto nun die Zusage: Er darf 2026 weitermachen.

Das bestätigte Alpine per Pressemitteilung am Freitag vor dem ersten Training des Brasilien-GPs. "Es ist ein schwieriges Jahr für das ganze Team, und da abzuliefern war nicht leicht", räumt Alpine-Berater und De-Facto-Projektleiter Flavio Briatore ein. "Aber sowohl Franco als auch Pierre haben ihr Bestes gegeben, um das Team für das nächste Jahr in die bestmögliche Position zu bringen."

Franco Colapinto bei Fahrerparade mit Teamkollege Pierre Gasly
Colapinto und Gasly bleiben das Alpine-Duo, Foto: Alpine

"Mit der Aufstellung von Pierre und Franco haben wir eine gute Mischung aus Erfahrung, Speed und Talent, welche das Team vorwärts bringen wird und hoffentlich den Fans im nächsten Jahr Grund zum Jubeln liefert", so Briatore weiter. Gasly ist schon lange gesetzt, er unterschrieb im Sommer eine mehrjährige Verlängerung. Doch das zweite Cockpit war zum Problemfall geworden.

Nachdem das Team sich im Vorjahr von Esteban Ocon getrennt hatte, begannen die Sorgen um das zweite Cockpit rapide zuzunehmen. Erst waren Junior Jack Doohan und Alpine-WEC-Pilot Mick Schumacher die Hauptanwärter auf das Cockpit neben Gasly. Doohan setzte sich im internen Wettbewerb durch. Doch dann kam im Herbst 2024 aus dem Nichts Colapinto in die Formel 1.

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Franco Colapinto behält Apine-Sitz - mangels Fahrer-Alternativen?

Bei seinen Auftritten als Ersatz-Pilot bei Williams mit minimaler Vorbereitung beeindruckte der heute 22-jährige Argentinier Briatore hinlänglich. Außerdem war Colapinto ein kommerziell attraktives Paket. Im sportverrückten Argentinien fanden sich schnell Sponsoren, die bereit waren, Colapintos Formel-1-Weg weiter finanziell zu unterstützen.

So nahm Alpine Colapinto im Winter 2025 bereits offiziell "mehrjährig" unter Vertrag. Formell bloß als Test- und Ersatzfahrer, doch Noch-Einsatzpilot Jack Doohan galt ab dem Moment als angezählt. Nach nur sechs Rennen wurde er tatsächlich für Colapinto auf die Ersatzbank verbannt. Doch Colapinto brauchte Wochen, ja Monate, um in Fahrt zu kommen.

Erst im Herbst schien er sich zu fangen und verkleinerte die Lücke zu Gasly, wenngleich das an vielen Wochenenden aufgrund der zunehmend desolaten Leistung des Teams und eines schwer zu fahrenden Autos schwer zu beurteilen war. Letztendlich sind die Alternativen aber auch beschränkt. Veteran Valtteri Bottas war unter anderem in den Sommermonaten mit dem Job in Verbindung gebracht worden, unterschrieb aber bei Newcomer Cadillac.

Bei fehlenden echten Alternativen auf dem Markt und mit Colapintos Sponsor-Unterstützung zeichnete sich in den letzten Wochen daher die Verlängerung ab. "Ich habe immer geglaubt, dass er die richtigen Eigenschaften und das Potenzial zum Top-Fahrer hat, der mit dem Team wachsen kann", versichert Briatore. Eine Laufzeit kommunizierte das Team nicht.