Recht zahlreich sind die Probleme, die Ferrari in der Formel-1-Saison 2025 bereits zu bewältigen hatte. Eines dieser Probleme schwebt auch über dem anstehenden Mexiko-Wochenende. Nachdem es zuletzt in Singapur einen der beiden Fahrer fast aus dem Rennen gerissen hatte.

Die Rede ist einmal nicht von Unterboden-Abnutzung und so weiter, sondern von den Bremsen. Im langsamen Hitze-GP von Singapur hatte Ferrari sich bei der Bremskühlung augenscheinlich völlig vertan. Charles Leclerc und Lewis Hamilton mussten fast das ganze Rennen das Tempo drosseln, um das Material zu schonen.

Als Hamilton mit einem strategischen Schluss-Sprint doch noch einmal das Tempo anzog, brannte die linke Vorderbremse drei Runden vor dem Ziel sprichwörtlich durch und kostete ihm einen Platz. Das Thema wird in Mexiko wieder akut, weil das Rennen auf über zwei Kilometern Höhe stattfindet. Die hier oben dünne Luft bedeutet schlechte Kühleffizienz.

Charles Leclerc optimistisch: Hat Ferrari Bremsprobleme gelöst?

"Wir haben seit Singapur viel daran gearbeitet, um sicherzustellen, dass wir nicht noch einmal das gleiche Problem haben", versichert Charles Leclerc. "Ich bin auch zuversichtlich, dass es kein Problem mehr sein wird." Üblicherweise fahren Teams unterschiedlich große Bremskühlschächte über die Saison, je nach Bedarf. In Mexiko, wie auch in Singapur, kommen die größeren Einheiten zum Einsatz.

Das Singapur-Fiasko muss aber nicht unbedingt auf das Design der Kühlung zurückzuführen sein. Es kann auch ein Problem der finalen Setup-Konfiguration gewesen sein. Leclerc ist vorsichtig und hofft auf zeitnahe Validierung der Lösung: "Gut, dass noch eine Strecke so kurz danach kommt. Da können wir schauen, wie viel wir gelernt haben, und uns bei ähnlichen Bedingungen testen."

Im Vorjahr hatte Ferrari definitiv keine Probleme, nein, da gewann man hier dank Carlos Sainz sogar. Der diesjährige SF-25 ist allerdings ein zu anderes Auto, um allein auf vorangegangenen Ergebnissen basierende positive Prognosen zu treffen. "Sag niemals nie, hoffentlich können wir es wiederholen, aber wir sind wohl dieses Jahr weiter weg", wehrt Leclerc sämtlichen Enthusiasmus ab.

Nächste Ferrari-Baustelle Reifen: Für Mexiko ein Fortschritt?

Etwas Positives verbleibt allerdings vom letzten Wochenende in den USA, an dem sich Ferrari von einem schwachen Sprint-Qualifying am Freitag zum tatsächlichen Qualifying am Samstag überraschend deutlich gesteigert hatte. Obwohl Team und Fahrer nur Details an Setup und Fahrstil adaptierten. Teamchef Fred Vasseur ahnte danach, dass man wohl bei der Reifenvorbereitung einen Volltreffer erzielt hatte.

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"Wir wissen, das ist dieses Jahr sehr sensible, und aus diesem Wochenende haben wir viele Dinge gelernt", meint Leclerc. "Hoffentlich können wir das hier anwenden. Allerdings will ich die Erwartungen niedrig halten. Das heißt nicht, dass wir dieses Wochenende die gleiche Leistung zeigen werden."

"Ja, wir haben gelernt, aber mit den Reifen ändert sich Woche für Woche sehr viel", erinnert Leclerc. So sind in Mexiko die Reifenmischungen C2, C4 und C5 als Hard, Medium und Soft dabei - eine Stufe weicher als in Austin. Unabhängig davon verlangt sowieso jede Strecke eine andere Reifenvorbereitung, und Wetter spielt genauso eine wesentliche Rolle.

Nach einem Ferrari-Durchbruch klingt es da eher nicht. "Wenn du falsch liegst, kannst du viel verlieren", mahnt Leclerc. Ferrari bleibt in Mexiko, wie wohl für den Rest des Jahres, nur Außenseiter im Kampf um Pole und Sieg. Fred Vasseur bleibt als Teamchef auf absehbare Zeit dennoch weiterhin gesetzt, das versicherte vor ein paar Tagen auch das Management: