Eingangs des Austin-Wochenendes hatten sich bei Ferrari alle im Team wieder unangenehmer Aufmerksamkeit und ungemütlichen Fragen stellen müssen. Ausgerechnet aber an diesem Wochenende, nach dem umherschwirrenden Gerüchten über eine Entlassung von Fred Vasseur oder einen Abgang von Charles Leclerc, stellte das Team das beste Ergebnis der Saison ein. Eine Ansage, gepaart mit einem Vertrauensbeweis.

"Heute war ein richtig gutes Rennen, und das ist gut, erst recht mit dieser ganzen Situation", brachte Leclerc von sich aus das Thema unaufgefordert am Sonntagnachmittag in der Pressekonferenz nach dem Rennen der Formel 1 auf. "Die zweite Saisonhälfte war nicht leicht. Und dieser ganze völlig unbegründete Lärm und die Gerüchte rund um das Team."

"Da zu demonstrieren, dass wir uns in solchen Situationen auf unsere Arbeit fokussieren können, und mit einem Podium dafür belohnt zu werden ist ein richtig gutes Gefühl", findet Leclerc. Am Donnerstag hatten er und Lewis Hamilton sich schon lautstark über die Gerüchte beschwert, die vor allem in der italienischen Presse, aber auch im britischen Boulevard im Hinblick auf eine mögliche Verpflichtung von Christian Horner immer größere Wellen geschlagen haben.

Ferrari-Vorsitzender stellt sich explizit hinter Teamchef Fred Vasseur

Dem Team geht die permanente mediale Ablenkung ziemlich auf die Nerven. Dass diese Storys allesamt ohne Basis sind, möchte auch das Ferrari-Management nun klarstellen. Parallel zum USA-GP besuchte Ferrari-Vorsitzender John Elkann in Washington D.C. das 50. Jubiläum der National Italian American Foundation, und ließ am Samstag bei dieser Gelegenheit eine Vertrauensbekundung zu Vasseur ausschicken.

"Ich möchte unser vollstes Vertrauen in unseren Teamchef Fred Vasseur ausdrücken, und in die Arbeit, die er zusammen mit all unseren Kollegen bei der Scuderia Ferrari leistet - den Mechanikern, Ingenieuren, und den Fahrern, die dieses Wochenende in Austin antreten", so Elkann. "Ich möchte auch die Wichtigkeit von Teamwork für alle hervorstreichen, um den Fokus auf das einzig wichtige Ziel zu halten: Immer unser Bestes auf der Strecke zu geben."

Das Team hofft jetzt, dass Elkanns Eingreifen erst einmal wieder für Ruhe sorgt. Vasseur war eigentlich schon im Juli mit einem neuen Vertrag ausgestattet worden, aber das hielt die Spekulationen bezüglich eines Andockens des bei Red Bull gefeuerten Christian Horner dennoch nicht zurück. Erst recht, nachdem der Herbst eine Ergebnis-Flaute mit sich brachte. Leclercs Austin-Podium war das erste seit Spa, noch vor der Sommerpause.

Persönlich hätte Vasseur die Nachricht nicht gebraucht. "Es ist gut für alle, diese Nachricht zu bekommen, aber wir sind in permanentem Austausch, das war mehr mit einem externen Ziel", hält er am Sonntag in Austin fest. Trotzdem ist es wertvoll: "Es ist wichtig. So stoppst du diese Diskussionen und fokussierst dich auf das nächste Rennen. Anstatt dauernd auf solche Fragen zu antworten."