McLaren erwies sich mit dem Unfall beim Formel-1-Sprint in Austin einen Bärendienst und öffnete Max Verstappen am vergangenen Wochenende dadurch die Tür in Richtung WM-Kampf einen weiteren Spalt. Nach dem Grand Prix mussten Oscar Piastri und Lando Norris zum Rapport, um die Schuldfrage zu klären. Dass der Brite dabei schuldlos herausgehen würde, war abzusehen - schließlich war er nur Opfer der Kettenreaktion gewesen. Bei Piastri sieht das anders aus.
Der Australier verriet, dass er nicht ganz ungeschoren aus der inzwischen schon beinahe mystischen Nachbesprechung des Woking-Teams herausgekommen sei. "Wir sind wieder alles durchgegangen, was passiert ist. Ich denke, dass ich ein gewisses Maß an Verantwortung für den Sprint trage", gibt sich Piastri geläutert.
McLaren startet wieder bei Null: Norris und Piastri nach Unfall quitt
Piastri war bei einem Cutback-Manöver in Kurve 1 Nico Hülkenberg über das Vorderrad gefahren, war abgehoben und hatte in der Folge seinen Teamkollegen erwischt. Von Seiten der Stewards gab es keine Strafe. Intern ist es die Aggressivität dieses Manövers, die Piastri mindestens als Teilschuld angerechnet wird, wie er selbst in der Pressekonferenz vor dem Mexiko-Rennen bestätigte. "Es waren viele Faktoren involviert, aber das wurde entschieden", sagte er.
"Wir beginnen dieses Wochenende für uns beide mit einer sauberen Weste", so Piastri weiter. Das Team behandelt den Startunfall von Austin also als ausgleichende Gerechtigkeit für die teaminterne Berührung zwischen Norris und Piastri ein Rennen zuvor in Singapur. Damals hatte McLaren von Konsequenzen für den Briten gesprochen, den man als Schuldigen ausgemacht hatte. Wie genau diese Konsequenzen aussahen, gab man der Öffentlichkeit nicht preis.
Lando Norris ist Singapur-Konsequenzen los
Spätestens jetzt sind sie endgültig Geschichte, wie Piastri betonte: "Die Konsequenzen auf Landos Seite wurden entfernt." Ob dies als direkte Reaktion auf den Austin-Sprint geschah, oder ob diese ohnehin nur temporär erdacht waren, geht aus den Erklärungen der Papaya-Fahrer nicht hervor. "Es ist natürlich besser, wenn einem nichts mehr im Weg steht, das ein kleiner Nachteil ist, so wie es zuvor war", begrüßte Norris die wiederhergestellte Patt-Situation bei McLaren.
"Von nun an blicken wir für den Rest der Saison nur noch nach vorne", will Norris die beiden teaminternen Kollision vergessen lassen, "es ist alles so wie zuvor." Das Prinzip 'Blick nach vorne' stimmt vielleicht in Bezug auf die anstehenden Rennen, aber wohl eher weniger in Bezug auf die Fahrer-WM. Denn dort spüren die beiden McLaren-Fahrer zunehmend den Wind von Max Verstappen im Nacken. Den amtierenden Formel-1-Weltmeister trennen nur noch 40 Punkte von Piastri und 26 von Norris, und er trifft an diesem Wochenende auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez auf eine seiner erfolgreichsten Strecken im Rennkalender.
Ex-Formel-Teamchef Günther Steiner erklärte, wie er als McLaren-Entscheidungsträger handeln würde, um die Verstappen-Gefahr zu minimieren.



diese Formel 1 Nachricht