Die Verstappen-Show bei der Formel 1 in Austin ging im Qualifying in die nächste Runde. Nach dem souveränen Sprint-Sieg holte sich Max Verstappen eine dominante Pole Position auf dem Circuit of the Americas. In jedem Segment war er der schnellste Fahrer im Klassement, im Q3 drückte er Lando Norris schließlich fast drei Zehntelsekunden auf. Und das, obwohl er wegen eines kuriosen Missgeschicks seines Teams keine zweite Runde fahren konnte.

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Denn als Verstappen zu seiner finalen Runde aus der Box fuhr, standen noch 1:50 Minuten auf der Uhr für das dritte Qualifying-Segment. Das wäre für eine normale Aufwärmrunde gerade genug Zeit gewesen. Vor seinem ersten Versuch im Q3 brauchte er ungefähr 1:45 Minuten, um von der Box bis an die Start-Ziel-Linie zu kommen. Doch beim zweiten Anlauf waren sowohl Fernando Alonso als auch Kimi Antonelli vor ihm, die sich einen großen Abstand zu ihrem Vordermann aufbauen wollten. Das erzeugte einen Ziehharmonika-Effekt.

"Deshalb musst du jetzt schnell machen. Wir sind hinter dem Zeitplan", funkte Verstappens Renningenieur Gianpiero Lambiase. Verstappen jagte seinen RB21 durch den zweiten Sektor, er fuhr 13 Sekunden schneller als in der vorherigen Aufwärmrunde. Diese Zeit verlor er wieder durch das Vorbeilassen von Charles Leclerc. "Wir haben jetzt keinen Spielraum mehr, bitte pushen", hieß es von GP. Nun war Antonelli unmittelbar vor Verstappen und verlangsamte vor der letzten Kurve noch einmal. Das warf den Weltmeister zurück und er passierte die Start-Ziel-Linie eine Sekunde nach Ablauf der Zeit.

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"Manche vor mir haben sicher zehn Sekunden Abstand gelassen, was nicht ideal ist. Aber ich hatte zwei Autos vor mir, die auch gerast sind. Ich glaube, die sind Sektorbestzeiten in der Aufwärmrunde gefahren", nahm Verstappen das Missgeschick auf die leichte Schulter. Denn zur Erleichterung der Red-Bull-Mannschaft kam kein Konkurrent an Verstappens erste und einzige Rundenzeit im Q3 heran.

Es ist bereits das zweite Mal an diesem Wochenende, dass dem Team aus Milton Keynes die Zeit ausging. Yuki Tsunoda konnte wegen eines Staus in der Boxengassenausfahrt seinen zweiten Run im Sprint-Qualifying nicht pünktlich starten und kam so nicht ins SQ2. Deshalb will Red Bull das Problem mit dem Renndirektor klären. "Unsere Leute werden zum Rennleiter gehen, um das zu besprechen. Einige sind derartig langsam gefahren. Du kannst deine Marge nicht kalkulieren, wenn Leute in der Boxgassenausfahrt stehen und sich nicht bewegen", beschwerte sich Dr. Helmut Marko im ORF.

Red Bull: Setup-Änderungen haben sich bezahlt gemacht

Red Bull kann mit dem Qualifying-Ergebnis mehr als zufrieden sein. Denn nach dem Sprint hat das Team noch einige Setup-Änderungen am RB21 von Verstappen vorgenommen. Im Sprint-Rennen nahm der Weltmeister keine Hand vor den Mund und beschwerte sich über seine Hinterachse. Das Auto hüpfte über die vielen Bodenwellen des unebenen Circuit of the Americas.

Nach seinem Sieg war Verstappen wenig euphorisch, sondern betonte, dass das Setup noch Arbeit nötig habe. In den drei Stunden zwischen Sprint und Qualifying adjustierte das Team unter anderem die Bodenhöhe und gab dem RB21 etwas mehr Abstand zum Asphalt. Dafür hatte Marko vor dem Qualifying eigentlich mit Performance-Einbußen gerechnet und schon an der ersten Startreihe gezweifelt. Doch die Setup-Änderungen haben sich ausgezahlt.

"Ich war etwas glücklicher mit dem Auto als noch im Sprint-Qualifying. Ich hoffe, dass die Veränderungen im Rennen helfen werden. Das ist das Wichtigste", so Verstappen. Eine Schlüsselstelle wird - wie auch im Sprint - die erste Kurve sein. Auch das Reifenmanagement ist auf der heißen Strecke mit einem typischen Ein-Stopp-Rennen ein wichtiger Faktor. Die Temperatur sollte Lando Norris auf Platz zwei zugutekommen, denn der MCL39 steckt den Reifenverschleiß besser weg als andere Boliden im Feld.

Doch Motorsport-Berater Helmut Marko blickt gelassen auf das Rennen: "Wir haben das Auto gegenüber dem Sprint verbessert, nicht nur im Handling, sondern auch in der Reifenschonung. Außerdem kann Max nicht nur schnell fahren, er ist inzwischen auch ein Reifenflüsterer. Wenn der Start gelingt und er die erste Kurve übersteht, dann ist alles im Griff."