Sie scheinen sich einfach nicht aus dem Weg gehen zu können: Yuki Tsunoda und Liam Lawson sind direkte Rivalen im Kampf um einen Verbleib in der Formel 1 für 2026 und gerieten sich in dieser Saison schon zuvor in die Haare. Beim Sprint-Qualifying in Austin gerieten sie noch einmal aneinander und kämpften auf der Outlap als befänden sie sich im Rennen.
Wobei vor allem Lawson den Zweikampf auf seine übliche kompromisslose Art anging. Sowohl der Red-Bull-Pilot als auch der Racing Bull versuchten auf ihrer Outlap nach einem Stau am Boxenausgang so schnell wie möglich die Start-Ziel-Linie zu erreichen. Tsunoda versuchte fachmännisch nach einer weiteren Anfahrt für Kurve 1 den Run zu Turn 2 zu nutzen, dort warf ihm Lawson aber die Tür und drängte ihn ab.
"Immer das Gleiche": Yuki Tsunoda ärgert sich über Liam Lawson
Der Japaner zeigte sich von diesem Manöver gar nicht begeistert und stichelte gegen Lawson. "Es ist einfach immer so mit ihm. Ich erwarte nicht mehr von ihm, wenn ich ehrlich bin", so Tsunoda. Er ist nicht der erste, der Lawson in die Pflicht nimmt. Der Neuseeländer wurde in seiner kurzen Zeit in der Formel 1 schon die Zielscheibe der Kritik von einer Reihe an Fahrern – zuletzt ärgerte sich beispielsweise Carlos Sainz über Lawsons Fahrweise in Zandvoort.
Aber zurück nach Austin: Dass es ohnehin bei beiden nicht mehr für eine schnelle Runde reichte, ließ die Aktion zwar etwas obsolet werden, aber es war kein wirklicher Trost für Tsunoda. Denn der Japaner blieb auf P18 in SQ1 hängen, Lawson hingegen schaffte ziemlich souverän den Aufstieg ins nächste Segment, wo er nach einem Track-Limit-Vergehen auf seiner einzigen schnellen Runde dann über P15 nicht hinauskam.
Rennchaos am Ende von SQ1: "Ich weiß nicht, wie das passiert ist"
Tsunoda forderte Aufklärungsbedarf von Red Bull, wie es zu dem verspäteten Ausrücken auf die Strecke hatte kommen können. "Es war nicht einmal knapp. Ich weiß nicht, was da passiert ist", lamentierte der Nummer-2-Fahrer von Red Bull, der erst etwa neun Sekunden nach Ablauf der Zeit Start-Ziel überquerte.
"Es ist sehr frustrierend, denn es liegt außerhalb meiner Kontrolle", ärgerte er sich. Allerdings vollkommen unter seiner Kontrolle liegt es, dass es Tsunoda seine erste Runde nicht zusammenbrachte. Schon in den S-Kurven im ersten Sektor ließ er Unmengen an Zeit liegen, dazu kamen noch mehrere etwas zu passive Abschnitte im letzten Sektor.
Tsunoda war schließlich nicht der einzige Fahrer gewesen, der im Stau am Ende der Boxengasse gestanden hatte und deshalb um eine zweite Runde gebracht wurde. Lance Stroll, Oliver Bearman, Gabriel Bortoleto, Esteban Ocon und Fernando Alonso schafften es neben den beiden Streithähnen auch nicht darüber - für die beiden Aston Martins und wie schon erwähnt für Lawson ging es trotzdem in Q2 weiter.
Die Ursache für den Formel-1-Stau am Ende von SQ1, der zu rennähnlichen Szenen geführt hatte, ist übrigens schnell gefunden. Die Fahrer ließen sich einfach in Summe zu viel Zeit beim Warten auf eine Lücke am Boxenausgang. Ein einzelner Übeltäter lässt sich nicht ausmachen. Dazu kam noch, dass andere Fahrer auf der Strecke geblieben waren und ebenfalls just in dieser Phase Kurve 1 erreichten. Die Reaktion der Wartenden war natürlich, dass man erst recht eine Lücke nach vorne kreieren wollte. Für die letzten Fahrer in der Schlange ging es sich dann nicht mehr aus.
"Es war ein Albtraum. Wir müssen analysieren, warum wir es nicht bis zur Linie geschafft haben und ob wir die Garage zu spät verlassen haben oder was da war. Es war eine schlechte Umsetzung", forderte etwa Oliver Bearman von Haas eine Reaktion. Sein Teamkollege Esteban Ocon wollte sich nicht frei von Schuld sprechen: "Meine erste Runde war nicht gut genug, es war also keine ideale Session."



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