Keine klare Antwort hatte Mercedes nach dem plötzlichen Sieg von George Russell vor zwei Wochen in Singapur parat gehabt. Dass sich an der von Teamchef Toto Wolff titulierten "Überraschungs-Box" nichts geändert hat, zeigt prompt das Sprint-Qualifying der Formel 1 in Austin. Chancenlos, von Sauber geschlagen, ein Auto schon in SQ2 raus.
"Hätten wir auf Pole stehen können? Definitiv nicht", winkt Russell mit Sprint-Startplatz fünf gleich ab, obwohl er selbst Fahrfehler einräumt. Der W16 schien am Freitag im Sprint-Qualifying mit zunehmender Dauer schwierig auf der Bremse zu werden. Russell bekam ihn auf seinem SQ3-Versuch nicht gut in die erste Kurve.
Aber auch sonst war es kein beeindruckender Auftritt. "Wir haben es mehr oder weniger das ganze Jahr gesagt", meint Russell. "An guten Tagen kämpfen wir mit. An schlechten Tagen sind wir Fünfte. Heute war kein guter Tag. Und wir haben nur P5 geholt. Sprintrennen sind manchmal auch schwierig."
So recht schien sich Mercedes den ganzen Tag beim Setup nicht einschießen zu können. Mit der Rennpace war man im einzigen Training zufrieden gewesen, mit der Qualifying-Pace nicht. Die in der Pause vor dem Sprint-Qualifying vorgenommenen Änderungen brachten keine nennenswerten Erfolge. "In Highspeed-Passagen haben wir große Probleme", stellt Russell fest.
Kimi Antonelli bekommt im Austin-Training Heizweste statt Kühlweste
Kimi Antonelli fühlte sich im Auto im Sprint-Qualifying eigentlich wohl. Nach einem für ihn sehr zähen Training. In der Mittagshitze von Austin war da bei ihm das Kühlsystem kaputtgegangen, welches eigentlich kühlende Flüssigkeit in die inzwischen berühmt-berüchtigte Kühlweste pumpen sollte: "Also hat es mich aufgewärmt, anstatt mich zu kühlen! Das war ein großer Kampf in dieser Session."
Dieses Albtraum-Szenario ist einer der Gründe, wegen dem ein paar Fahrer, allen voran Max Verstappen, die Weste und die für 2026 ins Haus stehende absolute Einsatzpflicht bei Hitzerennen verabscheuen. Passiert so etwas in einem Rennen, so kann man nichts dagegen tun.
Mercedes-Hoffnungen für Sprint und Rennen fallen gering aus
Bis zum Sprint-Qualifying hatte Antonelli sich körperlich erholt, doch auf dem entscheidenden zweiten Versuch in SQ2 verbremste er sich zweimal und blieb deswegen mit sechs Tausendsteln Rückstand auf Lewis Hamilton auf dem elften Platz hängen: "Das Vertrauen war da. Wir müssen nur rausfinden, warum ich so große Probleme mit Verbremsern hatte."
"Potenziell ist unser Auto im Rennen besser", hofft Russell jetzt mit einem Blick auf das gute Trainingsgefühl. Das Problem in den Highspeed-Kurven sollte sich im Renn-Trimm nämlich erledigen: "Wenn du im Rennen langsamer bist und das Auto nicht so tief liegt, könnte es etwas schneller sein."
Aber die wirklich großen Sprünge in Richtung Max Verstappen und McLaren erwartet sich Mercedes nicht. "Das ist ungefähr, wo wir stehen, im Fight um Platz 4", glaubt Russell. In Austin ist der Mercedes 2025 einfach wieder nicht gut genug.



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