Kurz gilt es, die Rahmenbedingungen für Ferrari in Austin abzustecken. Im Vorjahr feierte Charles Leclerc hier einen kontrollierten Sieg. Normalerweise ist das Team auch für gute Sprint-Wochenenden bekannt. Doch der erste Tag in den USA endet mit einem totalen Kollaps im Sprint-Qualifying. Mit verbitterten Aussagen von Leclerc und Lewis Hamilton inklusive.
"Heute war ein richtig schlechter Tag", hat Leclerc aber auch überhaupt nichts Positives zu vermelden. Am Donnerstag hatte er noch beschworen, dass die Saison 2025 ihn nicht deprimiere. Aber da hatte er auch noch verhaltene Hoffnung geäußert, dass Ferrari in Austin wie so oft an einem Sprint-Wochenende mit einem guten Basis-Setup auftauchen würde und zumindest um die Top-5 kämpfen würde.
Die Top-5 scheinen auf dem Papier nicht gerade ein allzu hoch gestecktes Ziel für Ferrari, aber im Sprint-Qualifying war das richtiggehend utopisch. Hamilton fehlten auf P8 fast vier Zehntel auf den viertplatzierten Sauber von Nico Hülkenberg. Leclerc lag auf P10 noch ein Zehntel weiter hinten. Sein Tag hatte schon im Training mit einem Getriebe-Defekt kurz vor der einzigen Qualifying-Simulation schlecht begonnen.
Deshalb flog Leclerc schon fast in SQ1 raus. Gerade noch vermochte er sich auf P13 zu retten. Viel besser wurde es danach aber nicht, als er in den Qualifying-Rhythmus kam: "Ich bereue nichts, was ich auf meiner SQ3-Runde getan habe. Vielleicht wäre ein bisschen mehr Fahrzeit heute am Morgen auf dem Medium für Feintuning etwas besser gewesen, aber da findest du ein oder eineinhalb Zehntel, keine Ahnung."
Ferrari-Schock in Austin: Wir sind so weit hinten
"Es reicht nicht", treibt die Leistung des Autos Leclerc stattdessen wieder etwas näher an den Abgrund. "Wir sind jetzt - so - weit hinten." Und das unerwartet. "Es sah im Training gut aus", versichert Hamilton, der selbst in SQ1 noch Vierter gewesen war. "Das war definitiv nicht die von uns erwartete Pace."
"Das Auto ist einfach sehr schwer zu fahren, es ist uns schlichtweg entglitten", beschreibt es Hamilton. Bei auffrischendem Wind im Sprint-Qualifying sah der SF-25 teilweise grauenvoll aus. Die Telemetrie zeigt bei beiden Fahrern ein identisches Bild. Massiver Verlust von fast einer halben Sekunde auf Pole-Mann Max Verstappen in den schnellen S-Kurven. Und noch einmal durch die letzten zwei Kurven.
Raus aus der letzten Kurve schien das Auto auf jeder Runde keinen Grip mehr an der Hinterachse zu haben. "Acht Zehntel, das ist ein Berg zu erklimmen", fürchtet Hamilton für den Rest das Wochenende das Schlimmste. Wie auch Leclerc: "Ich wäre sehr überrascht, wenn wir etwas finden, mit dem wir so einen Sprung machen."
"Das scheint das Potenzial unseres Autos zu sein", resigniert Leclerc. Ursachenforschung ist angesagt, erst recht, da in die gigantische Lücke nicht nur Top-Teams hineinfuhren. Nein, da sind auch Williams sowie Fernando Alonso und Nico Hülkenberg zwischen Ferrari und der Spitze. "Nico da vorne, er ist sicher eine tolle Runde gefahren, aber er war das ganze Wochenende schnell. Wir müssen verstehen, ob sie etwas verstanden haben, das uns entgangen ist."



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