Das ganze USA-Wochenende schon fährt Oscar Piastri mit einem Respektabstand von guten drei Zehnteln Lando Norris hinterher. Das hat sich auch im Qualifying am Samstag bei der Formel 1 in Austin nicht geändert. Piastri verzweifelt an der Kombination McLaren und Austin. Auch der Sprint-Crash spielt mit hinein.

"Heute war es einfach eine Frage des Rhythmus mit dem Auto", so Piastri nach dem enttäuschenden sechsten Platz im Qualifying. Weil McLaren relativ zu Max Verstappen von Freitag auf Samstag einen Schritt zurückmachte, öffnete das jetzt auch noch die Tür für zwei Ferrari und einen Mercedes, die sich zwischen Piastri und seinen WM-Hauptgegner Norris schoben.

Sprint-Crash untergräbt die übliche Piastri-Strategie in Austin

"Üblicherweise sind wir an einen Oscar gewöhnt, der sich über das Wochenende hinweg entwickelt", stellt McLaren-Teamchef Andrea Stella fest. "Das ist es, was bislang fehlt. Aber es ist ein etwas unsauberes Event bislang. Mit dem verpassten Sprint." Piastri hatte in Austin nur ein Training, dann das Sprint-Qualifying. Im Sprint crashte er in der ersten Kurve in einer Verkettung unglücklicher Umstände mit Norris und Nico Hülkenberg.

"Besonders wenn du dieses niedrige Grip-Niveau hast, mit den Bodenwellen, mit der Hitze und auch mit dem Wind, dann musst du eins mit dem Auto werden und verstehen, wie und wie viel du pushen kannst", meint Stella. Diese Aspekte liegen dem McLaren einfach nicht. Beide Fahrer berichten bislang, dass sie in jeder Bremszone so nah ans Limit gehen müssen, dass die Räder fast blockieren. Nur dann ist das Auto schnell.

"Wenn du einfach sanft fährst, um mit den Böen umzugehen oder weil du mit Bedacht fahren willst, wirst du keine Zeit erzeugen", bestätigt Stella. "Du musst das Limit lernen. Und daüfr brauchst du einen gewissen Rhythmus." Piastri ging dafür schlicht die Zeit aus.

Auch dass McLaren zwischen Sprint und Qualifying noch einmal das Setup ändern musste, half nicht. Mangels Sprint-Daten muss man hier auf Nummer sicher gehen, denn jetzt fehlt dem Team ein großer Satz Daten zum Autoverhalten mit vollen Tanks.

Piastri-Probleme in Austin: Nur für dieses Rennen?

Für Piastri ist das die schlechteste Kombination. Nicht nur, dass er sich im Sprint nicht weiter ans Limit heranarbeiten konnte - danach wurden auch noch die Rahmenbedingungen wieder verschoben. "Gestern gab es noch ein paar klare Chancen, was zu finden. Heute, gut, vielleicht waren es nicht die besten Runden meines Lebens, aber sie entsprachen Runden, die ich davor gefahren bin. Nur kam die Zeit nicht."

"Ich glaube, es war ein bisschen in allen Kurven", fasst Piastri also zusammen. "Wenn dir dieses Vertrauen fehlt und es so viele Kurven gibt, dann kannst du ein bisschen Zeit in sehr vielen Kurven verlieren." Das summierte sich am Ende auf, was die Daten auch bestätigen. Piastri verlor ein Zehntel durch die S-Kurven, den Rest schrittweise über die Runde.

Das alles sei aber auch nur eine Eigenheit dieses Wochenendes, schwört Piastri. Dass er generell einen kleinen Durchhänger hat, findet er nicht: "Sehe ich bei Singapur nicht. Das war abgesehen vom Ergebnis ein gutes Wochenende. Hier ist es ein Kampf für mich, aber ohne große Fehler, es klickt einfach fahrerisch nicht. Ich überfahre es auch nicht, ich fühle mich einfach nicht komfortabel. Das ist die Story dieses Wochenendes. Nicht der letzten Wochenenden."