Der Konstrukteurstitel ist bereits in trockenen Tüchern, doch der Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft wird für McLaren immer mehr zum Drahtseilakt. Die Berührung zwischen Oscar Piastri und Lando Norris in Singapur sorgte nicht nur teamintern für Diskussionsstoff. Auch in den Formel 1-Medien wurden die sogenannten "Papaya Rules" debattiert.
Das aktuelle McLaren-Duell ruft bei Mika Häkkinen Erinnerungen an die Saison 1999 wach. "Die Geschichte wiederholt sich", sagte der Finne. "Wir hatten damals ein unglaubliches Auto und unsere Konkurrenten lagen in Bezug auf die Rundenzeiten weit hinter uns. Das hatte zur Folge, dass David und ich um den Titel kämpften. Das führte nicht nur zu einer gewissen Spannung innerhalb des Teams, sondern auch zu einigen aggressiven Aktionen auf der Rennstrecke." Auch damals ließ McLaren seine beiden Fahrer frei gegeneinander fahren.
Häkkinen: Erfahrung spielt wichtige Rolle
Beim Großen Preis von Belgien kam es damals in der berüchtigten La-Source-Haarnadel zum Kontakt der beiden McLaren-Piloten. Den Sieg in Spa holte sich David Coulthard, der Titel ging an Mika Häkkinen. Ob sich 2025 Oscar Piastri oder Lando Norris zum Weltmeister krönt, traut sich Häkkinen nicht zu beurteilen. "Ich habe keine Kristallkugel. Es ist unmöglich zu sagen, wer gewinnen wird", so der zweifache F1-Weltmeister. Ein Faktor könnte die entscheidende Rolle in den noch sechs ausstehenden Rennen spielen: die Erfahrung.
"Diese Saison ist sehr hart und lang. Deshalb hat Erfahrung normalerweise einen großen Einfluss auf das Ergebnis. Lando verfügt über mehr Erfahrung als Oscar. Das könnte gegen Ende der Saison ein wichtiger Faktor sein", sagte Häkkinen. Ein weiterer wichtiger Faktor laut dem früheren McLaren-Piloten ist das Team. "Meiner Erfahrung nach spielt das Team eine wichtige Rolle und wie gut du dich als Fahrer vom Team unterstützt fühlst. Auch das eigene Managementteam ist ein sehr wichtiger Faktor, da es für Stabilität sorgt", erklärte Häkkinen.
Oscar Piastris Manager ist kein Geringerer als Mark Webber, der WM-Dritte von 2010, 2011 und 2013. Der Australier weiß, wie es ist, gegen den Teamkollegen um den Titel zu kämpfen - ein wichtiger Trumpf für Piastri wie F1-Experte Christian Danner meint: "Als Fahrer ist man schon sehr exponiert und auf sich allein gestellt. Man weiß gar nicht, von wem man sich einen Rat einholen soll, weil man im Prinzip niemanden richtig über den Weg traut. Und da ist so ein Mark Webber natürlich Gold wert."
Häkkinen: Verstappen bleibt gefährlich
Sechs Rennen vor Saisonende trennen Piastri und Norris 22 Punkte – in Austin sind mit Sprint (8) und Rennen (25) insgesamt 33 Punkte zu holen. Eine Ausbeute, die auch Max Verstappen im Titelkampf nochmals einen Boost geben könnte. Der Red-Bull-Pilot hat in den letzten vier Rennen wichtige Punkte aufgeholt und liegt mit 273 Punkten vor dem USA GP auf Rang drei. "Mathematisch hat er noch die Möglichkeit", betonte Häkkinen gegenüber der Hindustan Times.
Der Finne ist gespannt, wie sich der vierfache Champion bis zum Saisonende schlägt. Immerhin lieferte Red Bull in Singapur die Bestätigung, dass der Aufwärtstrend nicht nur eine Illusion war, der von den Low-Downforce-Strecken in Italien und Aserbaidschan aufrechterhalten wurde. "Manchmal sind Ergebnisse wie eine Welle, sie sind nicht konstant. Und Max und sein Team haben unglaubliche Arbeit geleistet, um die Performance des Autos zu maximieren. Ich bin gespannt, wie er sich schlagen wird. Das ist richtig interessant", so Häkkinen.



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