Als Charles Leclerc 2019 zu Ferrari stieß, war er für die Tifosi "il predestinato" - also "der Außerwählte", der den WM-Titel endlich wieder nach Maranello zurückbringen sollte. Mittlerweile fährt er seine siebte Formel 1-Saison in Rot.

2025 stehen beide noch ohne Sieg in einem Grand Prix da. Ferraris Auf und Ab zehrt an Leclerc, wie der Singapur GP deutlich machte. "Wir sind im Auto nur noch Passagiere und können nicht mehr herausholen", klagte Leclerc, nachdem er das ganze Rennen mit Bremsproblemen zu kämpfen hatte.

Formel-1-Zukunft ohne Ferrari?

Entsprechend fragen sich viele, ob der Monegasse nicht besser beraten wäre, Maranello zu verlassen. An Angeboten mangelt es ihm nicht. Cadillac-Berater Mario Andretti sagte gerade erst zur Gazzetta dello Sport: "Ich bin ein großer Fan von Charles Leclerc. Wenn er eines Tages das Team wechseln will, dann kann er direkt zu Cadillac kommen."

Geht es nach dem F1-Weltmeister Damon Hill, dann ist "eines Tages" schon jetzt. "Ich denke, er [Leclerc] ist bereit", kommentierte Hill Andrettis Jobangebot in einer Instagram-Story. Noch hält Leclerc an Ferrari fest – sein Vertrag soll bis Ende 2029 laufen: "Weil ich diesem Team sehr viel schulde. Ich denke, das ist die Antwort. Ich habe Ferrari immer geliebt und daraus meine Motivation gezogen. Ich will Ferrari zurück an die Spitze führen, egal, wie lange es dauert. Und ich werde absolut alles dafür tun."

Andretti: Vertrauen in Vasseur verloren

Die Hoffnung auf einen großen Sprung gibt es in Maranello allerdings erst wieder mit Beginn der neuen Reglement-Periode 2026. Andretti bleibt allerdings auch für die kommende Saison pessimistisch. Auf die Frage, ob er das Vertrauen in Ferrari-Teamchef Fred Vasseur verloren hat, antwortete er kurz und knapp mit "Ja". Die Ferrari-Verantwortlichen haben das wohl nicht. In Ungarn bekam Vasseur eine mehrjährige Vertragsverlängerung ausgehändigt.

Eine Entscheidung, die vor allem Leclerc begrüßte. "Fred hat eine unglaubliche Vision", ist der Monegasse überzeugt. Er geht davon aus, dass genau das bei der emotionsgeladenen Marke aus der Emilia-Romagna eine bedeutende Eigenschaft ist. "Fred weiß, wie man seine Emotionen beiseitelässt und er hat eine klare Vorstellung davon, wo wir stehen, egal wie viel es rund um das Team rumort."

F1-Experte Christian Danner ging nach dem Singapur Grand Prix mit Ferrari hart ins Gericht. Mehr dazu im Video:

Ferrari miserabel vorbereitet! Danner: 2025 kein Podium mehr! (07:04 Min.)