Der Horner-Rauswurf ist angesichts der aktuellen Trendwende bei Red Bull Racing fast schon in Vergessenheit geraten. Am 9. Juli 2025, wenige Tage nach dem Heimrennen des Rennstalls in Silverstone, musste der damals dienstälteste Teamchef der Formel 1 seinen Schreibtisch räumen. Offiziell hieß es, dass Horner von seinen operativen Aufgaben entbunden wurde. Zwei Monate später ist die Ära Horner auch formell beendet.
In einer Erklärung, die am Montag veröffentlich wurde, dankte Oliver Mintzlaff, Chief Executive Officer Corporate Projects and Investments bei Red Bull, Horner für seine "außergewöhnliche Arbeit". "Mit seinem unermüdlichen Engagement, seiner Erfahrung, seinem Fachwissen und seinem innovativen Denken hat er maßgeblich dazu beigetragen, Red Bull Racing als eines der erfolgreichsten und attraktivsten Teams in der Formel 1 zu etablieren", so Mintzlaff. Seinen Abschied ließ sich Horner, der seit 2005 als Teamchef von Red Bull Racing fungierte, mit einer großzügigen Abfindung im Millionenbereich versüßen.
Abfindung: Spekulationen über exakte Höhe
Über die exakte Höhe der Abfindung gibt es unterschiedliche Meldungen, die zwischen 50 Millionen und 92 Millionen Euro liegen. Horner soll zuletzt 15 Millionen Euro pro Jahr verdient haben. Geht man davon aus, dass Christian Horner auf sein Gehalt bestand, das er bis zum Auslaufen seines Vertrags 2030 verdient hätte, bewegen wir uns irgendwo zwischen den kolportierten 50 bis 90 Millionen Euro. Zusätzlich soll es in dem Aufhebungsvertrag eine Klausel geben, die es Horner untersagt, zeitnah in die Königsklasse des Motorsports zurückzukehren. Das wäre in der Formel 1 nicht unüblich, die Teams wollen damit verhindern, dass technische Geheimnisse bei der Konkurrenz landen.
In seinem offiziellen Statement betonte Horner einmal mehr, dass für ihn die Rolle als Teamchef ein Privileg gewesen sei. "Als wir 2005 begonnen haben, konnte sich keiner von uns vorstellen, was die Zukunft bringen würde – die Meisterschaften, die Rennen, die Menschen, die Erinnerungen. Ich bin unglaublich stolz auf das, was wir als Team erreicht haben, indem wir Rekorde gebrochen und Höhen erreicht haben, die niemand für möglich gehalten hätte, und das werde ich für immer in meinem Herzen tragen", sagte Horner. Der 51-jährige Brite dankte unter anderem auch Dietrich Mateschitz, der ihm damals mit gerade einmal 31 Jahren den Job als Teamchef zutraute.
Horner: Danke und alles Gute
In den 20 Jahren, die er seine Rolle ausführte, gewannen Sebastian Vettel und Max Verstappen jeweils vier Fahrertitel. Dazu errang der Rennstall, der in seinen Anfängen als Team eines Brausekonzerns nicht wirklich ernst genommen wurde, sechs Konstrukteurstitel - und zwar gegen Herstellergrößen wie Ferrari, McLaren und Mercedes. "Die größte Befriedigung war für mich, eine Gruppe von talentierten und motivierten Menschen zusammenzustellen und zu leiten und zu sehen, wie sie sich als Tochtergesellschaft eines Energy-Drink-Unternehmens weiterentwickelt haben und es mit einigen der größten Automobilmarken der Welt aufgenommen und sie geschlagen haben", so Horner.
Seinem Nachfolger Laurent Mekies wünscht Horner alles Gute. "Ich wünsche Laurent, Max, Yuki und der gesamten Red Bull Technology Group alles Gute für die Zukunft", sagte der Brite. Seine Entlassung erfolgte nach 18 kontroversen Monaten, die damit begannen, dass eine Mitarbeiterin ihn wegen sexueller Belästigung beschuldigte – eine Anschuldigung, die im Februar 2024 öffentlich gemacht wurde. Horner wurde von den Vorwürfen freigesprochen.



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