Nach den ersten Runden hatte Lando Norris für den Formel-1-Weltmeisterschaftskampf die perfekte Ausgangslage. Oscar Piastri war nicht mehr im Rennen. Er versenkte seinen McLaren in der Mauer. Norris dagegen war noch im Rennen, wenn auch nur auf Position acht dank eines verkorksten Qualifyings. Doch viel weiter nach vorne ging es nicht für ihn. Er beendete den Aserbaidschan Grand Prix auf Position sieben. Findet jedoch, dass das nah am Maximum war.
Bremstemperaturen und schneller Red Bull halten Norris auf
Damit holt Norris sechs Punkte auf Piastri auf, womit ihm insgesamt noch 25 Punkte auf den Australier fehlen (299 zu 324). Nur: Selbst mit einem Sieg bei einem gleichzeitigen zweiten Platz Piastris hätte Norris mehr Punkte aufgeholt.
Den Restart verschlief Norris. So ging kurzfristig Charles Leclerc an ihm vorbei, den schnappte sich Norris allerdings später wieder. "Ich hatte einfach Probleme mit meinen Bremstemperaturen und wollte sie aufwärmen. Ich habe mich mehr darauf konzentriert, als auf den Restart."
Eine verpasste Möglichkeit sieht er in dem Rennen allerdings nicht, sondern eher das maximal mögliche Ergebnis. "Ich war heute nah am Maximum dran, auch wenn das von außen nicht so ausgesehen haben mag."
"Es war einfach zu schwierig hinter den Autos herzufahren und zu überholen. Egal wie gut das Auto war. Ich denke, unser Auto war heute eigentlich sogar gut", so Norris. Dieser steckte das Rennen über hinter Yuki Tsunoda fest.
"Ich konnte kaum mit Tsunoda mithalten. Es gab Teile der Strecke, auf denen der Red Bull unglaublich schnell war." Auch mithilfe der Strategie führte kein Weg an ihm und Liam Lawson vorbei.
Wieder Boxenstopp-Problem bei McLaren: Nicht dasselbe wie in Monza
Extra ärgerlich: Norris‘ Boxenstopp war zwei Sekunden langsamer als durchschnittlich. Nach seinem Stopp kam er rund zwei Sekunden hinter Tsunoda heraus. Mit einem perfekten Stopp hätte er wohl zumindest eine kleine Chance auf einen Platzgewinn gehabt.
"Das ist ein Bereich, auf den wir uns schon länger konzentrieren. Dadurch, dass das Feld enger wird, wird das immer wichtiger", weiß auch McLaren-Teamchef Andrea Stella. Schon in Monza hatte McLaren bei Norris ein Boxenstopp-Problem, das den heiß diskutierten Platztausch zwischen ihm und Oscar Piastri erst notwendig machte.
Doch das Problem in Baku war ein anderes. "Es war etwas anderes. Es hatte mehr mit dem Zusammenspiel von Maschine und Mensch zu tun. Wir wissen, dass wir aus der Sicht der Hardware noch nicht genug optimiert haben."
Doch Boxenstopp hin oder her. Das Rennen verlor Norris schon im Qualifying. Norris machte auf seinem letzten Versuch einen Fehler. "Ich habe es gestern verpasst. Ich habe heute alles getan, was ich konnte. Aber es gab einfach keine Möglichkeiten. Jedes Rennen ist eine Möglichkeit. Heute waren wir einfach nicht gut genug und gestern haben wir zu viele Fehler gemacht", sagt der WM-Zweite.
McLaren-Teamchef Stella: Niemand hätte besseres Ergebnis als Norris geholt
Ähnlich sieht es auch McLaren-Teamchef Andrea Stella. "Gestern im Qualifying hatten wir nicht das gewünschte Ergebnis, und heute sind wir irgendwie auf der gleichen Linie geblieben", findet Stella. "Die Realität ist, dass das Auto heute nicht schnell genug war, um anderen Autos zu folgen und dann auf der langen Geraden zu überholen."
Ob der langsame Boxenstopp im Kampf um Position fünf entscheidend war, ist sich Stella nicht sicher. "Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir sind so lange wie möglich draußen geblieben, um zu sehen, ob es eine Chance gibt", erklärt Stella. Überzeugt ist der Teamchef jedoch von seinem Fahrer heute, nachdem er ihn gestern noch kritisierte. "Ich glaube, kein anderer Fahrer hätte in dem Auto mehr Punkte holen können."
"Ich denke, letztendlich haben wir in Anbetracht unserer Leistung den Platz belegt, den wir verdient haben, auch wenn das Auto möglicherweise etwas schneller war. Aber wir hätten dieses Potenzial gestern im Qualifying ausschöpfen sollen, und das haben wir nicht getan."



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