Was für ein Qualifying! Aston Martin startet mit beiden Autos aus der dritten Startreihe in den Ungarn-GP und macht damit sowohl die Pleite vom vergangenen Belgien-Wochenende als auch die Rückenbeschwerden von Fernando Alonso vergessen. Der Asturier qualifizierte sich für Startposition fünf, Teamkollege Lance Stroll machte als Sechster das Gesamtresultat perfekt.
Beide Autos innerhalb der ersten drei Startreihen - das gelang Aston Martin zuletzt beim Brasilien-GP 2023 vor 21 Monaten. Seit dem Wiedereinstieg in die Königsklasse 2021 ist es die viertbeste Ausgangssituation der Teamgeschichte. Und das, obwohl Aston Martin in diesem Jahr nicht um Podestplätze kämpfen kann wie noch 2023.
"Ich würde sagen, es ist die Streckencharakteristik. Wir haben das Auto nicht stark verändert in den letzten sieben Tagen", versuchte Fernando Alonso den plötzlichen Leistungssprung zu erklären. Beim Belgien-Qualifying fanden sich die Aston-Martin-Piloten noch auf den Plätzen 19 und 20 wieder. Stroll kam entsprechend zu folgendem Schluss: "Bei mehr Abtrieb, kühlen Bedingungen und nicht zu viel Wind sind wir dort, wo wir sein wollen."
Mike Krack hatte eine andere Erklärung für die starke Performance. "Das war eine riesige Teamleistung. Für uns lief es ab der ersten Session sehr gut. Die neuen Teile haben von Anfang an gut funktioniert und wir hatten sehr gute Unterstützung aus der Fabrik in Silverstone", erklärte der Ex-Teamchef, der nun die Geschicke des Teams an der Strecke leitet.
Bereits im zweiten Training setzte Aston Martin auf den Plätzen vier und fünf ein erstes großes Ausrufezeichen und konnte das Niveau auch am Samstag halten. Alonso und Stroll fehlten nur marginale 0,109 beziehungsweise 0,126 Sekunden auf die Überraschungs-Bestzeit von Charles Leclerc.
Aston Martin nutzt Taktik-Kniff im Ungarn-Qualifying

Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso
Drei Freie Trainings lang war am Hungaroring nicht an Regen zu denken. Streckentemperaturen an die 50 Grad Celsius und darüber hinaus stellten die Reifen auf die Probe. Doch pünktlich zu Qualifying-Beginn kam der Wetterumschwung mit vereinzelten Regentropfen und sorgte für Hektik bei den Teams.
Aston Martin fuhr in Q3 früh auf die Strecke. "Die Temperaturen waren ein einigermaßen stabil, aber der Wind hat sich komplett gedreht und die Strecke langsamer gemacht", erklärte Alonso die Hintergründe. Den zweiten schnellen Versuch setzten beide Piloten deutlich früher als die Konkurrenz. "Wir haben entschieden, in der Mitte der Q3-Session herauszufahren, um weiteren Windveränderungen vorzubeugen. Wir waren nah an der Pole Position, also hat das gut funktioniert", so Alonso.
Im Gegensatz etwa zu McLaren-Pilot Oscar Piastri, der sich gar nicht mehr verbessern konnte, war Alonso mehr als eine halbe Sekunde schneller im zweiten Versuch. Auch Lando Norris gelang im finalen Run nur noch eine Verbesserung von nicht einmal einer Zehntelsekunde.
Mit Blick auf das Rennen wollte sich Alonso nicht zu lange über den Samstag freuen: "Wir müssen die Gefahren von hinten sehen. Max [Verstappen; d. Red.] startet hinter uns, Lewis [Hamilton; d. Red.] auch. Es wird also nicht einfach." Trotzdem ist der zweifache Weltmeister nicht bereit, die Flinte ins Korn zu werfen. "Fünfter und Sechster wären sehr schöne Punkte für das Team. Wenn wir einige Positionen halten könnten, wäre das gut."
Im FP1 setzte Alonso sicherheitshalber aus und ließ Reservepilot Felipe Drugovich ans Steuer seines AMR25. Der Routinier, der unter der Woche seinen 44. Geburtstag feierte, reiste mit einer Verletzung an der Rückenmuskulatur an. Entsprechend glücklich ist er nun, nicht das gesamte Wochenende ausgesetzt zu haben: "Wenn das Auto schnell ist, macht Zuschauen am Fernseher keinen Spaß."
Lewis Hamilton musste im Ungarn-Qualifying den nächsten Rückschlag hinnehmen. Der Ferrari-Pilot schied bereits in Q2 aus. Ist die Hamilton-Karriere bald zu Ende? Formel-1-Experte Christian Danner sagt, die Scuderia mache es dem Rekord-Champion schwer. Mehr dazu hier im Video:



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