Schwer zu ertragende Formel-1-Monate liegen hinter Williams. Eine schier nicht enden wollende Ausfall-Serie und nur acht WM-Punkte in fünf Rennen kippten das Momentum zugunsten der Mittelfeld-Konkurrenz. Am Belgien-Wochenende punktete das britische Traditionsteam mal wieder zweistellig und meldete sich damit zurück im Kampf um Platz fünf in der Konstrukteurswertung.
"Wir hatten heute ein starkes Rennen", lobte der Sechstplatzierte Alexander Albon sein Team und verwies auch auf das Update der Grove-Truppe: "Die Teile helfen uns definitiv, auf der Position ins Ziel zu kommen." Bereits einen Tag zuvor gelang Teamkollege Carlos Sainz Platz sechs im Sprint, sodass elf WM-Punkte in Spa-Francorchamps heraussprangen.
Im Gegensatz zum Sprint startete der Grand Prix bei nassen Bedingungen. "Wir haben ein bisschen Probleme mit den Regenreifen gehabt. In Silverstone und auch hier haben wir uns schwergetan", erklärte Albon. Als Fünfter gestartet konnte er Mercedes-Pilot George Russell nicht hinter sich halten. "Ich musste ein bisschen abreißen lassen."
Bei abtrocknenden Bedingungen gab es beim Thai-Briten allerdings keine Performance-Schwierigkeiten mehr. Nach dem Wechsel von Intermediates auf Medium-Reifen war er schnell genug, um vor Ferrari-Pilot Lewis Hamilton ins Ziel zu kommen, der nach erneut schwachem Qualifying die Aufholjagd starten musste.
Schwaches Rennen von Carlos Sainz: Doch keine Williams-Kehrtwende?

In der zweiten Williams-Garage gab es bei Carlos Sainz weniger Grund zur Freude. Nach P6 im Sprint stand nur Platz 18 zu Buche. "Wir haben an meinem Auto im Qualifying eine Unregelmäßigkeit gesehen. Das gab uns die Möglichkeit, aus der Boxengasse zu starten und etwas radikal anderes zu versuchen", erklärte der Spanier die Änderungen am mechanischen und aerodynamischen Setup vor Rennstart.
Ziel der Aktion war, den FW47 in voller Bandbreite auf Regen abzustimmen. "Leider ging das Regenrennen nur zehn Runden", bedauerte Sainz. "Wenn es ein reines Regenrennen gewesen wäre, hätte ich mit dem Abtriebs-Level vielleicht nach vorn kommen können." Mit zu viel Abtrieb hing Sainz bei Trockenbedingungen hinter der Konkurrenz fest.
Während sich Sainz über mehr Regen gefreut hätte, war sein Teamkollege vielmehr glücklich darüber, dass der Rennstart nach hinten verschoben wurde und der Circuit de Spa-Francorchamps schnell abtrocknete: "Vielleicht hätte ein längerer Regen-Stint das Rennen ein bisschen spannender gemacht. Aber das hätte uns wahrscheinlich geschadet, deshalb war ich glücklich über den kurzen Regen-Stint."
Deshalb legte Albon Wert auf seine Performance, die zudem nicht von einem vollständigen Regen-Setup geschmälert wurde. "Wir sind zwölf Sekunden vor dem nächsten Mittelfeld-Auto. Das ist sehr stark und wir hatten genügend Pace, um Lewis hinter uns zu halten", hob er hervor. Erster Mittelfeld-Verfolger war Racing-Bulls-Pilot Liam Lawson auf Rang acht.
Erstmals seit Imola durfte sich Williams auf der Ardennenachterbahn wieder über ein Top-6-Resultat freuen. Ist damit endlich die Pleiten-Serie besiegt und überwunden und Williams zurück auf der Mittelfeld-Erfolgsspur? Albon hält sich zurück und verweist auf das letzte Rennen vor der Sommerpause: "Wir brauchen mehr Strecken, um herauszufinden, wo wir stehen. Diese Strecke [Belgien; d. Red.] lag uns. Ungarn ist normalerweise keine gute Strecke für uns. Deshalb müssen wir sehen, wo wir da herauskommen."
Alexander Albon profitierte vom verschobenen Rennstart in Belgien. Max Verstappen hingegen gehörte zu den Verlierern und wirft der Rennleitung Ängstlichkeit vor. Mehr dazu hier im Video:



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