Das Spa-Wochenende von Lewis Hamilton hat sich am Samstag im Qualifying für den Grand Prix zur völligen Katastrophe ausgeweitet. Wie schon am Freitag im Sprint-Qualifying macht Hamilton auch im GP-Qualifying einen Fahrfehler in Q1, und alle Zweifel der Welt an der Track-Limits-Messung helfen ihm nicht. Es bleibt nur die Entschuldigung bei Ferrari.

Am Freitag hatte sich Hamilton noch auf der entscheidenden SQ1-Runde in der Bus-Stop-Schikane gedreht. Für das instabile Heck machte er später ein nicht näher definiertes "neues Teil" verantwortlich, dass er bei der Formel 1 in Belgien erstmals am Auto habe, während es Teamkollege Charles Leclerc schon seit Wochen fahre. Mehr zu seiner Erklärung gibt es hier:

Letztendlich war es jedoch ein Fahrfehler. Und das ist es auch am Samstag in Q1. Auf der entscheidenden Runde wurde er auf der Vollgas-Kuppe von Raidillon innen zu gierig und kam zu weit raus. Mit allen vier Rädern wurde er abseits der Strecke erfasst, die für P7 reichende Runde wurde gestrichen. Plötzlich war er 16., und damit wieder im ersten Segment raus.

Track-Limit-Zweifel helfen nichts: Hamilton muss "Sorry" sagen

Das Fiasko ist schwer zu akzeptieren. "Jeder nimmt den Kerb", verteidigt sich Hamilton direkt nach dem Qualifying noch, revidiert eine erste Einschätzung, dass er seines Gedenkens keine wirklich andere Linie gefahren sei, kurz darauf aber: "So weit war ich wohl noch nie da draußen."

Hamilton möchte nun zwar noch mit den Stewards darüber sprechen. Doch dabei dürfte kaum etwas zu seinen Gunsten herauskommen. Die FIA überwacht schon lange neuralgische Track-Limit-Stellen mit eigenen Kameras und automatisierten Systemen. Wenn das in Raidillon der Fall ist - und das ist wohl eine der kritischsten Stellen für Track-Limit-Vergehen in Spa - dann dürfte die Sachlage sehr klar gewesen sein.

Lewis Hamilton im Ferrari
Hamiltons Fiasko in Spa will nicht aufhören, Foto: Horst Bernhardt / Speedpictures

"Es tut unglaublich weh", muss Hamilton so ultimativ eingestehen. "Mein Fehler. Ich muss mich einfach beim Team entschuldigen. Die ganze harte Arbeit, der Filmtag, mit dem wir uns vorbereitet haben, und dann kommst du hierher und schaffst es nicht einmal durch Q1. Das ist von meiner Seite inakzeptabel. Es tut mir richtig leid."

Lewis Hamilton bleibt mit Ferrari-Heck in Spa unglücklich

Ferrari hatte mit dem Filmtag unter anderem eine neue Hinterachse vorbereitet. Charles Leclerc kam über das Wochenende hinweg langsam in Fahrt und schnappte sich mit einer soliden Leistung am Samstag den dritten Startplatz. Noch steht Arbeit vor Ferrari, um das bestmögliche Setup zu finden. Auf dem Papier schien nach Adaptionen zwischen Sprint und Qualifying der SF-25 aber kein schlechtes Auto.

Ferrari: Hamilton ein Fehler? Zerstört Verstappen Russell? (47:36 Min.)

"Wir haben etwas geändert, schlimm fühlte es sich nicht an", bestätigt Hamilton. Ergänzt aber auch, dass er sich nicht wirklich komfortabler fühlte als am Freitag. Immer noch war ihm das Heck zu nervös: "Wir mussten schon einen zweiten Reifensatz hernehmen, um durch Q1 zu kommen." Leclerc hatte es mit einem Satz geschafft. Und dann folgte der Fehler: "Ich muss wirklich in mich gehen."

Das Rennen lässt Hamilton jetzt einfach auf sich zukommen. Mangels Ideen plant er keinen Total-Umbau des Setups und einen Boxengassen-Start. Regen ist möglich, aber dass der SF-25 im Regen nur schlechter wird, ist auch bekannt: "Ich denke, es gibt nicht viel, was wir tun können. Einfach von hier starten und mal schauen."