Die Sprint-Hälfte des Spa-Wochenendes der Formel 1 war ein Desaster für Lewis Hamilton. Nachdem er wegen eines Drehers nur von Startplatz 18 losgefahren war, ging es im Sprint selbst kaum nach vorne. Während Charles Leclerc Vierter wurde, lief Hamilton auf P15 ein. Mit seinen Aussagen danach wirft er prompt neue Fragen auf.

Denn natürlich war der ungelenke Dreher im Sprint-Qualifying gestern am Abend großes Thema im Ferrari-Debrief. Am Samstag nach dem Sprint meint Hamilton nun: "Wir haben es verstanden. Wir haben ein neues Teil am Auto. Charles hat das seit Montreal, seit ein paar Rennen. Ich hatte es hier zum ersten Mal."

Mehr dazu will Hamilton wenig überraschend nicht verraten. Sicher ist nur, dass er sich hier nicht auf die neue Hinterachse bezieht. Die kam in Belgien bei beiden Autos zum ersten Mal zum Einsatz. Hamilton sieht aber zwischen seinem Dreher und diesem anderen "neuen Teil" eine klare Verbindung.

Hamilton verteidigt sich: War wie der Leclerc-Unfall in Kanada

Denn: "Erinnert euch daran, Charles ist damit in Montreal abgeflogen." In Kanada hatte sich Leclerc im 1. Training nach nur 14 Minuten auf der Bremse hin zur ersten Schikane verschätzt. Er fuhr geradeaus in die Wiese, verlor die Kontrolle und schlug in die Wand ein, wodurch er den Rest des Tages damals hatte zusehen müssen. Leclerc nahm damals den Fehler auf sich.

Wie bei diesem Zwischenfall ging es auch bei Hamilton am Freitag im Sprint-Qualifying um die Bremse: "Ich hatte die gleiche Erfahrung. Die Bremsen fühlten sich gut an, und ich habe an der gleichen Stelle gebremst, an der ich auch im Training bremste, nur mit ein bisschen mehr Druck - und dadurch ist mir das Heck ausgebrochen."

"Wir verstehen es, jetzt habe ich ein paar Runden fahren können und hoffentlich wird das kein Problem mehr sein", lautet Hamiltons Fazit nach dem Sprint. In dem hatte er über 15 Runden lediglich Nico Hülkenberg und Alex Albon überholen können, nachdem er praktisch vom Start weg in einem langen DRS-Zug steckte und dadurch nie ausreichend Speed-Überschuss am Ende der Geraden für ein Manöver zusammenbekam.

Charles Leclerc maximiert enttäuschenden Ferrari im Sprint

Charles Leclerc schnappte sich am Start den dritten Platz von Lando Norris, doch in einem dem McLaren unterlegenen Ferrari konnte er ihn unmöglich halten. In Runde 4 ging Norris wieder vorbei. Am Ende kam Leclerc mit über 10 Sekunden Rückstand auf dem vierten Platz ins Ziel.

"Ich verspüre keine besonderen Gefühle", vermag Leclerc kaum etwas dazu zu sagen. Die neue Hinterachse scheint am Kräfteverhältnis nichts geändert zu haben. "McLaren und Red Bull bringen auch noch Entwicklungen. Das heißt, es ist sehr schwierig, aufzuholen. So sieht es momentan für uns aus. Ich denke nicht, dass heute noch mehr drin war."