Schlechter kann der Kanada-GP für Charles Leclerc kaum beginnen. Der Ferrari-Pilot crashte nach 14 gefahrenen Minuten schon aus dem 1. Freien Training der Formel 1. Und das heftig genug, um sich für den Rest des Freitages sogar ganz rauszunehmen. Wie Ferrari kurz vor dem Start von FP2 bestätigte, kann Leclerc am Rest des Tages nicht mehr teilnehmen.

Denn beim Einschlag ging das Chassis von Leclercs SF-25 kaputt. Obwohl es eigentlich ein recht kleiner Unfall war. Leclerc hatte sich auf der Bremse hin zur ersten Schikane verschätzt, den Fehler aber nicht wahrhaben wollen. "Mein Fehler, ich hätte geradeaus fahren sollen", funkte er sofort. "Ich dachte, es würde sich ausgehen, aber ich habe gerade so die Wand erwischt."

Leclerc war über das Gras bis in die TecPro-Absperrung dahinter gerutscht und hatte sich dabei die vordere und hintere linke Aufhängung abgerissen. Einen direkten Treffer steckte das Chassis so nicht ein. Doch in so einem Fall ist es durchaus möglich, dass Teile der Vorderradaufhängung dann in das Chassis gedrückt werden und kleinere Schäden auslösen. Oder dass der abgerissene Reifen eingezwängt wird.

Zwangspause in Kanada: Ferrari muss Leclerc-Chassis tauschen

Jedenfalls checkte Ferrari das Auto sofort durch. "Als ich die Garage verlassen habe, sah es aus, als wäre das Chassis beschädigt worden", gab Teamchef Fred Vasseur eine Stunde später in der Pressekonferenz bereits eine düstere Prognose ab. Ein Chassis-Tausch ist bis zum 2. Training nicht zu bewerkstelligen, dazu müsste man es unter drei Stunden schaffen. Das geht nicht.

So bestätigte Ferrari 25 Minuten vor dem FP2-Start endgültig das Aus. Für den Rest des Wochenendes sollte Leclerc aber keine weiteren Probleme haben. Ferrari hat natürlich ein Ersatz-Chassis, das nun über Nacht aufgebaut werden wird. Im 3. Freien Training kann Leclerc dann am Samstag wieder ins Geschehen eingreifen.

Aber die Trainingszeit ist natürlich verloren. In nur 14 Minuten und neun Runden hat Leclerc am Freitag kaum etwas lernen können und wird sich somit voll auf die Daten von Teamkollege Lewis Hamilton verlassen müssen.

Dabei sah es in den ersten Minuten gar nicht so schlecht aus. Leclerc lag zum Unfall-Zeitpunkt in Führung, und diese 1:13,885 reichte im finalen FP1-Ergebnis immer noch für den zehnten Platz, nur zwei Zehntel hinter dem sechstplatzierten Hamilton. Den ganzen Trainings-Bericht gibt es hier: