WM-Zweiter, aber mit riesigem Rückstand – so sieht die Bilanz von Ferrari nach der ersten Saisonhälfte aus. Hätte man Charles Leclerc zu Beginn der Formel 1-Saison gefragt, wäre seine Halbzeitbilanz sehr wahrscheinlich anders ausgefallen.
"Die Sache ist die: Nachdem wir gegen Ende des Vorjahres um den Konstrukteurstitel gekämpft haben, sind wir in diese Saison mit der Erwartung gestartet, zumindest auf einem ähnlichen Level zu beginnen", erzählte der Monegasse. In zwölf Rennen stand er zwar viermal auf dem Podest, jedoch nie ganz oben. "Das ist nicht das, was wir uns vorgenommen hatten. Aber wir arbeiten hart daran, die Situation zu ändern", sagte Leclerc. Ausgerechnet Lewis Hamilton, der immer noch mit dem SF-25 fremdelt, spielt dabei eine durchaus wichtige Rolle.
Ferrari profitiert von Hamiltons Erfahrungsschatz
Denn wie Leclerc im Interview mit der Times verriet, profitiert Ferrari vom Erfahrungsschatz, den der Rekordweltmeister mitbringt. Immerhin fuhr Hamilton zwölf Jahre für Mercedes, gewann mit dem Rennstall sechs Fahrer- und acht Konstrukteurstitel. "Es ist interessant zu sehen, in welchen Bereichen sich die Arbeitsweise von Ferrari komplett von der anderer Teams wie beispielsweise Mercedes, das in der Vergangenheit riesige Erfolge gefeiert hat, unterscheidet", verriet Leclerc, der seit 2019 für Ferrari fährt. Dabei ist ihm durchaus bewusst, dass er in einer Ferrari-Bubble feststeckt.
"Für mich ist das Gefühl im Auto Normalität. Entsprechend spannend ist für mich das Feedback von Lewis. Ich bin überzeugt, dass sein Feedback uns helfen wird, in der Zukunft einen Schritt nach vorne zu machen. Es öffnet das Mindset für andere Arbeitsweisen", so Leclerc. Hinzu kommt, dass Technikchef Loïc Serra selbst erst im Herbst 2024 von Mercedes zu Ferrari stieß. Der Franzose war seit dem Wiedereinstieg der Silberpfeile 2010 dort aktiv und begleitete Hamilton somit bei sechs seiner sieben WM-Titel.
In Belgien soll dieses Wochenende erstmals eine neue Hinterachse am SF-25 zum Einsatz kommen, die beide Ferrari-Piloten zuletzt bei einem Filmtag in Mugello getestet haben. "Wir sind immer noch im Fight mit Mercedes und Red Bull. Im Kampf darum, ein paar Rennen zu gewinnen. Das ist wichtig für das Team", betonte Teamchef Fred Vasseur zuletzt in Silverstone.
Leclerc: Karriereende bei Ferrari?
Unabhängig davon, ob es dieses Jahr noch mit einem Sieg klappt, sieht sich Leclerc langfristig in Maranello. "Im Moment sehe ich mich nirgendwo anders als bei Ferrari. Es ist sehr gut möglich, dass ich meine Karriere hier beenden werde", meinte der Monegasse, der einen langjährigen Vertrag – voraussichtlich bis 2029 - hat. "Ich habe immer gesagt, wie sehr ich dieses Team liebe, und im Moment ist es mein einziges Ziel, Ferrari wieder an die Spitze zu bringen. Das gilt auch für Fred und Lewis", so Leclerc.
Ob es die richtige Entscheidung ist, bei Ferrari zu bleiben, diskutieren die MSM-Redakteure in diesem Video:



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