Obwohl Lance Stroll in Silverstone mit einem siebten Platz das erste Mal seit dem Miami-Sprint wieder in die Punkteränge fahren konnte, markierte das Großbritannien-Wochenende einen neuen Tiefpunkt in seiner Formel-1-Karriere: Seit einem Jahr muss sich Stroll im Qualifying seinem Teamkollegen Fernando Alonso geschlagen geben.

Das letzte Mal, dass sich Stroll vor Alonso qualifizierte, war in Silverstone 2024. Damals startete er von P8, Alonso von P10. Seither gab es 24 Formel-1-Wochenenden und in jedem Qualifying war Alonso schneller als Stroll. Selbst wenn der zweifache Weltmeister nicht gut performte - wie in Las Vegas 2024 (P17) oder Miami 2025 (P17) - Stroll war ihm immer unterlegen. Nur für die Sprints in Austin und China konnte sich der 26-Jährige vor Alonso platzieren.

Stroll fehlen seit dem Ungarn Grand Prix 2024 durchschnittlich 0,594 Sekunden auf seinen Aston-Martin-Teamkollegen. In den letzten zwölf Monaten startete der Kanadier zweimal vom letzten Platz, nur viermal schaffte er den Sprung ins Q3. Alonso zog in der gleichen Zeit an vierzehn Samstagen in das dritte Qualifying-Segment ein. In der ersten Saisonhälfte 2025 qualifizierte sich Stroll durchschnittlich auf dem 16. Platz.

Gegen keinen anderen Teamkollegen verzeichnete Lance Stroll so eine Niederlage. Die längste Qualifying-Flaute seiner Karriere musste er 2019 einbüßen, als Aston Martin noch Racing Point hieß. Der Kanadier brauchte vierzehn Anläufe, um sich in der Startaufstellung vor seinem damaligen Teamkollegen Sergio Perez zu platzieren.

Die Rennstatistik spricht – ähnlich wie der Qualifying-Vergleich – nicht gerade für Lance Stroll. In den letzten 24 Rennen überquerte er nur zweimal vor Alonso die Ziellinie. Nach zwölf Rennen befindet sich Stroll in der WM-Wertung zwar vor dem Spanier, doch der erlebte 2025 seinen schlechtesten Saisonstart seit zehn Jahren. Erst bei seinem Heimrennen in Spanien konnte Alonso punkten, seitdem platzierte er sich immer unter den Top-9.

Lance Stroll: Schlechtester Qualifying-Pilot der Formel-1-Geschichte

Zusätzlich zu seinem persönlichen Negativrekord ist Lance Stroll Spitzenreiter in einer weiteren unschönen Qualifying-Statistik: Seit dem diesjährigen Saudi-Arabien Grand Prix ist er der Formel-1-Fahrer mit den meisten Q1-Ausstiegen, seit das Format 2006 eingeführt wurde. Inklusive seinem 18. Startplatz in Silverstone stieg er bisher 80-mal nicht ins zweite Qualifying-Segment auf.

Aston Martin-Teamkollegen Fernando Alonso und Lance Stroll nach dem Rennen im Parc Ferme
Lance Stroll blieb mehr als doppelt so oft in Q1 hängen wie Alonso, Foto: Aston Martin F1 Team

In seinen neun Formel-1-Saisons hat der Kanadier bisher 180 Qualifyings bestritten. Seine Q1-Ausstiegsrate liegt damit bei 44 Prozent. Zum Vergleich: Fernando Alonso blieb bei 416 Qualifying-Teilnahmen nur 30-mal in der ersten Runde hängen. Zwischen dem USA Grand Prix 2018 und dem Großbritannien Grand Prix 2019 schaffte es Stroll vierzehnmal hintereinander nicht unter die Top-15.

Angesprochen auf seinen neuen Rekord sagte Stroll nach dem Qualifying in Jeddah: "Setz' die McLaren-Fahrer für zehn Jahre in einen Sauber, dann haben sie auch die meisten Q1-Austritte. Es kommt auf das Auto an." Dass sein Teamkollege seit 2023 nur viermal nicht im zweiten Qualifying-Segment mitfuhr, blieb dabei unerwähnt. Seine beste Startposition fuhr Lance Stroll beim Großen Preis der Türkei im Jahr 2020 ein, als er von der Pole-Position wegfuhr.

Meiste Q1-Ausstiege: Lance Strolls negative Qualifying-Statistik

Q1-Ausstiege80 (Stand: Großbritannien GP 2025)
längste Q1-Strecke14 (USA GP 2018 - Großbritannien GP 2019)
Ø Karriere-Qualifying-Position14
Top-3 der Q1-Ausstiege1. Lance Stroll (80*)
2. Kevin Magnussen (74)
3. Marcus Ericsson (71)

Bei solchen Leistungen fragen sich einige Motorsport-Fans: Wie lange bleibt Lance Stroll eigentlich noch in der Formel 1? Unsere Redakteure Florian und Markus haben darüber diskutiert. Ihre Meinung gibt's im Video!

Wie lange bleibt Lance Stroll noch in der Formel 1? (20:30 Min.)