Der Gegenwind für Fred Vasseur wird stärker. Laut den italienischen Medien steht der Ferrari-Teamchef auf der Kippe. Sie wollen auch schon den potenziellen Nachfolger für Vasseur kennen: Antonello Coletta. Dem aktuellen Chef des Langstreckenprogramms soll bereits in der Vergangenheit der Posten als Ferrari-Teamchef angeboten worden sein.
Hamilton Teil des Vasseur-Problems
Angesprochen auf die Schlagzeilen stellte sich Lewis Hamilton in der Pressekonferenz zum Kanada GP vehement hinter den Franzosen. "Die meisten Leute wissen nicht, was hinter den Kulissen vor sich geht. Nicht alles ist perfekt, aber wir arbeiten hart, und ich bin überzeugt, dass Fred der Richtige ist, um uns an die Spitze zu bringen." Vasseur war die treibende Kraft hinter der Verpflichtung des Rekordweltmeisters, doch Hamilton blieb bisher weit hinter den Erwartungen.
Bis jetzt tut sich Lewis Hamilton schwer, im Formel-1-Auto von Ferrari Fuß zu fassen. Ist es wirklich nur eine Frage der Gewohnheit? Das sagt Fernando Alonso:
Längst ist klar, dass Hamiltons Sprint-Sieg in China eine Ausnahme und nicht der Beginn einer neuen erfolgreichen Ferrari-Ära gewesen ist. Neben den fehlenden sportlichen Leistungen hat sich durch Hamiltons Aussagen bei so manchem das Gefühl eingeschlichen, dass der Brite keinen Bock mehr auf sein rotes Abenteuer hat. So klagte er nach dem Spanien GP über das schlechteste Rennen seiner Karriere. "Es war ein schwieriger Tag, was soll ich sagen? Es gibt nichts hinzuzufügen. Es war schrecklich."
Dem Briten scheinen die zwei Wochen Pause zwischen Spanien und Kanada gut getan zu haben, denn für ihn steht außer Frage, dass er noch lange bei Ferrari fahren wird. "Es steht außer Frage, wo ich stehe und was ich mit dem Team erreichen will. Ich bin für mehrere Jahre hier", stellte der 105-fache GP-Sieger klar und appellierte an die Medien: "Hört auf, euch Sachen auszudenken."
Sainz: Es ist immer dasselbe
Einer, der dieses Spiel bestens kennt, ist Ex-Ferrari-Pilot Carlos Sainz. "Es ist immer dasselbe. Sobald die Ergebnisse bei Ferrari nicht stimmen, zeigen alle mit dem Finger aufeinander", erklärte der Spanier. Obwohl Vasseur ihn durch Hamilton ersetzt hat, schätzt er den Franzosen als Teamchef. "Wir hatten in der Vergangenheit einen schwierigen Monat, nämlich als er mich nicht mehr [im Team haben; Anm. der Red.] wollte. Aber wir haben uns versöhnt und kommen gut miteinander aus. Ich schätze ihn als Person und Teamchef", meinte Sainz.
Nach dem Abgang von Mattia Binotto sollte Frédéric Vasseur die Scuderia wieder auf die Erfolgsspur führen. Seit 2023 wurde Ferrari Dritter (2023) und Zweiter (2024) in der Konstrukteursweltmeisterschaft. Für die meisten Teams wären dies solide Ergebnisse, für Ferrari jedoch nicht. Auch die Verpflichtung von Loïc Serra als Technical Director Chassis führte nicht dazu, dass die rote Göttin wieder an der Spitze fährt. Für Christian Danner liegt das Problem an der Vorderradaufhängung. Ferrari wechselte über den Winter das Konzept von Pushrods auf Pullrods.
"Ich glaube schon, dass es intern bei Ferrari ein bisschen brodelt. Immerhin hat Vasseur Serra als technischen Direktor geholt, und Serra wollte unbedingt ein anderes Aufhängungskonzept", so Danner. Ende des Jahres läuft der Vertrag von Vasseur aus, allerdings steht 2026 mit dem neuen Reglement ein großer Umbruch bevor – wohl kaum ein guter Zeitpunkt, um wichtige Personalien zu verändern.



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