Die Formel-1-Saison 2025 zieht sich für Ferrari bis in die Unendlichkeit. Das Team stellte früh die Entwicklung am aktuellen Auto ein und bekommt aktuell die Rechnung dafür präsentiert. Die fehlende Performance auf der Strecke, das ganze Gerede drumherum, die Gerüchte - Lewis Hamilton, der selbst von Woche zu Woche schlimmere Auftritte absolviert, sorgt sich um das Team.

So hatte Teamchef Fred Vasseur schon am Freitag in Katar eingeräumt, dass man womöglich die psychologischen Auswirkungen des Entwicklungs-Stopps unterschätzt hatte. Schon im April hatte die Teamführung nämlich in Angesicht des großen Performance- und Punkte-Vorsprungs von McLaren entschieden, für 2025 keine Aerodynamik-Updates zu entwickeln und die Ressourcen auf das 2026er-Projekt umzuschichten:

Daher geriet Ferrari im weiteren Verlauf des Jahres auch immer mehr gegen Mercedes und Red Bull ins Hintertreffen. Der daraus resultierende Frust-Effekt zeigte sich öffentlich vor allem in den Aussagen der Fahrer, aber wie schlimm ist es intern wirklich?

Lewis Hamilton sicher: Das hat einen riesigen Effekt auf die Leute

"Es ist mein erstes Jahr hier, also habe ich jetzt nichts bemerkt", ist Lewis Hamilton ähnlich wie Vasseur zumindest vom äußeren Agieren des Teams im Angesicht der Herausforderungen beeindruckt. Das heißt aber in seinen Augen nicht, dass man die Angelegenheit einfach als halb so schlimm betrachten kann.

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"Für die ganzen Mechaniker, die Ingenieure, die jedes Wochenende hier sind, für alle in der Fabrik sind diese Ergebnisse sicher schwer wegzustecken, während sie ihr Bestes geben", warnt Hamilton. Bei dem Thema geht es für ihn um mehr als bloß fehlende aerodynamische Entwicklung: "Auch diese Negativität, die permanent in den Medien und so kursiert. Das beeinflusst."

"Sie kommen nach Hause zu ihren Ehefrauen, und hören von ihren Frauen, dass da diese Dinge über die Leute geredet werden, mit denen sie arbeiten", meint Hamilton. "Ich bin sicher, solche Dinge merken sie, ihre Kinder, alle diese Dinge. Das hat alles riesige Auswirkungen auf viele Menschen."

Über das permanente Gerede und über die Gerüchte bezüglich der Zukunft von Fred Vasseur hatte sich Hamilton in diesem Jahr bereits mehrmals beklagt. Natürlich sind die eine Folge der schlechten Ergebnisse, die wiederum zu großen Teilen eben eine Folge des frühen Entwicklungsstopps sein sollen. Ist das der Fall, so sollte man Ferraris Qualität als Team nach dieser Logik aber dann nicht an den Ergebnissen der letzten Monate messen.

Entwicklungs-Stopp schuld an Lewis Hamiltons Formtief?

Der Entwicklungsstopp lässt nebenbei noch andere Schlussfolgerungen zu. Etwa, dass Hamiltons schwache Leistungen darauf zurückgehen. Hätte Ferrari mehr Aerodynamik-Entwicklung betrieben, so hätte man vielleicht das Auto in ein für Hamilton besseres Fenster bringen können? Eine Theorie, die Hamilton in Katar verneint: "Es gibt deutlich mehr Dinge, die Aufmerksamkeit verlangen. Das ist es nicht."

"Ich wollte von ihnen, dass sie sich auf das nächstjährige Auto konzentrieren, als wir wussten, dass dieses Auto nicht gut war", hält Hamilton fest. "Ich stand da voll dahinter. Es war natürlich ein langes Jahr mit dem, was wir hatten. Es gibt da nur andere Dinge, an denen gearbeitet werden muss."

In Katar bleibt die unmittelbare Lage für Hamilton ausweglos. Drei Qualifyings in Serie flog er im ersten Segment raus. Sein letztes Q3-Gastspiel war Mexiko gewesen, und Charles Leclerc konnte er seit dem Sprint-Qualifying von Austin nicht mehr hinter sich lassen. Katar war aber besonders schlimm. Wie schlimm, das gibt es hier nachzulesen: