Wer dachte, dass die Stimmung bei Ferrari in der Formel 1 2025 nicht mehr viel schlechter werden könnte, der hat sich geirrt. Nach dem Qualifying erreicht sie am Samstagabend in Katar ihren absoluten Tiefpunkt. Charles Leclerc hievt ein fast unfahrbares Auto irgendwie noch auf Platz 10, während Lewis Hamilton erneut in Q1 hängenbleibt.
Irgendwas an Katar ist es, das dem SF-25 überhaupt nicht liegt. Seit Freitag ist es ein Desaster, und nichts von dem, was Team und Fahrer versuchen dagegen zu unternehmen, scheint zu greifen. Das hatte nach dem Sprint sogar schon in Mitleid von Alpine gemündet. Von Pierre Gasly, der fast den ganzen Sprint hinter Hamilton am Ende des Feldes hergefahren war.
"Pierre kam danach zu mir und meinte: 'Hey, das sieht so schlimm aus!'", verriet Hamilton direkt im Anschluss bei den spanischen Kollegen von 'DAZN'. "Ich meinte nur: No sh..., Sherlock." Hamilton beschrieb den Sprint als "das härteste Rennen, an das ich mich dieses Jahr erinnern konnte. Aus der Boxengasse gestartet, um zu sehen, ob wir es besser machen konnten, aber es ging in die andere Richtung, noch schlechter."
Ferrari in Katar völlig unfahrbar: Leclerc wild, Hamilton langsam
Leclerc hatte weiter vorn im Sprint eine desaströse Startrunde hingelegt: "Ich dachte, es müsste ein Schaden sein, und wir sahen dann auch etwas - aber nach den ersten paar Runden. Das Problem war aber nur in der ersten Runde da. Es hat sich grauenvoll angefühlt." Er wurde 13., Hamilton 17. Besserung war wenige Stunden später im Qualifying keine in Sicht.
Hamilton fühlte sich lediglich nach dem Setup-Rückbau wieder besser. Was effektiv hieß: Besser als unfahrbar. Ein schwacher Trost: "Zu Session-Beginn sah es ganz solide aus, aber dann habe ich die letzte Runde nicht hinbekommen." Das Heck des Ferrari begehrt für ihn viel zu oft auf: "Stabilität, die Stabilität ist permanent eine Herausforderung. Uns fehlt natürlich Abtrieb, weil wir relativ zu anderen weniger entwickelt haben. Also ist das Auto permanent auf Messers Schneide." Mehr zum frühen Entwicklungs-Stopp der Scuderia gibt es hier:
Für Hamilton war es daher auf P18 vorbei. Leclerc hasardierte weiter: "Es war unglaublich schwierig. Ich meine, das ganze Wochenende ist unfassbar schwierig. Das Auto ist richtig, richtig schwer zu fahren, und das ist einfach frustrierend. Die zweite Q3-Runde war richtig gut, aber das reicht nur für P10, und das ist einmal mehr sehr frustrierend."
Auf dem ersten Versuch hatte er sich zuvor noch bei hoher Geschwindigkeit mehrmals um die eigene Achse gedreht: "Ich habe einfach eine dumme Menge Risiko genommen, wie ich es in jeder einzelnen Kurve in Q3 mache, um P8 oder P9 zu holen." Fast eine Zehntel fehlte ihm auf Gaslys Alpine, der anders als im Sprint nun sogar vor beiden Ferrari steht.
Hamilton & Leclerc überbieten sich bei düsterer Ferrari-Stimmung
"Generell bin ich eine optimistische Person, aber ich tue mir schwer, irgendeinen Optimismus für morgen zu finden", geht der Horror für Leclerc am Sonntag bloß in die nächste Runde. "Es gab keine einzige Runde an diesem Wochenende, die mich hoffen ließ, dass die Dinge in die richtige Richtung gehen könnten. Ein guter Tag morgen wird sein, das Auto auf der Strecke zu halten und ein paar Punkte zu holen."
Das ist für einen Ferrari-Piloten natürlich eine absurde Zielsetzung. "Ich will nicht ins Rennen gehen und ein paar Punkte holen, das Auto auf der Strecke halten und in die Top-10 kommen, aber glaube ich realistisch an mehr? Ich denke nicht", ist sich Leclerc dem nur zu gut bewusst. "Wir haben verschiedene Setups versucht, verschiedene Ansätze, aber die Situation ist ausweglos. Das Auto ist nicht schnell genug."
"Ich hoffe, dass wir in Abu Dhabi zurück in die Spur finden", geht Leclerc von einem rein der Streckencharakteristik zuzuschreibendem Hänger aus. Das Rennen hat er auch wegen des 25-Runden-Reifenlimits abgeschrieben. Und Hamilton erst recht. Der wirkt am Samstag bei einem TV-Interview auf die Frage nach ein paar Worten für seine Fans schon fast völlig erledigt, und antwortet erst nach langem Nachdenken: "Ich habe gerade keine Nachricht für sie ... sorry."



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