McLaren ist in der Formel 1 2025 das tonangebende Team. Doch keineswegs unschlagbar, wie Max Verstappen in Imola unter Beweis stellen konnte. Könnte sich das auch in Monaco wiederholen? WM-Leader Oscar Piastri drückt sich - wie so häufig - vorsichtig aus, doch auch er geht davon aus, dass Team Papaya die besten Karten hat.
"Ich bin zuversichtlich, dass wir immer noch das Team sind, das es an diesem Wochenende zu schlagen gilt", sagte der Australier am Donnerstag vor dem achten Rennen der Formel-1-Saison. In Imola war er auf die Pole Position gefahren, in Kurve 1 dann allerdings außen von Max Verstappen düpiert worden. Entgegen aller Erwartungen konnte der Titelverteidiger die Pace im Longrun halten und geriet pacemäßig nie in Gefahr.
Monaco-GP: Oscar Piastri rechnet mit Ferrari
"Wir haben Imola unter die Lupe genommen und analysiert, was wir an einigen Fronten besser machen hätten können", hakte Piastri das letzte Wochenende ab. Mit Monaco steht nun allerdings eine Strecke ins Haus, deren Charakteristik mit zahlreichen langsamen Kurven grundverschieden ist und bei der Verstappen schon im Vorfeld davon ausgeht, dass sie dem Red Bull nicht so gut liegen werde.
Auch Ferrari prognostizierte aufgrund dieser Charakteristiken, dass sie selbst einen schweren Stand haben werden. Dem wiedersprach allerdings Piastri, der die Roten sehrwohl auf dem Zettel hat: "Ich denke Ferrari wird hier wieder im Spiel dabei sein. Sie waren hier immer stark, aber wir vertrauen auf die Pace, die wir haben." Charles Leclerc und Co sehen sich nicht nur in langsamen Ecken im Nachteil, vor allem leiden sie seit Saisonbeginn an einer latenten Qualifying-Schwäche. Keine gute Ausgangslage für jene Strecke, die als die Qualifying-Strecke schlechthin gilt.
Oscar Piastri: Polesetter wird schwer zu schlagen sein
Eine neue Regel könnte aber 2025 für Trubel sorgen. Denn erstmals sind auf dem Circuit de Monaco 2025 zwei Formel-1-Boxenstopps verpflichtend vorgesehen. Strategisch eine große Unbekannte für alle Fahrer und Teams, Piastri glaubt dennoch: "Wenn man sich auf der Pole Position qualifiziert, wird man schwer zu schlagen sein, es sei denn, es läuft noch etwas dramatisch schief."
Doch so sicher ist sich Piastri auch nicht. Denn durch die Überholschwierigkeit der 3,337-Kilometer langen Strecke könnten sich je nach Gemengelage viele verschiedene Varianten ergeben: "Es wird kompliziert werden. Sehr viele Faktoren könnten eine Rolle spielen. Ich denke, dass wir viel Gambling für ein Safety Car oder auf eine rote Flagge sehen werden, vor allem wenn jemand nicht in einer guten Punkteposition liegt."
Das betrifft praktisch das halbe Feld, die ohne viele andere Möglichkeiten unter die ersten Zehn zu kommen, vielleicht strategisch einen Schuss ins Blaue wagen. "Es werden viele Risiken genommen werden, denn wenn es letztendlich schiefläuft, dann verliert man nichts. Das macht es für die Spitzenteams, wie uns, potenziell komplizierter", erwartet Piastri.
Die Pole Position würde für McLaren die Ausgangslage im Rennen nichtsdestotrotz einfacher machen. Denn dann könnte Team Woking an der Spitze das Tempo bestimmen. In den vergangenen Jahren war es bei der Formel 1 in Monaco gängige Strategie, an der Spitze zu bummeln, um keine Lücken im Mittelfeld entstehen zu lassen. Ob das in diesem Jahr genauso sein wird, steht noch in den Sternen.



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