Für Gabriel Bortoleto heißt es 2025 kleinere Brötchen backen. In seiner ersten Formel 1-Saison findet er sich in einer ungewohnten Position wieder – und zwar am Ende des Feldes. In den Nachwuchskategorien war der 20-Jährige gewohnt, an der Spitze um Siege und Podestplätze zu fighten.
In Australien kam er gar nicht ins Ziel, in China mit einer Runde Rückstand, in Japan und Bahrain mit einer Minute Rückstand auf den Sieger. "Ich bin ganz ehrlich. Es ist eine schwierige Situation für mich, denn hinter mir liegen zwei gute Jahre, in denen ich die Formel 3 und Formel 2 gewonnen habe", verriet Gabriel Bortoleto. Beide Serien gewann er in seinem ersten Jahr – dieses Kunststück gelang vor ihm nur Charles Leclerc, George Russell und Oscar Piastri.
Bortoleto: Audi-Einstieg als Motivationsboost
Dabei ist Bortoleto sich absolut bewusst, dass er bei Sauber in keinem Team fährt, das in der Königsklasse um Siege und Podestplätze fährt – obwohl er in Bahrain klarstellte: "Ich bin nicht hier, um Letzter zu werden. Ich bin auch nicht hier, um Zehnter zu werden. Ich bin hier, um zu gewinnen." Dass er trotzdem beim Team unterschrieben hat, hat einen einfachen Grund: Audi. Die Ingolstädter starten im ersten Jahr der Regel-Revolution 2026 als Werksteam in der Formel 1.
Sowohl für Audi als auch für Red Bull Powertrains wurde das Motorenreglement so geschrieben, dass mit der MGU-H das komplexeste Bauteil 2026 entfällt. Damit sollen die neuen Motorenhersteller eine realistische Chance haben, von Beginn an wettbewerbsfähig zu sein. Laut Mattia Binotto will man spätestens 2030 um Weltmeisterschaften kämpfen.
Genau diese hoffnungsvollen Zukunftsaussichten motivieren auch Bortoleto. "Hätte ich keine Perspektive für die Zukunft und würde nicht wissen, was wir tun, um uns zu verbessern, dann wäre es schwieriger, damit umzugehen. Aber so habe ich ein klares Projekt vor mir und das motiviert mich", sagte der Sauber-Pilot. Vor dem fünften Saisonrennen in Saudi-Arabien liegt Bortoleto punktelos auf dem letzten Platz der Fahrerwertung.

Nico Hülkenberg konnte beim Saisonauftakt in Australien punkten. Eine Situation, von der sich Bortoleto nicht unter Druck setzen lassen will. "Sobald man anfängt, sich zu sehr unter Druck zu setzen oder sich zu ärgern, weil man nicht um Punkte kämpfen kann, wird man meiner Meinung nach immer schlechter", zeigt der Brasilianer mentale Reife. Mit seiner bisherigen Leistung ist der Rookie zufrieden – auch wenn sich diese nicht in den Ergebnissen widerspiegeln.
Sein Gradmesser: Sauber-Teamkollege Nico Hülkenberg. Im Qualifying in Australien und im Sprint-Qualifying in China war er schneller als der Deutsche, der für seine Stärke auf eine schnelle Runde bekannt ist. "Ich setze mich immer positiv unter Druck, denn ich weiß, dass man Leistung bringen muss, um in der Formel 1 zu gewinnen. Und dafür gebe ich mein Bestes. Bis jetzt ist es gut gelaufen", so Bortoleto.
Auch bei Top-Team Red Bull läuft es alles andere als rund. Das Weltmeisterteam befindet sich in einer handfesten Formel-1-Krise! Dr. Helmut Marko fürchtet: Max Verstappen könnte das Team verlassen. Mehr dazu im Video:



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