Shanghai, Suzuka, Hinwil, Sakhir. Moment...Hinwil? Ja genau! Der erste Triple-Header der Formel 1-Saison 2025 hielt Gabriel Bortoleto nicht davon ab, vor dem Bahrain Grand Prix die Sauber-Fabrik in der Schweiz zu besuchen. "Ich lag auf dem Rückflug wach und dachte mir: Ich kann jetzt nach Hause gehen und mich entspannen oder ich kann etwas Nützliches tun und zum Team in die Fabrik zurückkehren", erklärte der Sauber-Rookie.
Also ging es am Dienstag ab nach Hinwil und erst dann weiter nach Bahrain. Die richtige Entscheidung, wie er findet. "Ich ging in die Abteilung für Aerodynamik, lernte die Designer und alle anderen kennen. Wir hatten viel Zeit, um uns die Daten genau anzusehen. Es wird immer betont, dass der Fahrer der beste Sensor des Autos ist. Daher halte ich es für sehr wichtig, dem Team in der Fabrik ein sehr detailliertes Feedback zu geben, in welche Richtung sich das Auto entwickeln sollte", betonte der Rookie.

Sauber: Jede Chance auf Punkte ergreifen
Mit Blick auf die Entwicklung zum Vorjahr sieht Sauber durchaus besser aus, als man nach den Wintertestfahrten befürchtet hatte. Seit dem dreitägigen Test wurde einiges am C45 geändert. Das Auto bekam einen neuen Frontflügel und am Bodywork wurden Anpassungen vorgenommen. "Wir haben Q2-Material. Wir sind irgendwo da, aber das Feld ist einfach sehr dicht", gab sich Nico Hülkenberg nach dem Japan GP zuversichtlich.
Für seinen Teamkollegen zählt vor allem das Ergebnis im Rennen und aktuell kann Sauber nicht um Top-10-Platzierungen mitfighten. "Wir sind realistisch gesehen nicht in der Lage, jedes Wochenende um Punkte zu kämpfen", erklärte Bortoleto und stellte klar: "Sobald sich also die Chance auf Punkte ergibt, dann müssen wir sie ergreifen." Dem 20-jährigen Brasilianer fällt es schwer sich damit zurecht zu finden, im hinteren Mittelfeld zu fahren, vor allem nach den letzten zwei Jahren. 2023 und 2024 krönte er sich hintereinander zum Champion in der Formel 3 und Formel 2. "Wenn ich ehrlich bin, dann ist es echt hart für mich”, räumte Bortoleto ein. In der Formel 1 sind Siege noch weit entfernte Zukunftsmusik.
Doch Bortoleto ist überzeugt, dass sich mit Audi 2026 das Blatt wenden wird. "Es ist eine Ehre Teil des Audi-Projekts zu sein. Für uns ist klar, wo wir hinwollen. Jetzt geht es darum, den Kopf unten zu halten, hart zu arbeiten und sich kontinuierlich zu verbessern", so der Brasilianer. In Japan saß erstmals Jonathan Wheatley als Teamchef am Sauber-Kommandostand. Der frühere Red-Bull-Sportdirektor soll gemeinsam mit Mattia Binotto den F1-Einstieg von Audi vorbereiten. Die personellen Zugänge motivieren auch Bortoleto. "Ich kann die Fortschritte erkennen. Es ist toll zu sehen, welche Verbesserungen wir innerhalb des Teams erzielt haben und wo wir jetzt stehen."
Vergleich mit dem Teamkollegen: Ich bin dran
Dass sein Name in der Fahrerwertung auf dem letzten Platz steht, sieht Bortoleto gelassen. Was wirklich zähle, sei seine Performance im Vergleich zu Nico Hülkenberg. Bekanntlich ist der Teamkollege der wichtigste Gradmesser. "Ich bin ganz zufrieden, das Tempo war direkt da. Nico und ich lagen in allen Qualifyings und auch in allen Rennen immer sehr eng beieinander", so der Brasilianer. Im Qualifying in Australien und im Sprint-Qualifying in China war er sogar schneller als Hülkenberg, der für seine Stärke auf eine schnelle Runde bekannt ist. Das hinterließ Eindruck. "Ich habe mit vielen Rookies zusammengearbeitet und er ist definitiv einer der besseren", ist Sauber-Urgestein Beat Zehnder überzeugt.



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