Max Verstappen gewann 50 der letzten 75 Grands Prix. Sein Sieg in Kanada markierte den insgesamt 60. Triumph des 26-Jährigen. Aber: Die Zeiten der Sonntagsfahrten mit einer Dose Red Bull in der Hand scheinen vorbei. Nicht nur auf Stadtkursen wie Monaco oder Montreal, sondern auch auf traditionellen Rennstrecken wie Barcelona ist Red Bull nicht mehr klarer Favorit. Wenn es nach Max Verstappen geht.
Barcelona: Der Ort, wo Max Verstappen am 15. Mai 2016 mit 18 Jahren und 228 Tagen sich zum ersten Mal zum Rennsieger kürte und als jüngster GP-Gewinner in die Geschichte der Formel 1 einging. Seitdem stand auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya immer mindestens ein Red-Bull-Pilot auf dem Podium. In den letzten beiden Jahren gewann Verstappen den Grand Prix.
Max Verstappen: Red-Bull-Dominanz in der Formel 1 ist vorbei
"Ich erwarte nicht, dass es ein einfaches Wochenende wird", stellt Max Verstappen klar. "Wir wissen, dass diese Strecke ein bisschen besser zu unseren Autos passt. Trotzdem wird es nicht so wie zu Saisonbeginn sein." Zur Erinnerung: Sein Polster von Bahrain (Sieg mit 22,457 Sekunden Vorsprung auf Sergio Perez) schrumpfte bis Kanada auf 3,879 Sekunden (Lando Norris) zusammen.
Die Konkurrenz mittlerweile unangenehm im DRS-Fenster, mit McLaren, Ferrari und Mercedes sind bei jedem Rennen theoretisch drei Teams siegfähig. Wie in Imola oder Kanada ist Max Verstappen dann aber oft imstande, mit seinem Talent das Zünglein an der Waage zu sein. "Jeder hat aufgeholt, und jeder ist ziemlich zuversichtlich", so der Limburger.
"Diese Regeln bieten nicht viel Spielraum. Bei den 21er-Regularien konntest du viel mehr machen. Hier bist du schnell am Limit", führt der dreifache Weltmeister aus. "Und manche Leute sind ziemlich gut darin, alles was wir machen, zu analysieren." Nachsatz: "Aber das würde ich auch, wenn ich hinten liege. Du schaust dir das beste Team an und versuchst zu lernen."
Spannungen im Team gibt es dadurch jedoch keine. "Wir wollen immer gut abschneiden, aber wir wissen auch, dass die anderen Vollgas geben", erklärt Verstappen. Ein schlechtes Abschneiden wäre im Umkehrschluss aber kein Weltuntergang. "Wenn es nicht nach Plan läuft, ist das kein Grund, über Bord zu gehen!"
Trainingsfreitag mittlerweile Red Bulls Achillesferse
Schlüssel zum Erfolg für Red Bull in Barcelona: Probleme am Freitag vermeiden und schnell ein gutes Setup finden. "Wir haben jeden Freitag verschiedenste kleine Probleme, die uns die Sache erschweren. Wir machen es uns selbst schwer und müssen einfach versuchen, sauber ins Wochenende zu starten. Das würde schon viel helfen", appelliert Verstappen.
In Monaco sprang der RB20 wie in Känguru, in Kanada musste Verstappen im 2. Freien Training nach 14 Runden aufgrund eines defekten Motors abstellen. "Du kannst Upgrades bringen, wie du willst, aber wenn du kein gutes Setup zusammenbringst…", meint er.

In der gesamten Formel-1-Saison 2023 stand Max Verstappen bei insgesamt drei Rennen nicht ganz oben auf dem Podest. 2024 "verlor" er nach 9 von 24 Grands Prix bereits zwei. Unebene Stadtkursen mit Bodenwellen und Kerbs bekannterweise das Kryptonit von Red Bull. Falls der RB20 auf einer klassischen Rennstrecke wie in Spanien aber wieder zu kämpfen hat, könnte bald Alarmstufe Orange bei den Bullen herrschen.
Alarmstufe Rot herrscht bereits bei Sergio Perez. Trotz gesicherter Zukunft hangelt sich der Mexikaner von einem schwierigen Wochenende zum nächsten. Von seinem Kanada-Debakel schleppt er noch eine Startplatzstrafe mit. "Diese Phase von schlechten Rennen zu haben, schmerzt natürlich. Das Gute daran ist: Ich weiß, mit nur einem guten Rennen kann ich mein Momentum zurückgewinnen."
Abseits von Sergio Perez brennt auch bei Sauber der Hut. Ein neues Chassis soll nun bei Zhou Guanyu zumindest einige Feuer löschen. Alles dazu gibt es hier:



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