Aller guten Dinge sind drei. Charles Leclerc sicherte sich beim Monaco-GP schon zweimal die Pole Position, der Sieg blieb ihm bei seinem Heimrennen aber noch verwehrt. Heute raste der Ferrari-Pilot im Qualifying zum dritten Mal in seiner Formel-1-Karriere auf Pole im Fürstentum, und das mit Ansage. Bereits nach den Trainings war er haushoher Favorit auf den ersten Startplatz, aber der Weg dorthin war letztendlich doch turbulenter als es im Fahrplan stand.

Das begann schon vor dem Qualifying. Nach einer dominanten Bestzeit im FP3 machte plötzlich die Technik am SF-24 von sich reden. "Das Wochenende war unglaublich bis nach FP3, als es plötzlich ein Problem mit meinem Motor gab und wir in letzter Minute den Motor tauschen mussten", teilte er mit.

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"Das war etwas knifflig. Aber zum Glück hatte es keine weiteren Konsequenzen für mein restliches Wochenende", so Leclerc weiter. Doch die Hürden, welche er im Laufe des Qualifyings überspringen musste, waren damit noch nicht ausgestanden. Während Q1 trat ein zweites Störobjekt rund um die 3,337-Kilometer lange Strecke in Aktion.

Leclerc fing sich am Frontflügel ein Objekt auf, das er selbst als Sponsoren-Banner bezeichnete. Es wurde direkt von der rechten Endplatte des Frontflügels mitgenommen und machte zu einem kritischen Zeitpunkt der Session einen Stopp nötig. Zu diesem Zeitpunkt war er den Ausfall-Plätzen in Q1 schon bedrohlich nahe gerückt.

Pole Position dank Flügel-Anpassung

"Das war schon eine schwierige Situation. Denn in Monaco will man im Qualifying einfach nur normale Runden fahren. Deshalb betete ich, dass wir nachher keine gelben oder roten Flaggen haben würden", so Leclerc. Seine Gebete wurden erhört, auch wenn der Monegasse zu keinem Zeitpunkt außerhalb der Top-15 war.

Doch auch ohne Fremdobjekte am Auto schien Leclerc anschließend erstmals an diesem Wochenende angreifbar zu sein. Trotz hauchdünnem Rückstand stand für ihn in Q2 nur P4 zu Buche, hinter den beiden McLarens und Verstappen. Die Erklärung dafür fand er schnell: "In Q2 hatten wir einige Probleme mit der Balance des Autos. Ich konnte das richtige Gefühl nicht finden."

Ferrari-Fahrer Charles Leclerc
Charles Leclerc auf dem Weg zur Monaco-Pole, Foto: LAT Images

Diese Schwierigkeiten könnten damit zusammenhängen, dass die Strecke einerseits an Grip zulegte und andererseits die Streckentemperaturen während der Session leicht sanken. Jedenfalls konnte eine Setup-Veränderung am Frontflügel - eine Anpassung, die unter Parc Ferme erlaubt ist - das Problem beheben.

"Wir brachten ein paar Modifizierungen an, vor allem am Frontflügel, sowie an den Tools und an meinem Fahrstil", erklärte Leclerc. Q3 war der einzige Qualifying-Abschnitt, der für Ferrari und Leclerc tatsächlich entsprechend den Erwartungen verlief. Denn dort gab es keine Probleme zu vermelden, einmal abgesehen davon, dass in Form von Oscar Piastri erneut ein McLaren ihm dicht auf den Fersen war.

Gewinnt Charles Leclerc seinen ersten Monaco-GP?

Aber die Verbesserung von Leclerc auf dem zweiten Run konnte Piastri nicht mitgehen. Für Leclerc war damit die 24. Pole Position seiner Formel-1-Karriere in trockenen Tüchern. In Monaco wird die Pole häufig als halbe Miete zum Rennsieg gehandelt.

Dass es nicht ganz so einfach ist, weiß Leclerc aus Erfahrung: 2022 kostete ihm eine suboptimale Ferrari-Strategie im Regen die Siegchance. Ein Jahr zuvor war sein Bolide auf dem Weg zum Grid kollabiert, nachdem Leclerc tags zuvor am Ende des Qualifyings einen Unfall gehabt hatte. Die gute Nachricht für Leclerc: Diesmal hat er seinen Ferrari heil gelassen und auch Regen soll laut den Prognosen im Rennen keiner die Mittelmeerküste des Stadtstaates erreichen.