Der Countdown für die Formel 1-Saison 2022 geht in die heiße Phase. Red Bull stellte heute als zweites Team das Fahrzeug für das kommende Jahr vor. Doch auch das Team rund um Weltmeister Max Verstappen gibt nicht mehr preis, als Haas, die am vergangenen Freitag ihr neues Auto enthüllten. Anstelle der 3D-generierten Aufnahmen, die das us-amerikanische Team präsentierte, zeigte Red Bull immerhin ein echtes Rennauto.

Aber dabei handelte es sich nur um ein Show-Car, das in den Details kaum Ähnlichkeiten mit dem echten Rennwagen haben wird. Die Teams wollen auf keinen Fall Geheimnisse über ihre Lösungen für das neue technische Reglement preisgeben, außerdem will man bis zur letzten Minute entwickeln. Genauso läuft das auch bei Red Bull.

Den echten RB18 wird die Formel-1-Welt wohl erst in zwei Wochen bei den ersten Testfahrten in Barcelona sehen können. Und auch dieses Modell wird sich vermutlich in einigen Aspekten vom Fahrzeug unterscheiden, das beim Saisonauftakt in Bahrain an den Start geht. Teamchef Christian Horner kündigte an: "Das Auto ist ein Prototyp, es wird sich jedes Rennen entwickeln. Wir werden vielleicht keine zweimal in derselben Konfiguration fahren."

Red Bull tauft Auto: RB18 statt RB17

Wie bereits seit langem angekündigt, überspringen die Bullen bei ihren Autobenennungen den RB17, nachdem man im Vorjahr den nur leicht überarbeiteten Wagen als RB16B bezeichnete. Die Veränderungen am RB18 fallen aufgrund des massiven Regelumbruchs erwartungsgemäß gravierend aus.

Oracle wird Titelsponsor

Die Bullen nutzten einen Großteil der Online-Präsentation vor allem dazu, ihren Sponsoren Platz einzuräumen. Allen voran Oracle. Der us-amerikanische Software- und Hardware-Hersteller wurde für 2022 offiziell als Titelsponsor der Mannschaft aus Milton Keynes bekanntgegeben. Pünktlich zum Beginn des Live-Streams änderten die Social-Media-Accounts der Bullen ihren Namen dementsprechend zu Oracle Red Bull Racing.

Verstappen startet mit Nummer 1

Die wohl größte Neuerung am Fahrzeugdesign gab es bei der Startnummer - zumindest auf einer Seite der Garage. Max Verstappen hat die Nummer 33 nach seinem Titelgewinn aufgegeben und macht vom Weltmeister-Privileg Gebrauch, mit der 1 an den Start zu gehen. Zum letzten Mal startete 2014 Sebastian Vettel als amtierender Titelträger mit dieser Startnummer in die Saison.

Damit die Mission Titelverteidigung für Max Verstappen klappt, kann sich das Formel-1-Team des Getränkeherstellers ein Abrutschen ins Mittelfeld nicht erlauben. Doch eine Gefahr geht für die Bullen immer noch von 2021 aus.

Entwicklung zu spät gestoppt?

Aufgrund des harten Zweikampfs mit Mercedes um den WM-Titel stellte Red Bull die Entwicklung für das Vorjahres-Auto als eines der letzten Teams um. Gemeinsam mit McLaren entwickelte man bis weit in den Sommer hinein. Der Rennstall setzte dabei auf eine Strategie der Parallelentwicklung. Während man immer noch Anpassungen am RB16B vornahm, wurde im Windkanal bereits der RB18 vorbereitet. Ob die Strategie der Doppelentwicklung aufgeht, oder ob man dadurch mit einem Startnachteil in die neue Regelgeneration geht, bleibt abzuwarten.

Christian Horner zeigte sich beim Launch dennoch optimistisch: "Die große Unbekannte ist, ob wir bei diesen Regeln etwas verpasst haben und andere Teams möglicherweise etwas gefunden haben. Wir glauben aber, dass wir ein gutes Auto haben. Ich freue mich darauf, ihn auf der Strecke in Action zu sehen".

Ein anderer Faktor spricht für die Bullen: 2021 hatten sie neben Mercedes einen der besten Motoren im Heck. Dies allerdings mit dem Unterschied, dass die Honda-Antriebseinheit sich als deutlich langlebiger erwies. Nur aufgrund von Unfallschäden (Verstappen in Großbritannien, Perez in Ungarn) waren auch die Konstrukteurs-Vizeweltmeister gezwungen, das erlaubte Kontingent von drei Motoren zu überschreiten.

Honda-Ausstieg auf Raten

Offiziell ist Honda seit dem Ende der Saison 2021 aus der Formel 1 raus. Doch im operationellen ändert sich 2022 noch nicht viel. Die Motoren der beiden RB-Teams kommen nach wie vor aus Sakura. Sowohl die Entwicklung über den Winter als auch der Einsatz an der Strecke wird noch von Honda abgehandelt. Lediglich unter welchem Namen die Antriebseinheiten letztendlich eingesetzt werden, ist noch nicht bekannt.

Auch ins Aufgabengebiet von Honda fiel somit die Anpassung der Motoren auf die neuen Treibstoffmischungen und die sonstigen Upgrades an der Power Unit. Das neu aufgebaute Red Bull Powertrains, baut erst für die neue Motor-Generation 2026 die PU. Bis dahin kommen aufgrund des Engine-Freeze noch die Honda-Antriebe zum Einsatz.

Red Bull behält Paarung: Perez an der Seite von Verstappen

Nachdem Sergio Perez 2021 vor allem gegen Saisonende seine Rolle als Titelhelfer ausfüllen konnte, und - etwa durch seine aggressive Verteidigungsschlacht gegen Lewis Hamilton in Abu Dhabi - einen maßgeblichen Teil zum ersten Weltmeister-Titel von Max Verstappen beitrug, bleibt der Mexikaner auch in diesem Jahr Teil des österreichisch-britischen Rennstalles. Er geht aber 2022 erneut nur mit einem 1-Jahres-Vertrag in die Saison.

Max Verstappen hingegen ist nach seinem Titelgewinn kaum mehr von Red Bull wegzudenken. Nach dem Saisonfinale funkte er Liebesbekundungen an die Box. "Wir können das für die nächsten 10, 15 Jahre weitermachen. Ich will ewig bei ihnen bleiben", sagte Max damals in Ektase. Konkret hält der Niederländer derzeit einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2023. Bereits im Januar kündigte Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko Gespräche über eine Verlängerung an.

Sergio Perez und Max Verstappen bei der Red-Bull-Präsentation -
Sergio Perez und Max Verstappen bei der Red-Bull-Präsentation -Foto: Red Bull

Im Launch-Kalender der Formel 1 geht es nach der Red-Bull-Vorstellung Schlag auf Schlag. Bereits am morgigen Donnerstag launcht Aston Martin das neue Dienstfahrzeug von Sebastian Vettel und Lance Stroll. Am Freitag folgt dann umgehend auch die Präsentation von McLaren. Nächste Woche sind dann noch AlphaTauri, Williams, Ferrari und Mercedes an der Reihe. Bereits am 23. Februar - also in exakt zwei Wochen - sind die Formel-1-Boliden bei den Testfahrten in Barcelona zum ersten Mal im Einsatz. Am 20. März beginnt die Formel-1-Saison mit dem GP von Bahrain.

Formel-1-Präsentationen 2022: Alle Termine

Team Datum Ort/Form
Haas 4. FebruarOnline + Barcelona-Shakedown am 21.2.
Red Bull 9. Februar, 17:00 UhrLivestream
Aston Martin10. Februar, 15:00 Uhr Gaydon, Online
McLaren 11. Februar, 20:00 UhrWoking, Livestream
AlphaTauri14. Februar, 12:00 UhrOnline?
Williams15. Februar, 14:00 UhrOnline
Ferrari 17. Februar, 14:00 UhrOnline
Mercedes 18. FebruarOnline plus Silverstone-Shakedown
Alpine21. Februar Online?
Alfa Romeo 27. FebruarOnline